Beach-Boys-Projekt "Smile" - DER SPIEGEL
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Beach-Boys-Projekt "Smile" Das größte Album, das nie erschien

Mehr, mehr, mehr - und am Ende nichts: In den Sechzigern lieferten sich die Beach Boys mit den Beatles einen Wettstreit um das genialste Studioalbum. "Smile" sollte Brian Wilsons Meisterwerk werden. Veröffentlicht wurde die Platte nie - weil die Sessions den Beach Boy in den Wahnsinn trieben.
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Fast das Original: Das nun erschienene Album "The Smile Sessions" kommt mit den Originalaufnahmen von 1966 der Vision von "Smile" so nahe wie möglich. Brian Wilson wollte nicht weniger als eine "Teenagersymphonie für Gott" kreieren.

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Ein bitteres Lächeln: Nachdem "Smile" in den Archiven verschwand, setzte die Plattenfirma die Beach Boys unter Druck - wenn sie "Smile" nicht bekommen konnten, wollten sie ein anderes Album. So spielte die Band eilig "Smiley Smile" ein. Das Album bestand weitgehend aus den Songs, die für "Smile" geschrieben wurden. Doch die Neuaufnahmen waren nur ein schwacher Abglanz der Original-Kompositionen.

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Ein Lächeln versuchen: Nachdem Brian Wilson auf Konzerten diverse Songs von den "Smile"-Aufnahmen live gespielt hatte, beschloss er 2004, sie mit seiner Tour-Band komplett neu aufzunehmen.

Das Album wurde von der Kritik freundlich aufgenommen, an die Magie der "Smile Sessions" reichen die Neueinspielungen der Songs dennoch nicht heran.

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Vom Vorbild zum Feind? Eine Episode aus der Zeit der "Smile"-Sessions zeigt, in welch düsterem Geisteszustand Brian Wilson sich damals befand. Im Januar 1967 ging er ins Kino und sah den Film "Der Mann, der zweimal lebte", einen Thriller mit Rock Hudson - und behauptete danach, ihm sei sein gesamtes Leben auf der Leinwand vorgeführt worden. Er habe "alles auf einmal gesehen", erklärte Wilson einem Freund. "Ich meine, mein ganzes Leben. Geburt, Tod, Wiedergeburt. Die ganze Geschichte. Selbst der Strand war da."

Seine Theorie: Der bekannte Produzent Phil Spector (links auf dem Bild), Erfinder der "Wall of Sound" und eines von Brian Wilsons großen Vorbildern, habe diesen Film drehen lassen, um sein Gehirn zu manipulieren. Phil Spector sei der Erste gewesen, der das Studio kreativ benutzt habe. Und nun, da Wilson dabei war, ihn auf der Suche nach dem perfekten Sound abzuhängen, glaubte er, sein Idol versuche, ihn mit Hilfe dieses Films auszuschalten.

Das Foto zeigt Phil Spector zusammen mit Veronica Bennett von den Ronettes in seinen Gold Star Recording Studios in Hollywood.

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Ohne Brian: Die Beach Boys im November 1966 in London. Dennis Wilson, Allen Jardine, Bruce Johnston, Mike Love und Carl Wilson (im Uhrzeigersinn) tourten bereits seit 1964 allein. Brian waren die Konzertreisen zu beschwerlich. Er blieb zu Hause und arbeitete im Studio. Als dieses Foto entstand, war er gerade mit Aufnahmen zu "Smile" beschäftigt.

Foto: AP
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Brian mit Ziege: Dieses Foto entstand 1966 zu "Pet Sounds", dem Beach-Boys-Album, das bis heute als eines der größten der Rockgeschichte gilt.

Als Brian Wilson die endgültige Version von "Pet Sounds" aus dem Studio mitbrachte, hörten er und seine damalige Frau Marilyn das Album gemeinsam in ihrem Schlafzimmer an, erinnert sie sich 1976 in einem Interview: "Er sagte: 'Okay, bist du so weit?' Es war ihm bitterernst - schließlich hatte er seine Seele in die Platte gelegt. Und wir lagen die ganze Nacht allein da, auf dem Bett, und hörten das Album an und weinten."

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Die Ruinen von "Smile": Nachdem klar war, dass die Platte nicht mehr erscheinen würde, rangen Plattenfirma und Bandmitgliedern Brian Wilson immer wieder "Smile"-Songs für ihre späteren Alben ab.

Auf der "20/20" von 1969 etwa befanden sich "Our Prayer" und "Cabinessence". Zwei Jahre später wurde ein "Smile"-Song sogar...

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...zum Titelsong des Albums "Surf's Up".

Zu diesem Album trug Wilson zudem "'Til I Die" bei. In diesem nachdenklichen, tieftraurigen Song reflektierte er die Isolation und die Ängste.

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Noch da: Brian Wilson auf einem Foto von 2002. Auch wenn er nie wieder so erfolgreich werden sollte wie Mitte der sechziger und ihm nach dem "Smile"-Dessaster kein so großes Album wie "Pet Sounds" mehr gelingen sollte, erholte er sich langsam. Der Kopf der Beach Boys lebt und musiziert bis heute.

Er überlebte seine Brüder und Bandkollegen Carl und Dennis. Carl starb 1998 an Gehirn- und Lungenkrebs. Dennis kam im Alter von nur 39 Jahren nach jahrelangem Alkoholmissbrauch um, als er betrunken von seiner Yacht sprang und ertrank.

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In der Luft hängen: Nach den "Smile"-Aufnahmen zog Brian Wilson sich mehr und mehr zurück. Er nahm kaum noch Songs auf, verbrachte die Tage im Bett oder geisterte im Bademantel durch seine Villa.

Mitte der siebziger Jahre beauftragte seine erste Frau Marilyn Eugene Landy, um ihm wieder auf die Beine zu helfen. Der Promi-Psychologe versuchte Wilson, mit einem Team aus Ärzten, Psychologen und einer Ernährungswissenschaftlerin wieder aufzubauen. Bodyguards bewachten den Musiker rund um die Uhr, um ihn von Alkohol, Kokain und anderen Drogen fernzuhalten.

Das Foto zeigt Brian Wilson 1991 in Malibu.

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Brian allein zu Hause: Während die Beach Boys auf Tour gingen, erkundete Brian Wilson lieber die Möglichkeiten des Musikstudios. Bereits seit 1964 spielte der sensible Beach Boy keine Konzerte mehr. In diesem Jahr hatte er auf einem Flug zu einem Auftritt im Flieger eine Panikattacke erlitten.

Foto: AP
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Wer kann's besser? Zwischen 1965 und 1967 lieferten sich die Beach Boys und die Beatles einen Wettstreit um das beste Album der Rockgeschichte.

Foto: Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?