Behinderter Student Constantin Grosch fordert Integration - DER SPIEGEL
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Behinderter Student Constantin Grosch "Jeder Mensch braucht Ziele, ich auch"

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Constantin Grosch in einer Vorlesung: Der Jura-Student muss im Hörsaal ganz vorn an einem Extratisch sitzen. Sein Elektrorollstuhl wiegt 300 Kilo, er kommt damit keine Stufe hoch oder runter. Das erschwert soziale Kontakte - welcher Student sitzt schon freiwillig in der ersten Reihe? mehr... 

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Doch Constantins Hauptproblem ist ein anderes: Behinderte, die wie er Begleitpersonen benötigen, müssen auf Hartz-IV-Niveau leben. Sobald sie mehr verdienen oder angespart haben, müssten sie die Assistenten selbst bezahlen.

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Constantin und Marie-Kristin Kordt: Die 25-Jährige wurde vom Paritätischen Wohlfahrtsverband vermittelt. Sie ist eine von sieben Assistenten. Pro Tag finden ein bis zwei Schichtwechsel statt. Die Assistenten begleiten Constantin ab morgens um sieben oder um neun Uhr - je nachdem, wie lange er schläft. Bleibt er abends länger auf, sind sie auch schon mal bis zwei Uhr morgens bei ihm.

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Marie-Kristin hält Constantin in seinem Wohnheim die Tür auf. Ohne Hilfe kann er keine Tür öffnen, keine Flasche hochheben und sich nicht im Bett umdrehen. "Meine Assistenten ersetzen meine Muskelkraft, alles andere plane ich selbst", sagt Constantin. Er bestimmt, wann er duscht, was er anzieht, welche Uni-Bücher er braucht, was er einkaufen will, wann er auf die Toilette geht.

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Constantins Apartment im Bielefelder Studentenwohnheim: Wenn er lernt, machen die Assistenten ihren eigenen Kram oder gehen auch mal für ein Stündchen weg. "Mit Privatsphäre ist nicht viel", sagt Constantin.

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Wer mit Constantin unterwegs ist, bemerkt nach und nach die Stoppschilder der Integration: Ein zu breiter Abstand zwischen U-Bahn und Bahnsteigkante. Ein kaputter Aufzug. Oder auch mal gar kein Aufzug.

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Constantin mit Assistent David beim Einkaufen: David holt die Produkte aus dem Regal, die Constantin ausgesucht hat. Den EC-Karten-Beleg unterschreibt Constantin aber selbst. Er möchte so selbständig leben wie nur irgend möglich.

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Sein eigenes Auto bedeutet für Constantin größtmögliche Mobilität. Es wurde extra für ihn umgebaut: Die Mittelbank und der Fahrersitz wurden rausgenommen, über eine Rampe an der Seitentür fährt Constantin mit dem Rollstuhl ins Auto.

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Starten, schalten, lenken, blinken, hupen - alles funktioniert elektronisch über zwei hypersensible Joysticks, die Constantin mit den Händen steuert. Das Auto hat ihm sein Vater geschenkt. Unter der jetzigen Gesetzgebung wäre es für ihn nicht möglich, auf ein neues zu sparen. Oder auf einen Urlaub.

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Unterstützung für Constantin in Berlin: Teilnehmer der Pride Parade am 13. Juli 2013, einem Straßenumzug unter dem Motto "verrückt und behindert feiern", tragen T-Shirts, die auf seine Petition aufmerksam machen. Anfang Mai hat er die Petition auf change.org/de gestartet.

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Mad & Disability Pride Parade in Berlin: Constantins Petition wird auf Schildern durch die Hauptstadt getragen.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?