Bedrohtes Leben am Bayou - DER SPIEGEL
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Louisiana Bedrohtes Leben am Bayou

Auf der Insel Jean Charles im US-Bundesstaat Louisiana leben die Menschen seit mehr als hundert Jahren von der Fischerei. Allerdings ist das Gebiet bedroht: Seit 1955 sind mehr als 90 Prozent der Landmasse verschwunden.
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Warten auf die Shrimps: Der 82-jährige Emray Naquin hält auf der Insel Jean Charles im US-Bundesstaat Louisiana Ausschau nach den Meerestieren. Normalerweise erscheinen sie nach Sonnenuntergang. Die meisten Menschen in dem von Bayous durchzogenen Sumpfgebiet leben vom Shrimp- und Fischfang.

Foto: Amir Levy / AFP
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Blick auf Inseln im Bayou: Lange jagten und fischten amerikanische Ureinwohner auf der Insel Jean Charles. Seit 1955 ist aber mehr als 90 Prozent der Landmasse verschwunden. Kanäle, die von Holzfällern und Ölfirmen gegraben wurden, haben das Land erodieren lassen. Maßnahmen zum Flutschutz haben zudem die Wiederauffüllung mit Sedimenten verhindert.

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Howard Brunet, 15, und sein 13-jähriger Cousin Reggie Parfai befestigen Köder an ihren Angeln. In einem Bericht von 13 US-Behörden werden die Insel Jean Charles und ihre Bewohner zu den am stärksten gefährdeten gezählt. Teile der Insel wurden von Hurrikans weggewaschen. Den übriggebliebenen Gebieten droht mit steigendem Meeresspiegel die Überflutung.

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Edison Dardar geht jeden Abend bei Sonnenuntergang los, um Shrimps zu fangen. Er möchte trotz der drohenden Gefahr durch Überflutungen nicht umgesiedelt werden. Die Insel sei nicht zu verkaufen, sagt er.

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Auch Faye Danos, die hier ein Netz ins Wasser lässt, will nicht weg von der Insel, auf der sie mit ihrer Familie lebt.

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Mel Guidry ist in Pointe aux Chenes nahe der Insel Jean Charles geboren und aufgewachsen. Dort, wo er früher als Kind gespielt hat, sagt er, könne man heute nur noch schwimmen.

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Im Schein seiner Stirnlampe entleert Emray Naquin sein Netz in einen großen Eimer. Früher erstreckten sich auf der Insel Bananen- und Pekanbäume über mehrere Hektar.

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Fischer werfen ihre Netze aus. Nur eine enge, zwei Kilometer lange Straße führt auf die Insel. Bei starkem Wind und Hochwasser ist sie oft überflutet.

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Die 14-jährige Juliette Brunet, ihr Bruder Howard, und ihr Cousin Reggie Parfait, präsentieren ihren Fang.

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In einem Eimer transportiert Juliette Brunet ihre Beute neben der Island Road ab. Hinter ihr folgen ihr Cousin und ihr Bruder. Die drei wachsen bei ihrem Onkel Chris Brunet auf.

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Angehörige des Pointe-au-Chien-Stammes schwimmen nach einer Prozession in einem See.

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Mayia and Aden Brunet spielen mit einer Katze, die sie gefunden haben. Im Hintergrund ist ein auf Stelzen gebautes Haus zu sehen.

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Die Kinder werden von einem Schulbus abgeholt. In den Fünfzigerjahren lebten mehr als 80 Familien auf der Insel. Heute sind nur noch 20 bis 30 Familien übriggeblieben.

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Abendstimmung: Zwei Frauen, eine mit einem Kleinkind im Arm, kehren von einem Picknick auf einem Damm zurück.

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Gebet: Mehr oder weniger interessiert verfolgen die fünf Kinder das Gebet eines Priesters auf ihrem Boot. In jedem Mai werden die Boote der Fischer gesegnet.

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Viele Menschen leben in einfachen Hütten. Vor dem Haus dieser Familie steht ein Schild, das den Schüler des Monats der Pointe-aux-Chenes-Grundschule würdigt.

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An einem Baum hängt eine Uhr mit religiösem Motiv.

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Chris Brunet zeigt ein Bild von seinem Großvater. Auf dem Foto von 1948 ist Josef Naquin beim Ackerbau in der Nähe seines Hauses zu sehen. Damals war es noch von Bäumen umsäumt.

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