Autos mit Turbolader - DER SPIEGEL
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Legendäre Turbomodelle Gib Abgas

Turbomotoren werden immer mehr zur Selbstverständlichkeit bei modernen Autos. Früher galten aufgeladene Aggregate als bärenstark, anfällig und spritdurstig - zudem machten sie die Autos kapriziös. Heute gilt das alles nicht mehr. Was ist da bloß im Motorraum passiert?
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Mercedes 300 SD: Der im Mai 1978 präsentierte Oberklassenwagen ist das weltweit erste Serien-Fahrzeug mit einem Turbodieselmotor. Kurioserweise war das Modell hauptsächlich geplant für amerikanische Käufer, die sonst eher großvolumige Ottomotoren vorzogen. Doch die Energiekrise machte auch in den USA den Verbrauch zu einem wichtigen Thema.
Das Drei-Liter-Aggregat leistet maximal 115 PS und beschleunigte den Wagen auf eine Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h. Mercedes gibt der Verbrauch mit 10,6 Litern auf 100 Kilometern an.

Foto: Daimler
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BMW 2002 Turbo: Dieses Modell war 1973 die Top-Motorisierung der 02er-Serie und gilt als das erste europäische Serienfahrzeug mit Abgasturbolader. Die Zweiliter-Maschine leistete maximal 170 PS. Damit war ein Standardsprint von 0 auf 100 km/h in 7,0 Sekunden möglich. Die Höchstgeschwindigkeit gibt BMW mit 211 km/h an. Einen klare Ansage war auch der Frontspoiler. Auf ihm stand in Spiegelschrift Turbo 2002. Das sollte vorausfahrenden Piloten wohl Respekt einflößen.

Foto: BMW
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Porsche 911 Turbo: Die Zuffenhausener präsentierten die aufgeladene Variante des Klassiker 1974 auf dem Pariser Auto-Salon. Der Drei-Liter-Boxer leistete 260 PS und ermöglichte eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Ursprünglich sollten von diesem Modell nur 1000 Exemplare gebaut werden, doch mit dieser Kalkulation hat sich Porsche gewaltig verschätzt. Bis 1989 wurde knapp 21.000 Turbo-Modelle produziert.

Foto: Porsche
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Saab 900 Turbo: Dieses Auto ist eine Ikone des schwedischen Herstellers. 1978 präsentierte Saab das 145 PS starke Modell, das für viele Lehrer, Journalisten und Schöngeister Ausdruck automobiler Individualität wurde. 1984 legten die Schweden noch mal nach und spendierten dem Modell noch einmal ein Plus an Leistung. Bis zu 175 PS zerrten letztlich an der Kurbelwelle. Auch wenn die Baureihe noch immer viele Fans hat, um Saab steht es schlecht. Mittlerweile ist die Marke an eine chinesisch-schwedische Investmentgruppe verkauft.

Foto: Saab Automobile
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Benetton BMW: Die achtziger Jahre gelten in der Formel 1 als die Turbo-Ära. Erst 1989 hatte die FIA die aufgeladenen Aggregate verboten - zu stark waren die Boliden geworden. Als der Formel-1-Renner mit der höchsten Leistung gilt der Benetton BMW der Saison 1986. Der beatmete Vier-Zylinder-Motor aus München soll rund 1250 PS geleistet haben. Mit diesem Modell rast der Österreicher Gerhard Berger in Mexico City zu Sieg.

Foto: Getty Images
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Peugeot 908 TDI FAP: Mit diesem Modell hat der französische Hersteller von 2007 bis 2010 an den 24 Stunden von Le Mans teilgenommen. Für Vortrieb sorgte ein V12-Turbodiesel mit 5,5 Litern Hubraum und einer Leistung von etwa 700 PS. Zwar erregte der Hersteller mit dem Selbstzünder-Renner einiges an Aufsehen, doch der 908 musste sich geschlagen geben.

Foto: JEAN-FRANCOIS MONIER/ AFP
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Audi R10 TDI: Auch wenn die Franzosen mit dem 908 TDI in Le Mans mit einem zweiten Platz einen achtbaren Erfolg erzielt, holte sich die Konkurrenz aus Ingolstadt mit dem R10 TDI 2006 den Sieg bei dem legendären 24-Stunden-Rennen. Der Wagen war ausgestattet mit ein 5,5-Liter-V12-Turbodiesel, der 646 PS leistete.

Foto: Audi
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VW Golf II GTD: Optisch eher unspektakulär kommt der Golf mit Turbodiesel daher. Trotzdem war der starke Selbstzünder bei den Käufern beliebt. Der 1983 vorgestellte Wagen war mit einem 1,6-Liter-Motor ausgestattet, der 70 PS leistete.

Foto: Volkswagen
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Audi Quattro S1: Diese Auto ist Legende, Biest und ein Traum für nahezu jeden Rennsport-Fan. Mit diesem 1983 auf der IAA in Frankfurt vorgestellten Modell raste Rallye-Legenden wie Hannu Mikkola und Walter Röhrl in der berühmt-berüchtigten Gruppe B der Rallye Weltmeisterschaft. Mit einer speziellen Version des Autos mit rund 600 PS sprintete Röhrl auch 1987 die knapp 20 Kilometer lange Piste auf den Pikes Peak hinauf. Bei der Rennveranstaltung stellte er damit einen Rekord auf. Mit 10,47 Minuten war er Röhrl der erste Rennfahrer, der weniger als elf Minuten benötigte.

Foto: Audi
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Lancia Delta S4: Dieses Modell verdankt seine Existenz dem Rallye-Sport - und zwar der Gruppe B. Das Reglement sah vor, dass von den im Rennen eingesetzten Fahrzeuge mindestens 200 Exemplare mit Straßenzulassung gebaut werden mussten. In Zusammenarbeit mit dem Fiat-Haustuner Abarth entstand deshalb diese allradgetriebene Version des Delta. Die Maschine leistete rund 480 PS.

Foto: Lacia
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Renault 5 Turbo: Auch dieses Modell ist ein Beleg für den Wahnsinn der Gruppe B der Rallye-Weltmeisterschaft. Der Renn-Zwerg mit einem Gewicht von unter 1000 Kilogramm ist für einen herkömmlichen Autofahrer kaum zu bändigen. Bis zu 408 PS leistet die Maschine in der Rennsportvariante. Die Straßenexemplare waren für stolze 44.600 Mark zu haben.

Foto: Renault
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