Das Ende der Beatles "Ich steig' aus der Band aus." "Wann?" "Jetzt"
Eintracht Beatles: Im Dokumentarfilm "Let It Be" (1970) kriegt der Zuschauer kaum mit, wie zerrissen die Band ist. Kein Wunder. Als die vier einen zweieinhalbstündigen Rohschnitt des Films sehen, finden alle, dass dort "zu viel schmutzige Wäsche gewaschen" werde - und lassen den Film auf 90 weitgehend harmonische Minuten zusammenstückeln.
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Initiator McCartney: Geschäftlicher Ärger mit der gemeinsam gegründeten Firma Apple Corps, künstlerische Querelen - die Beatles sind zerrüttet. Paul McCartney will den Band-Frieden retten. "Get Back" - zurück zu den Wurzeln der Beatles -, lautet seine Idee für die Aufnahmen. Am Ende wird der Dokumentarfilm über die Sessions "Let It Be" heißen.
Das letzte Konzert: Die Beatles hatten lange diskutiert, wo sie ihr "Get Back"-Konzert spielen wollten - auf einem Kreuzfahrtschiff? In einem Amphitheater in Südafrika? Am Ende wurde es das Dach des Hauptquartiers von Apple Corps. Der Film "Let It Be" endet mit dem legendären "Rooftop Concert". In dem Beatles-Dokumentarfilm ist etwa die Hälfte des 40-minütigen Auftritts am 30. Januar 1969 zu sehen.
Genervter Starr: Von Paul McCartneys Plänen sind die anderen drei nur wenig begeistert. Ringo Starr ist noch sauer auf McCartney, weil dieser nach den Aufnahmen zum "Weißen Album" (1968) ständig an seinem Schlagzeugspiel herummäkelte - und sogar ein paar Drum-Takes neu einspielte, ohne dass Starr davon wusste.
Nicht ohne meine Ono: Zu den Dreharbeiten für "Let it be" bringt John Lennon seine Freundin Yoko Ono mit, die ihm die ganze Zeit nicht von der Seite weicht.
Aussteiger: "Ich steig aus der Band aus", verkündet George Harrison am 10. Januar 1969. Im Film ist diese Szene nicht zu sehen, wohl aber auf den "Nagra Reels" zu hören. Der fast hundert Stunden lange Tonbandmitschnitt der "Get Back"-Sessions offenbart, wie zerrüttet die Fab Four waren. Nachdem die über 500 Bänder Anfang der siebziger Jahre verschwunden waren, wurden sie 2003 in einem Lagerhaus in Amsterdam von der Polizei sichergestellt - und kurz darauf von Apple Corps weggesperrt.
"Wenn George bis Dienstag nicht zurück ist, holen wir uns Eric Clapton": Der damals heroinabhängige John Lennon nahm Harrisons Ausstieg mit Galgenhumor.
"Du bist so scheiße, Alter": George Harrison beschimpft Paul McCartney, nachdem er immer wieder von ihm kritisiert wurde. Doch trotz aller Streitereien hatten die Beatles bei den Sessions im Januar 1969 einen erstaunlichen Output. Unter anderem arbeiteten sie an Klassikern wie "Get Back", "The Long And Winding Road", "Maxwell's Silver Hammer" und "Octopus's Garden".
Lang leben die Beatles: Das "Rooftop Concert" ist nie offiziell erschienen. Doch es kursieren diverse Bootlegs.
Doku-Soap: "Let It Be" zeigt die Beatles bei Proben und Studioarbeit. Doch einige schicksalhafte Episoden wurden einfach weggelassen - etwa die, als George Harrison (hinten) die Band kurzzeitig verließ und John Lennon über den Ausstieg nur witzelte.
Nachdem der Dokumentarfilm Anfang der achtziger Jahre als Video erschien, zogen die Beatles ihn bald darauf aus dem Verkehr. Bis heute kursiert der Film nur auf Bootleg-DVDs und im Internet.
Da stimmte die Bandchemie noch: Der Film "Yeah! Yeah! Yeah!" (1964) beschreibt einen Tag der Beatles während der sogenannten Beatlemania. Der Soundtrack wurde als Album "A Hard Day's Night" veröffentlicht.
Versteck-Spielfilm: Im zweiten Spielfilm der Beatles, "Hi-Hi-Hilfe", wird Ringo Starr (rechts) von fanatischen Ordenspriestern gejagt. In der Band spielte Starr - ebenso wie George Harrison - nur eine Nebenrolle. Paul McCartney (zweiter von links) und John Lennon (dritter von links) gerieren sich als Bandchefs.
Höhepunkt der "Let It Be"-Dokumentation: Beim Dreh zum legendären Dachkonzert am 30. Januar 1969 dürfen nur eine Handvoll Mitarbeiter und einige Freunde dabei sein. Sehen kann die Beatles bei diesem unangekündigten Auftritt also fast niemand - doch in den Straßen versammeln sich innerhalb von Minuten hunderte von Fans. Nach 42 Minuten beenden Polizisten das Konzert, weil der komplette Verkehr zum erliegen gekommen ist.