Erste Behinderten-Parade in New York Schön anders
Unter dem Motto "Inklusion, Bewusstsein, Sichtbarkeit" fand am Sonntag in New York die erste Disability Pride Parade statt. Tausende Menschen demonstrierten für die Rechte von Behinderten - darunter auch die kleinwüchsige Michelle Kraus (l.).
Roxanne Fernandez ist 14 Jahre alt - und nun stolze Besitzerin einer Tiara. Ihre Mutter richtet den Kopfschmuck im Haar, bevor die Jugendliche an der Parade in New York teilnimmt. Die Teilnehmer forderten unter anderem besseren Zugang zu Wohnungen und zu öffentlichen Verkehrsmitteln.
Auf den Straßen New Yorks waren am Sonntag Kleinwüchsige zu sehen, Menschen mit Downsyndrom und zahlreiche Rollstuhlfahrer. Dieser lachende Junge hat eine Wirbelsäulenverletzung und nahm deshalb in seinem Rollstuhl an der Parade teil.
Donald Lee, 38, hat beide Beine verloren. dank Prothesen konnte er trotzdem bei der Disability Pride Parade demonstrieren. Das Transparent im Hintergrund erinnert an ein besonderes Datum für behinderte Menschen in den USA...
Vor 25 Jahren wurde in den USA ein Gesetz über die Rechte von Behinderten verabschiedet: Der Americans with Disabilities Act of 1990 trat am 26. Juli in Kraft. Daran erinnerte auch Bürgermeister Bill de Blasio in seiner Rede zu Beginn der Demonstration.
Einen großen Anteil an der Verabschiedung des Americans with Disabilities Ac" hatte der ehemalige Senator für Iowa, Tom Harkin (r.). Auch er kam am Sonntag nach New York, um bei der ersten Parade für die Rechte von Behinderten mitzulaufen.
"Wir sind keine Aliens": Minal Rosenblum aus New Jersey macht mit der Aussage auf ihrem Schild deutlich, dass in den Köpfen vieler Menschen Behinderte noch immer als etwas Ungewöhnliches betrachtet werden.
"Short, proud, loud" hat Madison Ehler auf ihr Plakat geschrieben - sie sei klein, stolz und laut. Nach dem Vorbild der Gay Pride für die Rechte Homosexueller soll nun jedes Jahr eine Parade von und für Behinderte in New York stattfinden.
Dan Santos (l.), Sara Tabor (M.) und Lary Minei kamen mit ihren Rollstühlen zur Parade. In New York können sie damit nur in etwa vier Prozent aller Taxis befördert werden. In London beispielsweise ist jedes Taxi so ausgestattet, dass Rollstuhlfahrer problemlos hineinkommen.