Australien: Goldgräberdorf Walhalla - DER SPIEGEL
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Walhalla in Südaustralien Eine Geisterstadt erwacht

Leben wie vor 150 Jahren: Mitten in den Viktorianischen Alpen lassen Australier das alte Goldgräberkaff Walhalla wieder auferstehen. Die Touristen kommen mit der Bimmelbahn, und sogar die Goldgier ist zurückgekehrt.
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Das Goldgräberörtchen Walhalla im südaustralischen Bundesstaat Victoria liegt in einem kleinen Seitental der Viktorianischen Alpen. Die Gründungsväter pflanzten einst europäische Pappeln an, sodass es hier eine für Australien ungewohnte Herbstfärbung gibt. Durch die Umkehrung der Jahreszeiten auf der Südhalbkugel fällt diese in den europäischen Frühling.

Foto: Helgard Below
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Die grüne Diesellok tuckert mit ihren drei roten Waggons über die Thomson-River-Brücke. Der einzige Zug der Walhalla Goldfields Railway braucht 20 Minuten für die steilen vier Kilometer in den kleinen Ort Walhalla mit der größten Goldader Victorias. Dann ist die Strecke schon zu Ende und nach zehn Minuten Pause geht seine Reise wieder zurück.

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Fahrt mit der Schmalspurbahn, der Walhalla Goldfields Railway, entlang des "Stringer's Creek" durch Wälder aus Baumfarnwedeln und turmhohe Berg-Eukalypten.

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Bahnhof von Walhalla: Die Miniaturbahn mit nur zwei Holzbahnhöfen, einer am Ende und einer am Anfang der Strecke, transportiert jährlich 30.000 Passagiere in die einstige Geisterstadt Walhalla, knapp ein Drittel aller Besucher.

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Wie im Malbuch reihen sich die pittoresken Holzfassaden der Wildwestsiedlung Walhalla aneinander: der Musikpavillon, das schmucke weiße Walhalla's Star Hotel und das Café.

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Walhalla's-Star-Hotel-Besitzer Michael Leaney geht gerne im Gebirge der Umgebung wandern, etwa auf dem Great Walhalla Alpine Trail zum 1500 Meter hohen Mount Baw Baw. Dort gibt es im Herbst und Winter schon mal Schnee.

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Das historische gelbe Postgebäude wurde 1864 eröffnet. Bis zur Einführung der Schmalspurbahn 1910 kamen Briefe mit der Postkutsche. Hier arbeitete und lebte Doreen Hannah bis zu ihrem Tod 1988, die alte Postlady war 1948 nach Walhalla gekommen.

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Auf dem Hangfriedhof mit den schrägen, bemoosten Grabsteinen sind über tausend Leichen beigesetzt worden. Bei den samstäglichen Geistertouren erfahren die Besucher etwas über ihre Schicksale.

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In Spetts Cottage soll es spuken. Rhoda Spetts Verlobter kam kurz vor der Hochzeit bei einem Minenunfall ums Leben. Sie hat danach nie geheiratet und ihr Leben in Trauer verbracht. Noch heute kann man sie angeblich manchmal in ihrem Hochzeitskleid im Garten tanzen sehen.

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Nach einem spektakulären Goldfund 1862 begann hier ein Goldrausch. 72 Tonnen des Edelmetalls wurden gewonnen, der damals reiche Ort hatte 2500 Einwohner. Doch schon 50 Jahre später war der große Rummel vorbei und das Städtchen verfiel, bis vor einigen Jahren der Wiederaufbau begann. Auch noch etwas Gold ist der örtlichen Mine geblieben. Allerdings loht sich der Abbau nicht mehr - es liegt zu tief im Gestein.

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Die kleine Einkaufsmeile von Walhalla mit General Store, dem kleinen Tante-Emma-Laden, Restaurant und Coffee Shop.

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Der Thomson River ist der einzige größere Fluss der Gegend. Ihn muss die Walhalla Goldfields Railway von Thomson auf den Weg nach Walhalla überwinden.

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Schnee-Eukalypten und Baumfarne dominieren die urigen Wälder in den Bergen rund um Walhalla, ein ideales Wandergebiet.

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