Bademode - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Der Badeanzug Sommer, Sonne, Latex

Baywatch hin, Pamela Anderson her: Der Badeanzug ist passé, am Strand regiert der Bikini. Oder nicht? Jetzt taucht der Einteiler wieder auf, in dem einst Generationen von Damen baden gingen - und beweist, dass ein Stück Stoff ausreicht, um das Interesse der Umwelt zu wecken.
1 / 31

Gefährliche Raubkatze: Der Leopardenbadeanzug war das Must-have der Fünfziger Jahre. Die Eleganz, Wildheit und Unberechenbarkeit der Raubkatze machte man sich in der Bademode zunutze, um den gewissen Hauch sinnlicher Verruchtheit zu schaffen. Die Rolle als wilde Raubkatze verkörperte die Leinwandschönheit Gene Tierney hier Anfang der Fünfziger Jahre ebenso gut wie ihre Paraderolle als geheimnisvolle Laura im gleichnamigen Film von 1944.

2 / 31

Sinnlichkeit in Rot: Marilyn Monroes in einem roten Badeanzug im Film "Manche mögen's heiß" von 1959.

Foto: ddp images
3 / 31

Matrosenlook zum Baden: Mit Streifentrikot und Banjo ein Ständchen am Strand - die verrückte und freizügige Bademode der zwanziger Jahre zeigt sich an diesem Mädchen besonders gut.

Foto: Getty Images
4 / 31

Covergirl der "Sports Illustrated": Mit diesem Cover-Foto der begehrten Badeanzugs-Ausgabe der Zeitschrift "Sports Illustrated" begann 1998 die Karriere von Heidi Klum. Schlagartig wurde sie als aufgehender Stern am Modelhimmel gefeiert und reihte sich in die Liga der Supermodels. Charakteristisch für den Badeanzug der neunziger Jahre war der hohe Beinausschnitt.

Foto: ipol_Spellman / dpa
5 / 31

Graziös wie Grace: In diesem schwarzen Einteiler macht Grace Kelly ihrem Vornamen alle Ehre. Ohne jegliche Pose, wirkt sie in diesem schlicht gerafften Badeanzug anmutig und graziös wie eine Königin. 1956 zog sich die amerikanische Schönheit vom Filmgeschäft zurück und heiratete Fürst Rainier III von Monaco.

Foto: Keystone / Getty Images
6 / 31

Badespaß an der Copacabana: In den Siebzigern und Achtzigern eroberte der Bikini die Strände dieser Welt und stellte den Badeanzug nahezu vollends in den Schatten. Prüderie war passé, "Oben Ohne" und Nacktheit normal. Der brasilianische Tanga-Bikini bestand eigentlich nur noch aus um den Körper gewundenen Kordeln. An der Copacabana hat das knappste Bekleidungsstück der Welt immer noch Tradition. Aufnahme aus dem Jahr 2003.

Foto: dpa
7 / 31

Long Island Lolita: In den dreißiger Jahren wurde das Sonnenbaden auf dem Handtuch populär - wie hier vor der Küste New Yorks.

Foto: Getty Images
8 / 31

Verführerische Scarlett: Seit seinem Film "Scoop - Der Knüller" (2006) heißt Woody Allens neue Muse Scarlett Johansson. Das kann man ihm angesichts der geballten Ladung Sexappeal, die die junge Schauspielerin versprüht, kaum verübeln. Im schlichten roten Badeanzug ist sie tatsächlich der Knüller.

Foto: ddp images
9 / 31

Latex-Queen: Die amerikanische Schönheit Rita Hayworth (1918 - 1987) in einem Latexbadeanzug, wie er um 1940 in Mode war, am Swimming Pool des Beverly Hill Hotels in Kalifornien.

Foto: Getty Images
10 / 31

La Lollo: Mit Blumenbadehaube und Blumenbadeanzug verdrehte Maria alias Gina Lollobrigida Charles Richmond im Film "Die Strohpuppe" (1964) den Kopf, verliebte sich aber in dessen Neffen Anthony - einen Schlawiner gespielt von Sean Connery.

Gina Lollobrigida zählte zu den begehrtesten Frauen der Welt. Als Inbegriff italienischer Schönheit vom Lande zog "La Lollo" unzählige Männer in ihren Bann. Sie begeisterte nicht nur mit Schönheit und schauspielerischem Können sondern auch mit fotografischem Geschick. Sie, die selbst eine der am meisten abgelichteten Filmstars war, porträtierte auf beeindruckende Weise Größen wie Fidel Castro, Paul Newman oder Salvador Dali.

