Bayern-Aufstand Putsch mit Paul
Meister 1981: Die erfolgreiche Mannschaft des FC Bayern München nach ihrem Spiel gegen Uerdingen am 13. Juni 1981. An diesem Tag hatten die Bayern mit ihrem Trainer Pal Csernai nicht nur das Spiel, sondern auch die Meisterschaft gewonnen.
Breitner und Beckenbauer: Paul Breitner pflegte sein Macher-Image auch mit Hilfe guter Zigarren - und ist in diesen Tagen als Nachfolger von Uli Hoeneß als Bayern-Manager im Gespräch.
Der ungeliebte Trainer: Der Ungar Gyula Lorant kam im Dezember 1977 als Trainer zum FC Bayern. Paul Breitner sagt heute über ihn: "Nach zehn Minuten im ersten Training habe ich gedacht: Junge, Du kannst das nicht. Nach zwei Wochen war mir klar: Wir haben ein Riesenproblem." Lorant und Breitner lieferten sich bei Spielen mitunter heftige Wortgefechte, im Dezember 1978 musste der Trainer gehen.
Trainer und Torte: Bayern-Präsident Wilhelm Neudecker (l. neben Franz Beckenbauer an dessen 30. Geburtstag) hatte den autoritären Lorant verpflichtet. Von dessen smarten Assistenten und Nachfolger Pal Csernai hielt er allerdings wenig.
Siegreiche Bayern: Wilhelm Neudecker hielt von Pal Csernai (r.) wenig, Paul Breitner (M.) dagegen umso mehr. Nicht zuletzt, weil Breitner bei Csernai ein Mitspracherecht in Sachen Mannschaftsaufstellung und Taktik besaß. Links sitzt Willi O. Hoffmann, der Neudecker als Präsident nachfolgte.
Trainer Merkel: Neudecker nahm Max Merkel im März 1979 als Bayern-Trainer unter Vertrag, ein Training leitete er dort nie. Maier und Breitner betonten im Gespräch mit einestages, dass ihr Widerstand nichts mit Merkel zu tun hatte. Breitner: "Wir hätten gegen jeden Trainer opponiert, es ging uns um Gerechtigkeit."
Der Anführer: Als Kapitän und Gesicht der Revolte geriet Sepp Maier besonders unter Druck, wurde von eigenen Fans beschimpft und von den Medien attackiert. Neudecker bezeichnete ihn als "Gewerkschaftsboss" und "Anarchist".
Weltmeister Sepp Maier: Der 95-fache Nationaltorwart verteidigte erfolgreich während der Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland das Tor - auch im Endspiel gegen die Niederlande.
Maier mit Hut: Auch als späterer Bundestorwarttrainer ein unheilbare Witzbold, zeigte sich Sepp Maier als Rebell entschlossen und bitterernst. Den Spielern von heute traut er soviel Rückgrat nicht zu: "Das gibt es heute nimmer, die sind ja nicht so selbständig, die sind geführt, die Spieler.
Der kickende Arzt: Im Mannschaftsrat des FC Bayern befand sich 1979 auch Jupp Kapellmann, der neben seiner Profikarriere Medizin studierte und später Arzt wurde. Er gewann mit den Münchnern dreimal den Europapokal der Landesmeister, befand aber nach dem 7:1 in Mönchengladbach: "Wenn man das vergleicht mit unseren Europacupsiegen, dann war die innere Freude heute bestimmt größer."
An den Schreibtisch: Uli Hoeneß übernahm zum Ende der Saison 1978/79 den Posten des Managers beim FC Bayern. Er litt zuvor unter Knieproblemen, wurde unter Trainer Lorant ständig auf die Bank gesetzt und wechselte zwischendurch zum 1. FC Nürnberg, nachdem ein Transfer zum Hamburger SV im letzten Moment geplatzt war. Schließlich beendete er seine Karriere als Spieler und wechselte ins Büro. Mit Erfolg.
Strahlende Sieger: Ohne Merkel und Neudecker, dafür mit Csernai (r.), Breitner (M.) und Karl-Heinz Rummenigge (l.) holte der FC Bayern 1980 und 1981 die Meisterschale. Uli Hoeneß hatte mit der Verpflichtung von Bruder Dieter (r. hinter Csernai) für den Sturm zudem einen guten Griff getan.
Franz Beckenbauer mit Marke: Die Briefmarke zur Weltmeisterschaft stellte Franz Beckenbauer 1999 in München vor.