Fotostrecke Die "Big Things" von Australien
Es begann mit einem Stand an einer Straße, John Landi verkaufte darin seine Bananen, und er suchte nach einer Idee, wie er noch mehr Autofahrer zum Stoppen animieren konnte. Er hatte gehört, dass es in Hawaii eine Riesenananas geben soll. Also tat sich Landi mit dem Ingenieur Alan Chapman zusammen, der zerteilte eine perfekt geformte Banane in 40 Teile und entwickelte daraus einen Plan für ein Bauwerk. Die Riesenbanane wurde im Dezember 1964 fertig und in Zeitungen als "Top-Touristenattraktion" und "Größte Banane der Welt" gefeiert. Sie ist bis heute eines der beliebtesten "Big Things" in Australien. Inzwischen gibt es rund um die 13 Meter lange und fünf Meter hohe "Big Banana" nicht nur die Bananenplantage, sondern auch einen Vergnügungspark mit Wasserrutschen, eine Laser-Tag- und eine Eislaufhalle sowie eine Minigolfbahn.
Künstler Paul Kelly schnappte sich Ende der Siebzigerjahre einen Hummer, stopfte ihn aus - und nutzte ihn als Modell für eine Statue, die heute zu den berühmtesten "Big Things" in Australien zählt: "The Big Lobster" oder kurz: Larry. Kelly brauchte sechs Monate, bis er den rund 17 Meter hohen Hummer aus Stahl und Fiberglas im Dezember 1979 fertiggestellt hatte. Die ursprüngliche Idee war es, mehr Menschen zu einem Restaurant und Besucherzentrum in der Stadt Kingston Southeast im Bundesstaat South Australia zu locken. Das klappte zunächst auch sehr gut.
Edward "Ned" Kelly gilt als Australiens berühmtester Bushranger, seine Geschichte wurde mehrfach verfilmt sowie in Büchern und Songs beschrieben. Manche sehen in Kelly einen Volkshelden; einen Underdog, der sich gegen Polizeiwillkür und die Kolonialoberklasse zur Wehr setzte. Für andere ist er ein berüchtigter Verbrecher, der es auf eigenen Profit abgesehen hatte und dafür auch vor Gewalt nicht zurückschreckte. Nach einem kurzen Prozess wegen Mordes wurde Kelly 1880 erhängt. Die selbst zusammengeschusterte Rüstung, die er bei seinem letzten Gefecht mit der Polizei trug, wurde zu seinem Markenzeichen.
Die legendäre letzte Schlacht fand in der Stadt Glenrowan im Bundesstaat Victoria statt. Dort steht seit 1992 der sechs Meter hohe "The Big Ned Kelly", samt Rüstung und Gewehr in der Hand. Vor zwei Jahren meldete sich der Nachfahre eines Polizisten, der einst von Kelly ermordet worden war. Er forderte, die Statue abzureißen. Vergebens.
Wer an Australien denkt, denkt an Kängurus, Koalas, Haie - und Krokodile. Von ihnen gibt es im Bundesstaat Northern Territory besonders viele. Etwa 40 Kilometer östlich von Darwin erinnert in der Kleinstadt Humpty Doo diese sechs Meter hohe Statue an die mitunter gefährlichen Tiere: "The Big Boxing Crocodile" samt roten Boxhandschuhen und offenem Maul. Ray Park hat das Riesenkrokodil im Jahr 1988 gebaut, es steht nun am Arnhem Highway in der Nähe einer Tankstelle und soll Touristen in die Gegend locken.
Die Stadt Tamworth im Bundesstaat New South Wales rühmt sich damit, "Australiens Herz der Countrymusik" zu sein. Jedes Jahr im Januar werden dort als Teil des Country Music Festivals die CMAAs verliehen, die Country Music Awards of Australia. Die Trophäe ist eine goldene Gitarre - und deshalb steht in der Stadt diese zwölf Meter hohe und etwa 500 Kilo schwere "Big Golden Guitar". 1988 - und damit 15 Jahre nach der ersten CMAA-Preisverleihung - wurde sie von dem australischen Countrystar Slim Dusty eingeweiht, sie besteht aus einem Stahlgerüst und Fiberglas. Direkt daneben gibt es heute ein Touristenzentrum, ein Café sowie einen Souvenirladen und ein kleines Wachsfigurenmuseum. Darin steht auch ein Slim Dusty aus Wachs.