Foto: imago/ United Archives
11 / 31

Mit Streifen, Charme und Haube: Zwei englische Landladys in typischen Badekostümen aus dem Jahre 1914 witzeln für Fotografen am verschneiten Strand (Aufnahme von ca. 1975). Mit Knickerbockern und weiter Tunika bedeckte die züchtige Frau von damals möglichst viel Haut (links). Erst in den Zwanzigern zeigte sie mehr Bein und Figur. Das Badetrikot für den Mann (rechts) gab es schon seit 1870/80. Von England aus schwappte die Mode des längs gestreiften Zebra-Badeanzugs nach Deutschland und Frankreich über und hielt sich Jahrzehnte lang.

Foto: Getty Images
12 / 31

Borat goes Badeanzug: In einem neongelben Hauch aus Nichts beweist Sacha Baron Cohen alias Borat im Film "Borat - Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation Kasachstan zu machen" (USA 2006), dass der Badeanzug - oder besser das was von ihm übrig geblieben ist - nicht bloß an Frauenkörpern fantastisch aussieht.

Foto: ddp images
13 / 31

Das erste Schwimm-Trikot: "Ich will schwimmen - und das kann ich nicht mit einer Wäscheleine voll Stoff an meinem Körper!", verteidigt sich die australische Wettkampf-Schwimmerin und Schauspielerin Annette Kellerman, als sie 1907 mit einem enganliegenden, einteiligen Anzug mit Bein am Strand von Boston erschien. Doch die Polizei kannte kein Pardon und verhaftete sie sogleich wegen "anstößiger Enthüllungen". Der nasse Anzug klebte an ihrem Körper und zeigte ihre Figur. Nur ein Jahrzehnt später wurde das Baumwoll-Trikot mit freien Armen und bis zum Knie bedeckten Beinen populär und mauserte sich in den wilden Zwanzigern zum Verkaufsschlager.

14 / 31

Auf einer Insel: Wie eine Sonnenkönigin schmachtet Esther Williams 1948 im Film "Auf einer Insel mit dir" (On An Island With You, USA 1948, Regie: Richard Thorpe) nach Peter Lawford.

Foto: imago/ United Archives
15 / 31

Franzi und Arena: An der 18-jährigen Weltklasse-Schwimmerin Franziska van Almsick sieht ein Arena-Sportbadeanzug doch ganz ansehnlich aus. Damals im Schul-Schwimmunterricht Ende der Achtziger waren diese schnöden, synthetischen Dinger allerdings kein Hingucker. Aufnahme von ca. 1996.

Foto: dpa
16 / 31

Badekostüme: Coco Chanel zeigt 1924 als Kostümbildnerin im Musiktheaterwerk "Le train bleu" von Jean Cocteau, was die Bademode der wilden Zwanziger zu bieten hat: Viel Haut und Bewegungsfreiheit. Die Tänzer von Diaghilevs "Ballets russes" können sich in diesen bequemen Kostümen den modernen Choreographien hingeben.

Foto: Getty Images
17 / 31

Schöne Rücken: In den dreißiger Jahren wurde das Sonnenbad zum Kult. Die amerikanischen Bademodenhersteller reagierten mit einem tiefen Rückenausschnitt. Aufnahme aus dem Jahr 1934.

Foto: Getty Images
18 / 31

Der Burkini: Ein wenig seltsam sieht er schon aus - der Badeanzug für muslimische Frauen. Doch das ist völlig zweitrangig, denn diese Mischung aus Burka und Bikini ermöglicht muslimischen Frauen endlich uneingeschränktes Badevergnügen. Die Australierin libanesischer Abstammung Aheda Zanetti erfand den sogenannten Burkini. In ihrer Boutique in Sydney kann man den islam-kompatiblen Ganzkörperanzug, der eigentlich ein Zweiteiler ist, für ca 120 Euro erstehen. Erst gab es die muslimische Badeklamotte nur in dezentem Schwarz. Jetzt gibt es sie in leuchtend Rot und Gelb als Rettungsschwimmer-Uniform.

Foto: Matt King/ Getty Images
19 / 31

Schaut her! Die amerikanische Schauspielrin Jayne Mansfield präsentiert sich keck im knappen Badeanzug.

20 / 31

Barbara Stanwyck: Die Hollywoodikone posiert in einem modischen gestreiften Badeanzug, 1953.

