Barbie wird 50 - DER SPIEGEL
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Spielzeugikone Modepüppchen mit Ambitionen

Fräuleinwunder mit Vorgeschichte: 1959 präsentierte der Spielzeugkonzern Mattel das Plastikgirl mit den Supermodelmaßen. Heute werden auf der Welt jede Sekunde drei Barbies verkauft. Dabei hatten die Amerikaner den Dreh mit der schlanken Schönen geklaut - bei der "Bild"-Zeitung.
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Barbies Vorbild: Die "Lilli"-Anziehpuppe kam 1955 auf den deutschen Markt, nachdem ihr gezeichnetes Vorbild in der "Bild"-Zeitung großen Anklang gefunden hatte.

Foto: www.barbies.de
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Supermodel und Weltstar: Die Regentschaft von Barbie ist inzwischen global - heute werden nach Herstellerangaben drei Puppen pro Sekunde verkauft.

Foto: Lawrence Lucier / Getty Images
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Auftritt in New York: Am 9. März 1959 wird auf der New Yorker Spielzeugmesse die erste "Barbie"-Puppe vorgestellt, als "Teen Age Fashion Model". Sie ist 29,5 Zentimeter groß, in blonder und brünetter Haarpracht erhältlich, und mit Lilli nahezu identisch. Im ersten Jahr verkaufen sich bereits 350.000 Exemplare. Als sie 44 Jahre später wieder bei der New Yorker Spielwarenmesse auftritt, ist sie längst ein Weltstar und so bekannt wie Coca Cola oder McDonalds. An ihre deutsche Vorlage daran entgegen erinnert sich heute kaum noch jemand.

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Neue Liebe für eine alte Puppe: Mit inzwischen 50 Jahren sieht Barbie so jung aus wie eh und je. Schönheits-OPs? Die 29-cm-Blondine schweigt. 2004 stellte sie nach der Trennung von Langzeitliebe Ken ihren neuen Freund Blaine vor, einen australischen Surfer. Inzwischen, so heißt es, sind Barbie und Ken aber wieder verliebt wie eh und je.

Foto: AFP
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Lilli - das Original: Der Hamburger Karikaturist Reinhard Beuthien erfand 1952 "Lilli" als Hauptfigur für eine Cartoon-Serie in der "Bild"-Zeitung. Lillis Erfolg war so groß, dass sie ab 1955 auch als Anziehpuppe produziert wurde, welche sich 130.000 Mal verkaufte. Inspiriert durch Lilli brachte der US-Hersteller Matell vier Jahre später eine Anziehpuppe heraus, die Lillis Berühmtheit noch weit übertreffen sollte - Barbie.

Foto: Reinhard Beuthien
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Hardcore-Barbie: Das Modell No. 5 der Barbie-Lingerie-Linie, designt von Robert Best, wurde im Februar 2002 bei einer Spielzeugmesse in New York vorgestellt. Ist das noch Kinderspielzeug?

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Die Lilli aus der "Bild": Bereits im Jahr 1955 erschien diese Spielzeugpuppe auf dem deutschen Markt. Die in Plastik gegossene Hauptfigur einer Cartoon-Serie aus der "Bild"-Zeitung gilt heute als die Vorläuferin von Barbie.

Foto: AP
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Kanzler-Barbie: Zur 60. internationalen Spielzeugmesse 2009 in Nürnberg stellte der Spielzeughersteller Mattel die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel als Barbie-Puppe vor.

Foto: REUTERS
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Der Vater der Bild-Lilli: Reinhard Beuthien wuchs in Travemünde an der Ostsee auf. Dort offenbarte sich bereits früh eine besondere künstlerische Ader, damals allerdings noch mit kindlichem Repertoire: "Als kleiner Dreikäsehoch zeichnete ich nur Lokomotiven. Das war damals das Ungeheuerlichste für mich. Etwas später Pferde. Auch sie wirkten furchterregend", erinnerte sich Beuthien 1951 an seine Anfänge. Als Karikaturist nahm er später Prominente und Politiker aufs Korn - berühmt machte ihn jedoch die Bild-Lilli 1952. Einige Jahre später versuchte er es bei der Münchener Abendzeitung noch einmal mit dem Konzept heiße Puppe - doch Schwabinchen, sein neuestes Geschöpf, erreichte nicht die Popularität ihrer Vorgängerin.

Foto: Hamburger Abendblatt
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Lilli als Filmstar: 1958 entsteht der Kinofilm "Lilli - ein Mädchen aus der Großstadt", dessen Hauptdarstellerin über die "Bild"-Zeitung ausgesucht wurde.

Foto: ddp images
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Barbie for President: Die schlanke Schöne ist nicht vor Kritik gefeit - Barbie vermittle heranwachsenden Mädchen ein Schönheitsideal, das weder erreichbar noch erstrebenswert sei, mahnen Eltern und Pädagogen. Die Puppe transportiere ein bestimmtes Frauenbild: intellektuell begrenzt, ein dem Mann höriges Blondchen, lautete ein weiterer Kritikpunkt. Der Hersteller begegnet dem mit Barbies im Powerfrauen-Look: Seit den sechziger Jahren gibt es Barbie-Figuren als Astronautin, Unicef-Botschafterin, Basketballspielerin und Präsidentschaftskandidatin.

Foto: Getty Images
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Barbie + Ken: 1964 erwirbt Mattel die Rechte an Lilli - und stellt deren Produktion ein. Barbie hingegen erobert weltweit die Kinderzimmer - oft in Begleitung ihres Freundes Ken.

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Shoppen mit Lilli: Vier Jahre bevor die US-Spielwarenfirma Mattel 1959 die Barbie-Puppe präsentierte, brachte die deutsche Firma O&M Hausser aus Neustadt bei Coburg 1955 Lilli auf den Markt, die rasch zu einem Riesenerfolg wurde. Jedoch nicht ganz so riesig wie der von Barbie allerdings - von der heute nach Herstellerangaben drei Stück pro Sekunde verkauft werden.

Foto: www.barbies.de
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Durchblick mit Chic: Die kesse Stirnlocke, das Markenzeichen der deutschen Anziehpuppe Lilli, wurde von Matell nicht übernommen, als der US-Spielwarenhersteller 1959 seine Barbie auf den Markt brachte. Sonst sah die ihrem deutschen Vorbild täuschend ähnlich.

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Bewegliche Lilli: Auch schon der deutsche Barbie-Vorläufer, die Lilli-Puppe, hatte bewegliche Arme und Beine und konnte den Kopf kokett zur Seite biegen.

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Schmollmund im Abendkleid: Im Vergleich zu Barbie hatte Lilli einen ausgeprägten Schmollmund, eine deutlich höhere Stirn und eine Locke, die ihr kess ins Gesicht fiel. Lilli hatte Sex-Appeal - sie sollte nicht als Babyersatz den Knuddelreflex kleiner Mädchen bedienen.

Foto: www.barbies.de
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