Leverkusen in der Einzelkritik Ein Verteidiger war der gefährlichste Angreifer
Bernd Leno, Tor: Stand unter besonderer Beobachtung, seinetwegen war Bundes-Torwarttrainer Andreas Köpke angereist. Der sah gleich eine kleine Nachlässigkeit des 23-Jährigen, als er Mkhitaryan anschoss. Nachher klärte er in Manuel-Neuer-Manier 30 Meter vor dem eigenen Tor gegen Aubameyang. Ansonsten außer durch Rückpässe nicht beschäftigt. Erst nach der Pause gefragt und gleich auf der Höhe. Am Gegentor machtlos. Danach im Eins-gegen-eins gegen Reus ganz stark.
Tin Jedvaj, Abwehr (bis 57.): Traute sich mehr zu als Wendell auf der anderen Seite und stand bei eigenem Ballbesitz häufig schon in der gegnerischen Hälfte. Blieb aber ohne die ganz große Offensivaktion. Defensiv ohne echte Probleme. Da er nach seiner langen Verletzungspause noch nicht wieder bei 100 Prozent ist, durfte er nach knapp einer Stunde raus.
Roberto Hilbert, Abwehr (ab 57.): Kam wie zuletzt häufiger in der zweiten Hälfte für Jedvaj. Versuchte, sich in die Offensive einzuschalten und schlug einige Flanken. Im Gedächtnis blieb nicht viel davon.
Jonathan Tah, Abwehr: Stand hinten gewohnt sicher und gewann so ziemlich jeden Zweikampf. Sorgte mit seinem beherzten Eingreifen bei einem der wenigen Dortmunder Konter für den größten Jubel der ereignisarmen ersten Hälfte. Mit dem Ball am Fuß aber nicht immer so souverän. Entweder spielte er zurück auf Leno oder schlug ihn lang nach vorne, wo er direkt bei den Gästen landete. Vorne durch Kopfbälle nach Standards gefährlicher als der komplette Bayer-Sturm zusammen.
Ömer Toprak, Abwehr (bis 46.): Seit Wochen auf Topniveau, auch gegen den BVB immer Herr der Lage ohne auch nur einen Wackler. Wurde allerdings auch nur wenig geprüft, da der BVB den Gastgebern Ball und Spielkontrolle überließ. Den Spielaufbau delegierte er an Nebenmann Jonathan Tah. Sorgte für die einzige Schrecksekunde, als er verletzt liegen blieb und lange draußen behandelt wurde. Kehrte noch mal zurück, blieb zur Pause aber in der Kabine.
Kyriakos Papadopoulos, Abwehr (ab 46.): Kam für den angeschlagenen Toprak und setzte gleich mal ein Zeichen, als er Leitner im Mittelkreis umtrat und dafür Gelb bekam. Nicht so souverän wie Toprak, aber ohne großen Fehler.
Wendell, Abwehr: Wie immer in den vergangenen Wochen, wenn es gegen spielstarke und schnelle Gegner geht, etwas defensiver. Hatte vor der Pause nur einen ordentlichen Flankenlauf. Klärte hinten einmal stark gegen Mkhitaryan, sonst meist unauffällig. Es sei den, er rannte sich fest.
Christoph Kramer, Mittelfeld: War der der Chef auf Leverkusener Seite. Kümmerte sich um zweite Bälle, ging hart in die Zweikämpfe, bot sich seinen Kollegen als Anspielstation an, verteilte Bälle. Ungemein aufmerksam und aktiv. Eines der besten Spiele seit seiner Rückkehr aus Mönchengladbach. Hatte allerdings auch keine Ideen, um die Gäste zu knacken.
Kevin Kampl, Mittelfeld (bis 46.): War gegen seinen Ex-Verein längst nicht so auffällig wie sonst. Lief wie immer fleißig Lücken zu und arbeitete viel für die Nebenleute. Langte auch mal hin, wenn es nicht anders ging und unterband so Konter es BVB. Sah deswegen schon früh die Gelbe Karte. Rückte bei eigenem Ballbesitz auf außen, trat offensiv aber so gut wie gar nicht in Erscheinung, weil die Bälle meist über ihn hinwegsegelten.
André Silva Ramalho, Mittelfeld (ab 46.): Kam für Kampl, orientierte sich aber etwas defensiver. Nach dem Gegentor mehr als Spielgestalter gefragt, zunächst mit einigen Ungenauigkeiten bei langen Bällen, später mit guten Spielverlagerungen und klugen kurzen Pässen.
Karim Bellarabi, Mittelfeld: Von ihm heißt es, er blühe auf, wenn Javier Hernández nicht auf dem Platz ist. Das war er am Donnerstag in Lissabon zu sehen, als er das Tor des Tages beim 1:0-Sieg erzielte. Nun war Hernández wieder da, und Bellarabi tauchte lange Zeit ab. Vor der Pause fiel er nur durch erfolglose Dribblings auf. Nach der Pause direkt mit einer Riesenchance. War fortan im Spiel und legte sich gleich mit Sokratis an. Wechselte danach auch mal die Seiten und stemmte sich am meisten gegen die Niederlage. Kurz vor Schluss mit einem starken Lauf und einer noch besseren Vorlage auf Herndández, doch der verzog.
Admir Mehmedi, Mittelfeld: Spielt zuletzt wieder häufiger von Beginn an. Das Spiel lief aber weitestgehend an ihm vorbei. Bekam kaum Bälle, tat aber auch nicht viel dafür, sie zu bekommen. Fast ohne Aktion.
Javier Hernández, Angriff: Bayers Top-Torjäger hatte zuletzt gefehlt, sein Einsatz war auch gegen Dortmund bis kurz vor Anpfiff fraglich. Wurde dann doch rechtzeitig fit, bekam aber kaum Bälle und hatte entsprechend auch keine gelungene Aktionen. Ließ sich hin und wieder ins Mittelfeld zurückfallen, um sich die Bälle selbst zu holen. Meist blieb es beim Versuch. Erst nach der Pause etwas präsenter und in der Schlussphase mit der Riesenchance.
Stefan Kießling, Angriff: War an Einsatzfreude kaum zu überbieten, doch gelingen wollte ihm nichts. Verlor sämtliche Luftduelle mit Hummels, und weil er sonst keine Anspiele bekam, passierte offensiv nichts. Leistete sich vor dem 0:1 auch noch den entscheidenden Ballverlust und fiel danach fast nur noch durch Fouls auf.