Burnout-Wettbewerbe Wer raucht, wird selig
Der Fotograf Simon Davidson ist fasziniert von Burnout-Wettbewerben in Australien und begleitet sie bereits seit 2008: "Mich begeistert die Kombination aus leistungsstarken Autos, die riesige Rauchwolken in die Luft pusten, während eine Horde von enthusiastischen Fans ihnen zujubelt."
Selbst Teil der Autoszene zu sein, helfe ihm die Fotos zu schießen, sagt Davidson. Schon als Kind war er begeistert von schnellen Autos: Sein Vater nahm ihn von klein auf zu Autorennen mit. Für seine Fotoserie besuchte Davidson in ganz Australien Wettbewerbe.
Die Wettbewerbe werden nach verschiedenen Kriterien bewertet: Wie schnell der Burnout startet und wie lange er anhält, aber auch wie dick und durchgängig der Qualm ist. Dieser Teilnehmer hat sein Gummi längst verbrannt - gibt aber auch auf der Felge weiter Vollgas.
Zudem fließt das fahrerische Können, die Originalität und die Risikobereitschaft mit in die Wertung ein.
Auch die Reaktion des Publikums spielt eine Rolle für die Jury.
Die Gestaltung des Autos kann den Sieg beeinflussen: Fantasie und Kreativität sind wichtige Kriterien der Bewertung.
Acht bis zehn Stunden verbringt Davidson auf dem Rennplatz. Da nach einer Weile der Lärm unerträglich wird, benutzt er einen Gehörschutz aus der Luftfahrt. Außerdem versucht er möglichst weit weg vom Rauch zu stehen: "Du kannst aber nicht fotografieren, wenn du die Autos nicht sehen kannst." Der richtige Standort sei die größte Herausforderung dabei, die Situation auf den Fotos möglichst eindrücklich festzuhalten.
Das Publikum bei den Wettbewerben sei bunt gemischt, so Davidson. Je nach Ort und Wettbewerb kommen Tausende bis Zehntausende Besucher und wohnen dem Spektakel bei.
Ursprünglich traten bei den Wettbewerben vor allem Oldtimer aus den Sechziger- und Siebzigerjahren an, so Davidson. Heutzutage sieht man jegliche Art von Fahrzeug - manchmal sogar Bestattungs- oder Abschleppwagen.
Der farbige Rauch entsteht durch speziell hergestellte Reifen, in deren Gummi Chemikalien eingearbeitet sind.
"Ich habe viele tolle Burnout-Fotos über die Jahre aufgenommen, aber nicht viele einmalige", sagt Davidson. Die besten Fotos würden einen perfekten "Zen-Moment" festhalten, eine Balance aller visuellen Elemente.
Die Veranstaltungen sind in verschiedene Klassen eingeteilt: nach V8-Motoren, 6-Zylindern, 4-Zylindern - und Frauen als Fahrerinnen.
Wenn die Reifen brennen, werden die Fahrer meist disqualifiziert. Denn das Verletzungsrisiko ist sehr hoch.
Anfangs ging es bei den Wettbewerben nur um Ruhm und eine Trophäe, mittlerweile werden Preisgelder von mehreren Tausend Dollar vergeben.
Die Fotoserie ist für Davidson noch lange nicht abgeschlossen - auch weiterhin wird er quer durch Australien reisen und die schönsten Momente der Wettbewerbe festhalten.