15,2 Meter hoch, 18 Meter lang und etwa hundert Tonnen schwer: In Goulburn im Bundesstaat New South Wales steht "The Big Merino". 1985 wurde die Statue des riesigen Merinoschafs vom damaligen Tourismusminister John Brown eingeweiht. Bis es so weit war, vergingen sechs Monate. Als Vorbild für die Statue aus Stahl, Maschendraht und Beton diente ein Zuchtbock einer nahe gelegenen Farm: Rambo, bis heute der Spitzname der Statue. 2007 wurde "The Big Merino" um 800 Meter verlegt und ist nun von der Autobahn zu sehen. Im Bauch der Statue befinden sich ein Geschenkeladen und eine Ausstellung über die 200-jährige Geschichte der Wollproduktion in Australien.
2002 wurde "The Big Mango" in der Stadt Bowen eingeweiht: Die Gegend im Bundesstaat Queensland ist für die Früchte bekannt, die 90.000-Dollar-Statue wurde neben dem Touristenzentrum der Stadt errichtet. Mit ihren mehr als sieben Tonnen Gewicht gilt sie als eine der schwersten Mangos der Welt. Umso erstaunlicher war es, als sie im Februar 2014 über Nacht verschwand. Das Rätselraten war groß, über den Fall wurde international berichtet. Wenig später stellte sich heraus - es war eine PR-Aktion, verantwortlich war eine Fast-Food-Kette. Die Mango wurde rasch an ihren alten Platz zurückgebracht.
Sie ist 16 Meter hoch und steht im Bundesstaat Queensland auf der Liste geschützter Bauten: "The Big Pineapple" wurde 1971 eingeweiht - und ihr stehen spannende Zeiten bevor. Die Riesenananas ist eines der beliebtesten "Big Things" in Australien und bringt eine Vielzahl an Touristen in die Gegend. Deshalb soll das 170-Hektar-Gelände rundherum nun massiv aus- und umgebaut werden. Den Plänen zufolge wird der Zoo erweitert und ein Baumwipfelparcours errichtet. Außerdem soll es umweltfreundliche Übernachtungsmöglichkeiten und Campingplätze geben.
Wer von den größeren Ostküstenstädten in Richtung Outback fährt, wird höchstwahrscheinlich einen Stopp in Broken Hill machen. Die alte Bergbaustadt gilt als eine Art Eingangstor zum wilderen australischen Zentrum, sie liegt an der Grenze zwischen den Bundesstaaten New South Wales und South Australia. In Broken Hill ist eines der neueren "Big Things" zu finden: Seit 2002 thront "The Big Bench" auf einem Hügel in der Stadt. Für Touristen ist es ein beliebtes Fotomotiv: die Füße von der Riesensitzfläche baumeln zu lassen oder auf ihr herumzukraxeln. Diese Parkbank ist etwa zweieinhalbmal so groß wie eine übliche.
Um die lokale Krabbenindustrie zu würdigen, wurde 1989 in der Küstenstadt Ballina "The Big Prawn" errichtet - damals noch ohne Schwanz. Lange Zeit wurde die Riesenstatue in Tankstellennähe vernachlässigt, doch als die Gemeinde 2009 den Abriss genehmigte, regte sich Widerstand in der Bevölkerung. Eine große Baumarktkette kaufte schließlich das Gelände, auf dem die inzwischen geschlossene Tankstelle stand. Die Krabbe bekam einen neuen Farbanstrich, einen Schwanz und wurde zum nahe gelegenen Baumarktgelände gebracht. Dort steht sie bis heute.