Bayern-Trainer Guardiola Zwei Jahre, drei Titel, viele Probleme
Josep Guardiola geht in seine dritte Saison als Trainer des FC Bayern. In den vergangenen zwei Jahren hatte der Spanier in München mit vielen Problemen und Störfeuern zu kämpfen. Jetzt ist er zum Siegen verdammt.
Guardiola machte in München von Anfang an klare Ansagen in puncto Transferpolitik: "Ich will Thiago oder nix", sagte er vor seiner Debütsaison. Und er bekam seinen Wunschsspieler, den er noch aus seiner Zeit beim FC Barcelona kannte. Der Spanier hatte allerdings viel Verletzungspech. Seit seiner Verpflichtung machte er nur 39 Spiele für Bayern, 23 davon in der Bundesliga.
Schon bevor Guardiola in München angekommen war, wurde die Verpflichtung von Mario Götze bekannt. Der neue Bayern-Trainer war für den deutschen Nationalspieler der ausschlaggebende Punkt dafür, Borussia Dortmund zu verlassen. Oft saß der Offensivspieler jedoch nur auf der Bank. Zuletzt gab es Gerüchte um einen Wechsel. Götze selbst sagte, er wolle abwarten, ob der Trainer "mehr mit ihm reden" würde. Das kam beim FC Bayern gar nicht gut an.
In seiner ersten Spielzeit erfüllte Guardiola die Pflichtaufgabe: Er holte die Meisterschaft. Bayern holte 90 Punkte und damit nur einen Zähler weniger als ein Jahr zuvor in der Triple-Saison unter Jupp Heynckes.
Pep mal typisch bayerisch: Im DFB-Pokalfinale schlugen die Bayern Borussia Dortmund 2:0 nach Verlängerung. Das bedeutete das Double in Guardiolas Antrittssaison.
Triple-Verteidigung gescheitert: Die Champions League gewann Bayern nicht. Im Halbfinale war gegen Real Madrid Schluss. München verlor 0:1 und 0:4. Guardiola nahm die Schuld für das Ausscheiden anschließend auf sich.
Im Sommer 2014 holte Guardiola mit Xabi Alonso von Real Madrid den nächsten Spanier. Anfängliche Bedenken aufgrund des Alters ließ der damals 32-Jährige durch überragende Leistungen schnell vergessen. In der zweiten Saisonhälfte ließ Alonso jedoch nach.
In Guardiolas zweiter Amtszeit holte Bayern zum dritten Mal in Folge den Bundesliga-Titel, zum zweiten Mal unter dem neuen Trainer. Wieder setzte sich Bayern frühzeitig durch, diesmal mit einem Vorsprung von "nur" zehn Punkten vor dem VfL Wolfsburg.
Den gewonnenen Titel feierte Guardiola noch mit Toni Kroos und einer Weißbierdusche. Wenige Wochen später ließ Bayern den deutschen Nationalspieler zu Real Madrid ziehen.
Die Meisterschaft sollte der einzige Titel der Saison 2014/2015 bleiben. Im Halbfinale des DFB-Pokals scheiterte Bayern an Borussia Dortmund. Philipp Lahm rutschte im Elfmeterschießen genauso aus wie Xabi Alonso. Bayern verwandelte nicht einen Elfmeter, Guardiola verpasste die Verteidigung des Doubles.
Gegen Ende der Saison eskalierte ein persönlicher Streit. Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt beendete seine Tätigkeit bei den Bayern mit sofortiger Wirkung. Grund sollen auch große Differenzen mit dem Trainerstab rund um Guardiola gewesen sein. Viele Münchner Spieler konsultieren die Ikone aber immer noch, auch weil er weiter Mannschaftsarzt des DFB-Teams ist. Mittlerweile haben sich die beiden zu einer Aussprache getroffen.
Erneutes Aus im Halbfinale: Und wieder reichte es nicht zum Champions-League-Titel. Diesmal war es der FC Barcelona, der die Münchner aus dem Wettbewerb warf. Nach dem 0:3 im Hinspiel reichte der 3:2-Heimsieg nicht mehr zum Weiterkommen.
Guardiola blieb München am Ende der Saison also schon zum zweiten Mal den Champions-League-Titel schuldig. Im dritten Anlauf soll es nun klappen. Der Katalane steht unter enormem Druck, verstärkte den Kader auch deshalb im Sommer.
Für den Dauerverletzten Franck Ribéry verpflichtete Guardiola den Brasilianer Douglas Costa. In der Saisonvorbereitung bewies dieser bereits, dass er Bayern noch besser machen kann.
Eine Vereinslegende hat den FC Bayern im Sommer verlassen: Bastian Schweinsteiger wechselte zu Manchester United. Vielen Fans missfiel, dass Guardiola die Bayern-Ikone ziehen ließ. Die Kritik, der Trainer würde die bayerische Identität des Klubs unterminieren, wurde größer.
Dazu kam der Chilene Arturo Vidal. Dass auch Schweinsteigers Ersatz spanischsprachig ist, erhärtete die Kritik, Guardiola würde dem Verein eine spanische Identität aufdrücken.
Das erste Pflichtspiel 2015/2016 erhöhte den Druck auf Guardiola weiter. Im Supercup unterlag sein Team mit Vidal und Costa dem VfL Wolfsburg im Elfmeterschießen. Der erste Titel war verloren.
Zu allen Problemen kommt Guardiolas weiter ausstehende Vertragsverlängerung. Sein Kontrakt läuft noch bis zum Ende der kommenden Saison. Sollte er auch im dritten Anlauf nicht die Champions League gewinnen, gilt seine Mission in München wohl als gescheitert.