Bauhaus in Chile Balkone mit Rhythmus!
Die Sozialwohnungen der Polblación Aurauco wurden 1940 im Süden Santiagos erbaut. Die Innovation: Zum ersten Mal wurde in Serie gebaut. Die Bewohner, hauptsächlich Minenarbeiter, fanden einen Wohnraum, der funktional, aber auch auf das Zusammenleben ausgelegt war.
Fassaden im Zentrum der chilenischen Hauptstadt verweisen ebenso auf die Architektur des Bauhauses. Das Gebäude im Paseo Huerfanos zeigt sich mit vorgesetzten Einzelbalkonen, die durch die Farbgebung und einen subtilen Versatz zwischen Fenster und Balkon eine dynamische Ästhetik erzeugen sollen.
Das Gebäude in der Calle San Pio X. hat ein streng geometrisches Äußeres. Ein typisches Merkmal für die Bauhaus-Schule: Im sogenannten Vorkurs lernte man, wie Komposition und Wahrnehmung durch das Spiel mit verschieden geometrischen Formen verändert werden.
Die Fassade des Wohnhauses Eliodoro Yañez: Hier sorgen die diagonalen Balkone für Rhythmus.
Wohnraum über mehrere Etagen war wichtig, sollte aber nicht schwer wirken. Das vierstöckige Edificio Villavicencio 378 steht beispielhaft dafür. Von außen umgibt ein Viereck die Fensterfront, wodurch ein Gefühl von Leichtigkeit entstehen soll.
Anfang der dreißiger Jahre wurde die Siedlung San Eugenio im Süden Santiagos erbaut. Hier soll die Architektur das Zusammenleben im sozialen Bau fördern. Die Flure verbinden die verschiedenen Wohnblocks und wollen auf diese Weise die Interaktion zwischen den Bewohnern steigern. Geplante Grünflächen sind Teil der Siedlung.
In Iquique stellt das Architekturbüro elemental halbe Häuser zur Verfügung. Die Siedlungen werden vor allem dann gebaut, wenn schneller und günstiger Wohnraum entstehen soll. Vorher:Die Formen und Linien erinnern an Bauhaus-Architektur.
Nachher: Die andere Hälfte haben die Bewohner der Siedlung individuell gestaltet. Dadurch entsteht ein interessanter Kontrast der Materialien und Formen.
Die Stadt Constitución wurde 2010 fast vollständig von einem Erdbeben und Tsunami zerstört. Ziel war es hier, den Menschen schnell günstigen Wohnraum anbieten zu können. Vorher: In Constitución sind die Linien noch klar und aufgeräumt. In den Häusern gibt es Schlafzimmer, Badezimmer und eine Wohnküche auf etwa 50 Quadratmetern.
Nachher: Manche Hausbesitzer entscheiden sich für mehr Wohnraum, andere für einen Balkon oder eine Terrasse. Es entsteht eine Mischung der Ästhetiken. Auch bei diesem sozialen Wohnprojekt stehen die Bedürfnisse der Bewohner im Mittelpunkt.