Barentsburg: Sowjetcharme in Nordpolnähe - DER SPIEGEL
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Barentsburg Sowjetcharme in Nordpolnähe

Das Essen ist schlecht, das Hotel gewöhnungsbedürftig. Wer als Tourist nach Barentsburg auf Spitzbergen kommt, muss leidensfähig sein. Und doch bietet die russische Niederlassung in der hohen Arktis einmalige Erlebnisse.
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Bild am Kulturpalast: Barentsburg, der russische Außenposten auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen, ist ein wundersamer Ort. Nur noch 300 Menschen leben hier; 250 Männer und 50 Frauen.

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Stilles Gedenken: In einer kleinen Holzkapelle wird an die 141 Menschen erinnert, die im August 1996 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen waren. Ihre Tu-154M war wegen Problemen beim Landeanflug gegen einen Berg nahe der Inselhauptstadt Longyearbyen gekracht.

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Chic der Vergangenheit: Wer in Barentsburg übernachten möchte, kann in einem Hotel am Ortsrand unterkommen. Das Haus hat die Anmutung eines FDGB-Ferienheims.

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Marode Technik, leere Kohlelager: Nach einem Brand im April 2008 ist das Bergwerk von Barentsburg einstweilen dicht.

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Barentsburg vom Schiff aus gesehen: Seit rund 90 Jahren fördern Russen auf Spitzbergen Kohle, ein internationaler Vertrag von 1920 gibt ihnen das Recht dazu. Derzeit ruht die Produktion, eine Fischfabrik soll nun in Barentsburg Arbeitsplätze sichern.

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Telefon am Hafen: Die Zeiten, in denen in Moskau das Geld für die arktische Dependance noch etwas lockerer saß, sind längst vorbei.

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Ehemaliger Stall: Die Lebensmittelversorgung in Barentsburg ist nicht unproblematisch. Nur 90 Schweine stehen noch in den Ställen. Die Kuhställe und Gewächshäuser, die es früher gab, sind jetzt mit Müll gefüllt.

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Arbeiter in der Kantine: Obwohl derzeit keine Kohle gefördert wird, ist bei Aufräum- und Ausbesserungsarbeiten viel zu tun.

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Schwimmhalle im Kulturpalast: Für Touristen gibt es in Barentsburg wenig zu tun.

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Ausbesserungsarbeiten: Eine neue Treppe verbindet den Hafen mit dem Ortskern.

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Kohlearbeiter: Russland hat mit Barentsburg einen strategisch ungemein wichtigen Außenposten in Nordpolnähe. Deswegen will Moskau die Siedlung nicht aufgeben.

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Hoheitssymbol: Der mit Abstand repräsentativste Bau in Barentsburg ist das russische Konsulat, das sich hinter einem monströsen grauen Metallzaun am Ortsrand erhebt. Doch die Türen sind verschlossen, der Konsul hat nur wenig Sprechzeiten.

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Mangelnde Hygiene: Der Radlader, der auf seiner großen Schaufel Fleisch in die Kantine der Kohlengesellschaft anliefert, dient nur kurze Zeit später auch zum Mülltransport.

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Ausbesserungsarbeiten: Das Wandbild mit den Bäumen, so spötteln die Einheimischen, stellt den einzigen Wald auf Spitzbergen dar.

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Barentsburg: Gerade einmal 120.000 Tonnen Kohle pro Jahr kratzten die russischen und ukrainischen Bewohner von Barentsburg zuletzt aus dem Berg. Das waren nur vier Prozent dessen, was ihre norwegischen Kollegen in der hundert Kilometer südöstlich gelegenen Mine "Svea Nord" seit 2001 jährlich abbauen.

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Marode Hafenanlagen: Ab und zu legen Touristenboote hier an. Noch seltener ein Versorgungsschiff aus Murmansk.

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Mühsame Arbeiten: Nicht immer halten sich die Russen an die norwegischen Umweltstandards.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?