Bayer Leverkusen: Der Fluch des Vize-Titels - DER SPIEGEL
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Bayer Leverkusen Der Fluch des Vize-Titels

Bayer Leverkusen kämpft mit dem Ruf als "Ewiger Zweiter". Vier Vizemeisterschaften in sechs Jahren haben Spuren hinterlassen. Dabei schaffte der vormals blasse Werksverein mit Kontinuität, brasilianischer Spielkunst und Reiner Calmund den Aufstieg in die Spitzengruppe der Bundesliga.
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Er war das Gesicht des Vereins: Reiner Calmund, von 1988 bis 2004 Manager des Klubs, etablierte Bayer Leverkusen in der Spitze der Bundesliga. Er intensivierte den Kontakt zum brasilianischen Spieleragenten Juan Figer, über den Bayer-Stars wie Jorginho oder Paulo Sérgio verpflichtet wurden. Zu den größten Erfolgen der Leverkusener gehören der Uefa-Cup-Sieg 1988, der Erfolg im DFB-Pokal 1993 und der Einzug ins Champions-League-Finale 2002.

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Nur einmal stand Leverkusen am Ende eines internationalen Wettbewerbs ganz oben. In der Saison 1987/1988 gewann der Klub unter Trainer Erich Ribbeck (l.) den Uefa-Cup - auf dramatische Weise. Damals gab es auch im Finale noch ein Hin- und Rückspiel. Bei Espanyol Barcelona verlor Bayer in der ersten Partie 0:3. Doch Leverkusen erzielte im Rückspiel durch Milton Tita, Falko Götz und Bum-Kun Cha ebenfalls drei Treffer. Die Verlängerung blieb torlos - im Elfmeterschießen vergaben drei Espanyol-Spieler, Leverkusen siegte 3:2.

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Mit dem Makel des "Ewigen Zweiten" muss Bayer spätestens seit dem Jahr 2002 leben. Nach drei Vizemeisterschaften (1997, 1999, 2000: jeweils hinter dem FC Bayern) kämpfte Leverkusen erneut um die Meisterschaft, erreichte das DFB-Pokal-Finale und stand im Finale der Champions League - auf dem Bild trifft Zinedine Zidane (r., weißes Trikot) gegen Bayer-Keeper Hans-Jörg Butt zum 2:1.

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Für einen Titel reichte es trotzdem nicht: In der "Königsklasse" jubelte Real, im Pokal gewann der FC Schalke 04 (4:2) und die Meisterschale holte sich Borussia Dortmund. Ebenfalls großen Anteil am Vize-Image hatte die Saison 1999/2000. Vor dem letzten Bundesligaspieltag rangierte Bayer mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Dahinter lag Verfolger Bayern München, der aus eigener Kraft nicht mehr Meister werden konnte. Leverkusen brauchte...

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...bei Unterhaching, einem Vorort Münchens, lediglich ein Unentschieden, um die Meisterschaft für sich zu entscheiden. Mit einem Eigentor von Michael Ballack (r.) nahm das Schicksal seinen Lauf und Bayer verlor am Ende 0:2. Wenige Kilometer entfernt siegte Bayern mühelos gegen Bremen und konnte aufgrund des besseren Torverhältnis die Meisterschaft feiern.

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Einer der damaligen Protagonisten war Bernd Schneider, der "deutsche Brasilianer". Er fand seinen Weg nach Leverkusen über Carl Zeiss Jena und Eintracht Frankfurt. Schneider war einer der besten Mittelfeldspieler der Bayer-Geschichte. In 263 Spielen schoß er 35 Tore und bereitete 61 vor. Anhaltende Rückenprobleme zwangen den Nationalspieler schließlich zum Karriereende im Alter von 36 Jahren.

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Eine prägende Figur der Leverkusener Mannschaft war Abwehrchef Jens Nowotny. Er organisierte die Bayer-Abwehr von 1996 bis 2006. Nach massiven Knieproblemen und vielen Operationen musste er 2007 seine Karriere beenden.

