Bayer in der Einzelkritik Der Hakan, der kann
Bernd Leno (Tor): Sein erster Einsatz war die mühelose Parade eines harmlosen Kopfballs von Johua Kimmich (18.). Hätte nach einer halben Stunde den Schuss von Philipp Lahm aber weiter zur Seite fausten müssen. So landete seine zu zentrale Abwehr bei Thiago, der die Führung der Bayern köpfte. Beim zweiten Gegentor chancenlos, sonst sehr souverän und fehlerlos.
Benjamin Henrichs (Abwehr): Der 19-Jährige lieferte sich auf der rechten Abwehrseite packende und aus seiner Sicht meist erfolgreiche Zweikämpfe mit Gegenspieler David Alaba. Eine zuverlässige Stütze im Defensivspiel von Bayer. Vor dem Gegentor zum 0:1 stand er allerdings zu weit vom Österreicher weg, konnte daher die Flanke Alabas nicht verhindern.
Jonathan Tah (Abwehr): Wie schon in den meisten Spielen der bisherigen Saison oft sehr präsent und aufmerksam, unterband oft Ansätze der Bayern auf eine größere Chance. Vor dem Gegentor zum 0:1 stand er allerdings nur halbherzig am eigenen Fünfmeterraum und ließ Alabas Flanke passieren. Auch beim zweiten Bayern-Tor mit suboptimalem Stellungsspiel.
Aleksandar Dragovic (Abwehr): Durfte wegen der Verletzung von Ömer Toprak von Beginn an ran. Der Österreicher, der im Sommer von Dynamo Kiew nach Leverkusen gekommen war und bei seinen unregelmäßigen Einsätzen bislang eine eher durchwachsene Saison spielte, stand meist eng bei Robert Lewandowski und Thomas Müller und ließ sie kaum zur Entfaltung kommen. Ließ diese Konsequenz beim zweiten Tor der Bayern durch Mats Hummels aber vermissen.
Wendell (Abwehr): Ab und an schaltete sich der brasilianische Linksverteidiger auch ins Offensivspiel an, seine Flanken nach innen aber kamen zu ungenau. Im Spiel nach hinten souveräner, entnervte immer wieder Joshua Kimmich. Bei der Vorgeschichte zum 0:1 allerdings ließ er seinem Gegenspieler zu viel Platz, Kimmich konnte den Ball ungehindert in die Mitte spielen.
Kai Havertz (Mittelfeld): Der 17-Jährige, der erst am 10. Spieltag in der Partie gegen Darmstadt sein Debüt in Leverkusens Startelf gegeben hatte, zeigte sein Talent auch gegen die Bayern. Ballsicher und selbstbewusst, immer anspielbereit. Versuchte sich nach 80 Minuten auch mit einem Distanzschuss, der Manuel Neuer aber keine Probleme bereitete. Ein Mann mit Zukunft.
Kevin Kampl (Mittelfeld): Rackerte und wirbelte wie immer sehr beherzt, kämpferisch eine gute Leistung. Aber wie so oft sah es bei nach mehr aus, als letztlich dabei herauskam. Oft unpräzise in seinen Zuspielen, mehr umständlich als zielführend. Deutliches Steigerungspotenzial.
Charles Aranguiz (Mittelfeld): War überall zu finden, links, rechts und vor allem zentral. Der Chilene, der vor knapp zwei Wochen angeschlagen von den WM-Qualifikationsspielen in Südamerika zurückgekommen war, machte eine unaufgeregte, aber gute Partie. Stand beim Kopfball von Thiago zum 0:1 auf der Linie, wurde aber auf dem falschen Fuß erwischt, konnte darum nicht mehr klären.
Julian Brandt (Mittelfeld, Archiv)): Nach seinen beiden ersten Saisontoren an den vergangenen zwei Spieltagen gegen Darmstadt und Leipzig erzielte der 20-jährige Nationalspieler diesmal zwar kein Tor, bereitete aber mit einem herrlichen Zuspiel auf Hakan Calhanoglu den Ausgleich zum 1:1 vor. Immer wieder Ballverteiler im Spiel nach vorne, wurde nach einer Stunde ausgewechselt.
Hakan Calhanoglu (Angriff): Erkämpfte sich viele Bälle, blieb in seinen Offensivaktionen aber meist harmlos bis auf den einen genialen Moment zehn Minuten vor der Pause. Ein genialer Doppelpass mit Julian Brandt, den er mit einem herrlichen Schuss unter die Latte zum 1:1-Ausgleichstor abschloss. Der 22-Jährige vergab aber die letzte Chance, sein Freistoß zum Ende der Nachspielzeit landete in den Armen von Manuel Neuer.
Admir Mehmedi (Angriff): Nur auf zwei Tore kam der Schweizer Nationalstürmer bislang in dieser Saison, zu wenig für einen Angreifer mit seinen Ansprüchen. Und auch gegen die Bayern machte der 25-Jährige ein ganz schwaches Spiel, ohne Ideen und ohne Durchsetzungsvermögen. Nach einer Stunde wurde er für Chicharito ausgewechselt.
Chicharito (Angriff): Der Mexikaner kam erst nach einer Stunde ins Spiel. Viel Impulse setzte er nicht. Lief immer wieder ins Abseits, war für seine Mitspieler nicht mehr anspielbar. Stand einmal frei vor Manuel Neuer, passte den Ball weiter, anstatt selbst zu schießen. Nicht sein Abend.
Kevin Volland (Mittelfeld): Wurde nach einer knappen Stunde eingewechselt, kurz nach dem 1:2, um Schwung in die Offensive zu bringen. Hatte selbst die große Chance zum Ausgleich, als er knapp zehn Minuten vor Ende Manuel Neuer überspielte, im letzten Moment aber noch von Javi Martínez (und dessen Hand) abgedrängt wurde.