Bad Reichenhall Einsturz der Eissporthalle 2006
Im Januar 2006 war das falsch konstruierte und schlecht gewartete Holzdach der Eissporthalle von Bad Reichenhall unter der Last einer tonnenschweren Schneedecke zusammengebrochen. Dabei starben 15 Menschen, weitere 34 wurden verletzt.
Rettungs- und Bergungskräfte legten das eingestürzte Gebäude von Schnee und Trümmern frei. Ein Gutachter hatte den Zustand der Halle drei Jahre vor dem Unglück trotz erheblicher baulicher Mängel als "gut" bewertet.
Vier Jahre nach dem Einsturz wird die Tragödie vor Gericht ein weiteres Mal verhandelt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat den Freispruch des Landgerichts Traunstein für den Gutachter des Hallendachs aufgehoben. Der Mann habe das Dach nicht so sorgfältig untersucht, wie dies gefordert worden sei, entschied das Gericht in Karlsruhe. Deutliche Zweifel äußerte der Senat auch an den Entscheidungen der damaligen Stadtverwaltung.
Am Tag nach dem Einsturz kam auch größeres Räumgerät zum Einsatz. Der BGH verwies den Fall jetzt zurück an das Landgericht Traunstein.
Im Januar 2008 begann der Strafprozess um die Schuldfrage. Das Landgericht Traunstein verurteilte in der Folge den Bauingenieur, der das Flachdach entworfen und dessen Bau überwacht hatte, zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung. Ein Architekt und der Gutachter, der das Dach vor dem Unglück untersucht hatte, wurden freigesprochen.
Nach dem Unglück wurde in Bad Reichenhall zunächst ein provisorisches Mahnmal errichtet, das mit 15 Kreuzen an die am 2. Januar 2006 zu Tode gekommenen Opfer erinnert.
Zum vierten Jahrestag des Einsturzes wurde eine neue Gedenkstätte errichtet.