US-Wahlkampf 2012 Die Stunde Barack Obamas
Die Reaktionen auf Obamas Rede fielen in Amerika zurückhaltend aus. "Solide", hieß es, aber auch "Er hat's vermasselt."
Die fünf Schlussminuten seiner Rede waren die stärksten: Obama bekannte sich zum Schlüsselwort seiner Wahlkampagne vor vier Jahren: Hope. Die Hoffnung sei immer noch lebendig, sagte der Präsident. Nur gemeinsam könnten die Amerikaner es aus der Krise schaffen.
Nach der Rede kamen Michelle Obama und die Töchter Malia und Sasha auf die Bühne, um Ehemann und Vater zu beglückwünschen.
Joe Biden hatte vor Obamas Rede das Publikum auf "Four more years", vier weitere Jahre eingestimmt.
Die Erleichterung war Obama ins Gesicht geschrieben: Die große Rede hat er mit bewährtem Können abgeliefert. Bleibt die Frage, ob er auch bei noch unentschiedenen Wählern punkten konnte.
Zumindest diese drei hat Obama voll überzeugt: Michelle Obama mit den Töchtern Malia (li.) und Sasha.
"Wir können es schaffen": Obama hielt eine kämpferische Rede, rechnete mit dem Wahlprogramm seines Widersachers Mitt Romney ab und appellierte an den Gemeinschaftssinn der Amerikaner.
Barack Obama kurz vor der wichtigsten Rede seiner Amtszeit. Die Botschaft: "Es geht vorwärts, Amerika!"
Mehrfach wurde auf Michelle Obamas begeisternde Rede auf dem Parteitag angespielt. Sonderlob dafür gab's vom Ehemann.
Diese Bilder durften nicht fehlen, Amerikaner lieben die Inszenierung des Zwischenmenschlichen.
Küsschen und aufmunternde Worte für den Präsidenten von Ehefrau Michelle kurz vor Beginn der Rede.
Vizepräsident Joe Biden erinnerte die Amerikaner daran, wie die Regierung die Automobilindustrie durch ein umfangreiches Subventionsprogramm vor dem Zusammenbruch bewahrte. "Da ging es nicht um Autos, es ging um die Menschen, die diese Autos bauen."
Biden sprach unmittelbar vor Obama: Seine Rede hatte den von Amerikanern so geliebten Schmalz und eine kämpferische Note: "Ich will Ihnen den Präsidenten zeigen, wie er wirklich ist", so Biden.
Jill Biden, Frau des Vizepräsidenten, pries die Verdienste ihres Mannes Joe an.
Ein "Danke" an die Veteranen der US-Armee, die im Irak und in Afghanistan kämpften.
Im Auditorium: Michelle Obama, die zwei Tage zuvor eine mitreißende Rede gehalten hatte. Rechts neben ihr ihre Mutter, Marian Robinson.
Full House: Eva Longoria sprach zu den Delegierten in Charlotte, North Carolina. Die Schauspielerin, bekannt aus "Deperate Housewives", warb für Obamas Wiederwahl. Sie erinnerte sich an ihre Jugend in bescheidenen Verhältnissen und attackierte die Steuerpläne von Obamas republikanischem Herausforderer Mitt Romney.
Romney, so Longoria, "würde die Steuern für Mittelschichtsfamilien erhöhen, um seine eigenen - und meine - zu verringern", sagte sie. Der falsche Weg, sagte Longoria. Als sie früher in einem Fast-Food-Restaurant arbeitete, habe sie diese Steuererleichterungen benötigt. "Aber die Eva Longoria, die auf Filmbühnen arbeitet, braucht sie nicht", sagte sie.
Als Repräsentantin der berühmtesten amerikanischen Politikerdynastie Amerikas trat Caroline Kennedy auf.
Keine wurde so umjubelt wie die frühere Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords. Sie war bei einem Attenat im Januar 2011 lebensgefährlich verletzt worden - und kam nun in Charlotte auf die Bühne. Der Saal tobte.
Giffords rührte mit ihrem Auftritt viele zu Tränen.
Hollywood-Schauspielerin Scarlett Johansson lobte Obamas Einsatz für Sozialprogramme: "Ich spreche hier nicht als Repräsentantin des jungen Hollywood, sondern als Repräsentantin der vielen Millionen jungen Amerikaner, vor allem jungen Frauen, die zum Überleben von öffentlichen Leistungen abhängig sind", sagte sie.