Nach dem Anschlag Barcelona trauert, Barcelona trotzt
König, Premier - und Tausende Bürger und Touristen: Mit einer Schweigeminute gedachten die Menschen in Barcelona am Freitag den 13 Toten des Angriffs vom Vorabend. Bei einem weiteren Vorfall in der Stadt Cambrils ist zudem eine weitere Passantin getötet worden.
Marta Fernandez, 24 Jahre, berichtet, wie sie den Anschlag in Barcelona erlebt hat: "Ich habe gestern in einem Restaurant direkt an Las Ramblas gearbeitet. Plötzlich fingen die Leute an zu schreien, Dutzende sind in unser Restaurant geflüchtet, ich habe mich dann hinten mit ihnen versteckt. Viele Touristen haben geweint. Ich dachte, ich werde sterben. Stundenlang waren wir eingeschlossen. Zusammen mit einer Argentinierin, die ich nicht kannte, habe ich mich dann in der Nacht zu meiner Wohnung durchgeschlagen."
Blumen für die Toten: Am Tatort, der Prachtmeile Las Ramblas, haben seit der Nacht die Bürger der Stadt ihre Trauer bekundet.
Nach der Schweigeminute machen viele Bewohner von Barcelona, zusammen mit Touristen, ihrer Wut und ihrer Trauer Luft.
"Es ist schrecklich, wir fühlen sehr mit den Familien der Opfer. Ich verstehe nicht, wie man so etwas tun kann. Wir wollen nur unsere Freiheit. Wir haben keine Angst!" - das sagt Antonio Santiago, 51 Jahre alt.
Marina Sandi Dagrada (3. von rechts): "Wir sind am Donnerstag zusammen mit einer befreundeten Familie aus Mailand gekommen und mitten in eine Panik auf den Ramblas geraten. Hunderte Menschen sind in Panik Richtung Hafen geflohen. Ich hatte unglaubliche Angst, wusste nicht, was vor sich ging. Der kleine Sohn unserer Freundin ist verloren gegangen, die Tochter bei einem Sturz verletzt worden."
"Wir sind gestern aus Menorca gekommen, leben nicht weit vom Zentrum der Stadt entfernt. Jeden Tag laufen wir hier an den Ramblas entlang. Hier auf den Ramblas halten sich normalerweise mehr Touristen auf, aber es ist auch unsere Straße. Wir fühlen mit den Familien der Opfer, als wären sie unsere Brüder. Die Attentäter haben uns nicht nur 13 Leben genommen, sondern auch unsere Sicherheit." (Meri Badia, 20, und Ernest Dift, 24)
Wir ergeben uns dem Terror nicht - diese Botschaft soll aus Barcelona in die Welt gehen. Und - vor allem - an die Terroristen. Die Miliz "Islamischer Staat" hat behauptet, für den Anschlag verantwortlich zu sein.
"Gestern waren hier Dutzende Personen in meinem Restaurant eingeschlossen. Wir haben die Eisengitter heruntergelassen und versucht, die Leute zu beruhigen. Viele von ihnen waren Touristen. Ein Kollege von mir wurde selbst von dem Lastwagen am Bein erwischt. Ich hoffe nicht, dass die Touristen nun wegbleiben. Nun ist es an der Zeit, Rückgrat zu beweisen." (Xavier Borbolla, 59, Geschäftsführer eines Restaurants an Las Ramblas)
Die Stadt weint, die Stadt trotzt: Trauernde legen auf Las Ramblas Blumen und andere Symbole ihrer Anteilnahme ab.