Australien: Samenspender trifft Tochter - DER SPIEGEL
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Samenspender in Australien "Verdammt noch mal. Ich kann dieses Mädchen nicht verleugnen"

Ein Gesetz im australischen Bundesstaat Victoria hebt die jahrzehntelange Anonymität von Samenspendern auf. Nun lernt Peter Peacock, 68, seine biologische Tochter, 36, kennen. Die Geschichte in Bildern.
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Peter Peacock umarmt Gypsy Diamond: Die 36-Jährige ist seine biologische Tochter. Peacock hatte Anfang der Achtzigerjahre in einer Klinik in Melbourne Samen gespendet. Im vergangenen Jahr trat im australischen Bundesstaat Victoria ein umstrittenes Gesetz in Kraft, das die jahrzehntelange Anonymität von Samenspendern aufhebt. Die Nachrichtenagentur Associated Press hat Peacock begleitet.

Foto: Wong Maye-E/ AP
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Das Schicksal erreichte Peacock in Form eines Einschreibens. Der Brief kam von der "Victorian Assisted Reproductive Treatment Authority" (Varta). Die Behörde führt ein Verzeichnis von Samenspendern, Nachkommen und deren Eltern - und berät sie bei dem komplizierten Thema. Es könne nur einen Grund für diesen Brief geben, dachte der 68-Jährige: Aus seiner Spende muss Leben entstanden sein.

Foto: Wong Maye-E/ AP
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Eine Woche nach dem ersten Brief starrte Peacock auf das Foto einer Frau namens Gypsy Diamond, deren Gesicht seinem so ähnlich sah, dass er sofort eine Verbindung verspürte. "Verdammt noch mal. Ich kann dieses Mädchen nicht verleugnen", habe er gedacht, so Peacock.

Foto: Wong Maye-E/ AP
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Peter Peacock wartet auf einen Zug, Teil einer stundenlangen Reise zu seiner biologischen Tochter: Er hätte die Chance gehabt, den Kontakt zu Gypsy Diamond zu verweigern. Doch seine Neugier war größer als die Angst, dass sein Leben durcheinandergeraten könnte. Also stimmte er einer E-Mail-Korrespondenz zu.

Foto: Wong Maye-E/ AP
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Peacock im Zug: Er hatte einige Male Sperma gespendet, weil einige Freunde Schwierigkeiten hatten, Kinder zu bekommen. Für jede Probe bekam er zehn Dollar - für das Geld kaufte er ein neues Set Elektrowerkzeuge. Seitdem dachte Peacock nicht mehr oft daran.

Foto: Wong Maye-E/ AP
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Das erste persönliche Treffen: Fast ein Jahr nach dem ersten Kontakt per E-Mail begegneten sich Peter Peacock und Gypsy Diamond zum ersten Mal. Er war mit seinem roten MG zu einer Autoshow in der Nähe ihrer Heimatstadt gefahren - und hatte ihr gesagt, sie solle einfach nach dem gutaussehenden Kerl mit dem rot-weißen Schirm Ausschau halten.

Foto: AP/ Peter Peacock
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Peacock und Diamond: Die Nähe zwischen ihnen war augenblicklich vorhanden. Ihre Gemeinsamkeiten gehen über Äußerlichkeiten hinaus - beide lieben Shiraz und Antipasti, jubeln für den denselben Fußallverein und haben einen ähnlichen Humor.

Foto: Wong Maye-E/ AP
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Die Intensität ihrer Bindung überraschte beide. Doch sie machten sich auch Sorgen: Wie würden Diamonds Eltern auf ihn reagieren, fragte sich Peacock. Und was halten seine Töchter von ihr, fragte sich Diamond.

Foto: Wong Maye-E/ AP
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Peacock ist seit langer Zeit geschieden, er lebt in einem Vorort von Melbourne - und blättert hier in einem alten Fotoalbum. Der 68-Jährige hatte seinen beiden Töchtern schon von den Samenspenden erzählt, als sie Teenager waren. Doch offenbar hielten die Mädchen das für einen Scherz. Die Nachricht von der Existenz Diamonds war für sie zunächst ein Schock.

Foto: Wong Maye-E/ AP
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Ein Foto von 1978: Das Bild zeigt die Eltern von Peter Peacock mit seiner ältesten Tochter Melanie. Eine Frage beschäftigte Gypsy Diamond besonders - ist Peacock auch der biologische Vater ihres Bruders? Sie bat ihn, eine Anfrage bei Varta zu stellen, ob noch andere Kinder aus seinen Spenden hervorgegangen sind.

Foto: Wong Maye-E/ AP
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Eines Tages im August 2017 rief eine Varta-Mitarbeiterin bei Peter Peacock an und teilte ihm mit: "Es gibt 16!" Neben Gypsy Diamond und ihrem Bruder, so geht es aus den Aufzeichnungen hervor, kamen dank Peacocks Samenspenden zwischen 1980 und 1982 noch 14 weitere Nachkommen zur Welt. Seine Reaktion: Er habe zu zittern begonnen, erzählt er, sich in dem Moment wie ein Zuchttier gefühlt.

Foto: Wong Maye-E/ AP
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Peacock mit seiner Tochter Melanie im Jahr 1979: Er hat sich entschieden, nicht selbst aktiv nach weiteren Nachkommen zu suchen. Sollte sich einer davon bei ihm melden, will er ihn jedoch willkommen heißen.

Foto: AP/ Peter Peacock
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Auf ein Glas Shiraz: Peter Peacock ist für Gypsy Diamond ein Teil der Familie geworden, auch wenn sie seine Rolle noch nicht definieren kann. "Ich weiß, dass er ein großer Teil meines Lebens sein wird", sagt sie. "Wohin das führt, weiß ich nicht. ich habe keinen Namen dafür." Peacock ringt immer noch damit, was er fühlen soll. "Ihr Vater hat sie aufgezogen, geliebt, ihre Windeln gewechselt", sagt er. "Ich bin nicht ihr Vater, nicht ihr Onkel, aber ich bin ein Teil von ihr. Und sie ist ein Teil von mir." Er sagt: "Prost... Mädchen? Tochter? Es?" Sie antwortet lachend: "Was immer es ist." Dann trinken sie den Rotwein.

Foto: Wong Maye-E/ AP
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