Automatisch schön Software "optimiert" Gesichter
Person 1, vorher/nachher: Etwas schmalere Nase, erhöhte Stirn, Gesichtszüge leicht nach unten verschoben - eine Verjüngung durch Annäherung an das bekannte "Kindchenschema". In der Bearbeitung ist Kollegin R. die Missstimmung darüber, mit sanfter Erpressung vor die Kamera genötigt worden zu sein, weit weniger anzusehen. Ein Zufall? Ein Rezept zum Aufhübschen von Familienfotos mit eher unwilligen "Models"?
Person 2: Männer hat die Software gern im Ganzen schmaler - und einen kernigeren, strengeren Blick und größere Ernsthaftigkeit zieht sie scheinbar auch vor. Resultat: Dieser junge Mann wirkt "optimiert" leicht älter, vor allem aber kühler und härter. Rechts dürfte da das bessere Bewerbungsfoto sein, aber links wirkt menschlicher
Person 3: Auch hier dreht die Software die Uhr ein paar Jahre zurück in Richtung Kindheit. Die Veränderungen beschränken sich auf den oberen Bereich der Nasenpartie, die Augen und Stirn, der Mund bleibt unverändert. Ob das virtuelle "Auszupfen" der Augenbrauen und die "Vermandelung" der Augen nun positiv ist, darüber könnte man streiten: Es nimmt dem Gesicht auch Wärme
Person 4: Auch ältere Semester werden gnadenlos verjüngt. Die Software betont in der Bearbeitung die Stirnpartie, zieht die linke Augenbraue keck und kernig nach oben und verwandelt den Kollegen Gerald S. so in ein Maximilian-Schell-Double. "Das", meint dieser selbstbewusst, "hätte man auch durch eine andere Neigung des Kopfes hinbekommen."
...was die Software anders sieht: Das Grid zeigt die Veränderungen des vierten Porträts. Während Augen und Mund fast unverändert bleiben, werden Stirn, Augenbrauen und Nase leicht gesenkt. Im Ganzen nimmt Kollege S. virtuell ein paar Pfund ab, was er in der Realität natürlich gar nicht nötig hat