Barschel-Affäre - Treffen mit dem Tod - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Waterkantgate Termin im Beau Rivage

Am 10. Oktober 1987 reiste "Stern"-Reporter Sebastian Knauer für ein Interview mit dem zurückgetretenen Kieler Regierungschef Uwe Barschel nach Genf. Das Treffen fiel aus: Der Journalist fand Barschel tot in der Hotelbadewanne. In einem Buch schildert er, wie es zu dem grausigen Fund kam.
1 / 6

Uwe Barschels Ehrenwort: Im Kieler Landeshaus gab Uwe Barschel am 18. September 1987 die berühmte "Ehrenwort"-Pressekonferenz, bei der er erklärte, mit den schmutzigen Machenschaften gegen seinen SPD-Konkurrenten Björn Engholm im schleswig-holsteinischen Landtagswahlkampf nichts zu tun gehabt zu haben.

Foto: DPA
2 / 6

Barschels Amtseinführung: Bei seiner Einführung in das Amt des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein legt der damals 38-jährige CDU-Politiker Dr. Dr. Uwe Barschel am 14. Oktober 1982 den Amtseid ab. Fast genau fünf Jahre später trat er am 2. Oktober 1987 zurück, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, er habe im Landtagswahlkampf 1987 zu schmutzigen Tricks gegen seinen SPD-Gegenkandidaten Björn Engholm gegriffen. Wenige Tage später wurde Barschel im Genfer Hotel Beau Rivage tot aufgefunden.

Foto: AP
3 / 6

Hotel Beau Rivage: "Als Journalist war ich bei dem Besuch in seinem Zimmer nicht an den Schuhen oder dem Schlafanzug des ehemaligen Ministerpräsidenten interessiert, sondern an den schriftlichen Unterlagen", schreibt rückblickend der damalige "Stern"-Reporter Sebastian Knauer, der Barschels Leiche fand. "Und die waren so offen auf Nachtisch und Zimmertisch ausgebreitet, als sollten sie als Erstes gefunden werden."

Foto: Christiane_Oelrich/ DPA
4 / 6

Uwe Barschel ist tot: Der Leichnam des zurückgetretenen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel wird am 11. Oktober 1987 aus dem Hotel Beau Rivage am Genfer See getragen. Der Obduktion zufolge starb Barschel an einer Überdosis Medikamente. Wie es allerdings zu der tödlichen Dosis kam, ist bis heute ungeklärt; das Ermittlungsverfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Lübeck 1998 eingestellt. Der damals ermittelnde Staatsanwalt vertritt bis heute die These, Barschel sei einem Mord zum Opfer gefallen.

Foto: PASCAL VOLERY/ AP
5 / 6

Barschels Witwe und Bruder: Am Tag nach dem Tod Uwe Barschels geben seine Witwe Freya und sein Bruder Eike am 12. Oktober 1987 eine Pressekonferenz. Die Familie des Politikers kritisierte scharf die Veröffentlichung des Fotos, welches den Toten in der gefüllten Badewanne seines Genfer Hotels zeigt. Einen persönlichen Brief des Journalisten Sebastian Knauer, der das Foto mit der Kleinbildkamera seines Fotografen aufgenommen hatte, beantwortete Freya Barschel bis heute nicht. Die Familie, die bis heute einen Selbstmord Barschels bezweifelt, veröffentlichte später selbst Obduktionsfotos, die die Mordthese untermauern sollten.

Foto: AP
6 / 6

SPIEGEL-Titel Waterkantgate: Mit der SPIEGEL-Geschichte über Machenschaften des CDU-Ministerpräsidenten Uwe Barschel im schleswig-holsteinischen Landtagswahlkampf 1987 begann die sogenannte Waterkantgate-Affäre. Die Titelgeschichte, kurz vor dem Urnengang erschienen, trug zur Wahlniederlage der CDU und zum Sturz Barschels bei. Tippgeber des Magazins war ein vom Axel-Springer-Verlag als Medienreferent an die Kieler Staatskanzlei ausgeliehene Journalist, der, wie sich herausstellte, äußerst zwielichtige Reiner Pfeiffer.

Foto: DER SPIEGEL
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?