21 / 31

Baywatch-Babe: Im Spätsommer 1990 ereignete sich ein merkwürdiges Phänomen in Deutschland. Sämtliche Schuljungs ließen jeden Donnerstag Bandprobe, Mädchenverabredungen oder Sportklub sausen, und setzten sich stattdessen punkt 17.55 Uhr vor den Flimmerkasten. Wie gebannt starrten sie auf makellose Frauenkörper im roten Badeanzug wie sie - begleitet von lauter Musik - in Zeitlupe über den Strand hechteten. Nicht die dünne Handlung, sondern vor allem der dünne Badeanzug von Pamela Anderson sorgte für den Erfolg der Serie "Baywatch", die ganze zehn Jahre von 1990-2000 im deutschen Fernsehen lief.

Foto: DPA
22 / 31

Buntes Sonnenbad: Neon war die Farbe der Achtziger - auch in Sachen Bademode. Ob mit Sternen oder Streifen - Hauptsache grelle Farben und und glänzender Stoff.

Foto: dpa
23 / 31

Pin-up Girl: Betty Grables berühmte Pin-up-Pose zierte unzählige Kasernenspints während des Zweiten Weltkriegs. In den Jahren 1947/48 war sie die bestbezahlte Hollywood-Schauspielerin (300.000 Dollar im Jahr). 20th Century Fox ließ ihre Beine für eine Millionen Dollar versichern. Aufnahme vorn von 1942.

Foto: imago
24 / 31

Autogrammstunde am Strand: Mit ihrem Tanz und ihrer Stimme eroberte Josephine Baker nicht nur das Pariser Publikum im Sturm. An einem Strand in der Nähe von Kopenhagen sind die Dänen so von ihr begeistert, dass es die Direktion des Badestrands vorzog, einen Zaun um sie herum zu errichten. Der helle Badeanzug hebt sich deutlich von ihrer dunklen Haut ab.

Foto: AP
25 / 31

2008 wurde das Jahr der "Cutout"-Badeanzüge: Auf der "Fashion Week" am 13. Juli 2007 in Miami Beach wurde dazu dieses Modell vorgestellt. In den Kaufregalen fanden sich diese wie aneinandergeknüpft wirkenden Stofffetzen en masse.

Foto: Mark Mainz / Becca / Getty Images
26 / 31

Ein Klassiker: "Cutout"-Badeanzüge gibt es allerdings schon lange - wie dieses geblümte Modell von 1948.

Foto: imago
27 / 31

Deutlich mehr Stoff: Diese beiden Damen präsentieren die revolutionäre Bademode der zwanziger Jahre.

28 / 31

"Oben Ohne" trotz Badeanzug: Nach einer Fashion Show entspannen zwei Models im brustfreien Badeanzug von Rudi Gernreich am Pool des Continental Hotels. Was wohl passieren würde, wenn man sich heute mit einem Rudi-Gernreich-Monokini im Freibad sehen lassen würde? Entsetzen? Wohl kaum. Schließlich sind wir an Stränden und in Freibädern schon seit den Achtzigern mit nichts als einem Kordel-Tanga konfrontiert worden und "Oben Ohne" längst keine Schocker mehr. Lachkrampf? Gut möglich. Vielleicht sieht so aber auch die Bademode der Zukunft aus.

29 / 31

Fast nackt in der Sonne: Elle MacPherson, auch genannt "The Body", ziert das Februar-Cover 1986 der Zeitschrift "Sports Illustrated". Ihr Badeanzug erinnert an den "Monokini" des Designers Rudi Gernreich, der in den Sechziger Jahren noch auf völliges Unverständnis stieß. Im Gegensatz zu Gernreichs Kreation, bedeckt der Badeanzugsstoff hosenträgerartig hier noch die Brustwarzen. In den Siebzigern und Achtzigern wurde "Oben-Ohne" zum Kult auf fernen Stränden.

30 / 31

Modenschau im Freibad: Zwei junge Frauen freuen sich über Abkühlung unter der Dusche in einem englischen Freibad im Jahr 1918. Ihre nassen, am Körper klebenden Bade-Trikots kamen gerade erst in Mode und waren in vielen Kreisen wegen ihrer Freizügigkeit noch umstritten.

Foto: Getty Images
31 / 31

Frauenpower in Herrenweste: Rudi Gernreichs Bademode richtete sich gegen den kurvenbetonten Miederbadeanzug der fünfziger Jahre und das amerikanische Busenwunder. Seine Kreationen entlehnte er gerne der Herrengarderobe, wie hier einer Anzugweste. Mit nackter Haut von Hals bis Bauchnabel zitiert er die Knopfleiste.

Foto: AP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?