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Treffer als Markenzeichen: Ulf Kirsten, dieser Name ist für viele Bayer-Fans der Inbegriff fürs Toreschießen. In seinen 350 Partien von 1990 bis 2003 für den Verein erzielte "der Schwatte" 182 Treffer und liegt auf Platz fünf der ewigen Torschützenliste der Bundesliga. Dreimal wurde er in den neunziger Jahren Torschützenkönig und bestritt insgesamt 51 Spiele für die Nationalmannschaft der BRD. Zuvor war er bereits 49-mal für die DDR aufgelaufen.

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Kirstens Seine Rückennummer 9 erbte der Bulgare Dimitar Berbatov, der in Leverkusen zu internationaler Klasse reifte. In 154 Spielen schoß er 69 Tore und wechselte 2006 zu Tottenham Hotspur. Von dort wechselte er zu Manchester United, für den englischen Top-Klub lief Berbatov bis 2012 auf.

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Schillernde Persönlichkeit: 1996 wurde Christoph Daum als Cheftrainer verpflichtet. Er veränderte den Stil des Teams und brachte attraktiven Offensivfußball nach Leverkusen. Zum unrühmlichen Ende der Ära Daum kam es im Jahr 2000. Eine freiwilige Haarprobe, die ihm Kokainkonsum nachwies, brachte den Bayer-Trainer zu Fall.

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Vom Spieler zum Trainer zum Manager: Seine Spielerkarriere beendete Rudi Völler 1996 bei Bayer. Nach seiner Nationaltrainerkarriere (2000 bis 2004) übernahm er 2005 die Leverkusener Mannschaft als Interimstrainer, um kurz darauf zum Sportdirektor befördert zu werden.

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Völlers ehemaliger Weggefährte Michael Skibbe übernahm zur Saison 2005/2006 das Training in Leverkusen. Völler und Skibbe hatten zuvor schon das Trainergespann bei der Nationalmannschaft gebildet. Nach zwei fünften und einem enttäuschenden siebten Platz wurde Skibbes Vertrag 2008 nicht mehr verlängert. Bayer verpflichtete daraufhin Bruno Labbadia, der allerdings nur eine Saison blieb.

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Von ihm übernahm Jupp Heynckes 2009 das Traineramt. Der erfahrene Coach blieb gleich die ersten 24 Spiele der Saison ohne Niederlage und stellte damit einen neuen Startrekord in der Bundesliga auf. In der Abschlußtabelle belegte Bayer Rang vier.

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Der Mann im Hintergrund: 1998 wurde Wolfgang Holzhäuser kaufmännischer Geschäftsführer bei Bayer Leverkusen. Seit 2004 ist er Sprecher der Geschäftsführung. Im September 2013 gab er sein Amt auf.

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Wieder nur Zweiter: Das letzte Finale erreichte Bayer Leverkusen im Mai 2009 im DFB-Pokal. Werder Bremen siegte 1:0 und Mesut Özil festigte mit seinem Tor den "Vizekusen"-Ruf des Bayer-Teams. Auf dem Bild spielt der Brasilianer Diego fünf Leverkusener schwindelig.

Foto: ddp
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Rückkehr aus England: Vier Jahre spielte Michael Ballack für den FC Chelsea in der Premier League. Dann kam er zurück in die Bundesliga - traditionell mit der Nummer 13. Nachdem er bereits von 1999 bis 2002 bei Bayer unter Vertrag stand, kehrte er 2010 zurück ins Leverkusener Mittelfeld. Zwei Spielzeiten blieb er dort, konnte aber nicht wirklich überzeugen. Im Sommer 2012 dann der erneute Abschied aus Leverkusen.

Foto: dapd
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Nach Ulf Kirsten wurde Stefan Kießling in der Saison 2012/2013 der zweite Bundesliga-Torschützenkönig aus Leverkusen. Der Stürmer traf 25-mal, Bayer qualifizierte sich erneut für die Champions League.

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Mit großen Zielen ging es in die folgende Spielzeit, doch nach einer guten Hinrunde brach die Mannschaft ein. Trainer Sami Hyypiä musste gehen, immerhin sicherte sich Bayer noch die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation. Als Hyypiäs Nachfolger wurde Roger Schmidt verpflichtet.

Foto: Marius Becker/ dpa
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