Bergringrennen Teterow Sodom und Motorrad
Prost: Zwei Bierfreunde vergnügen sich 1983 beim Teterower Bergringrennen. "Es war nicht möglich, diese jungen Leute zu einer anderen Selbstdarstellung zu bewegen. Sie standen zu sich", sagt der Fotograf der Aufnahme, Siegfried Wittenburg.
Aufbruch nach Teterow: Vorfreude am Freitagnachmittag vor Pfingsten 1983 in Rostock-Evershagen. Zelte, Decken, Proviant und Getränke werden verstaut und es gibt schon mal ein Bierchen zum Auflockern, bevor es zum Bergringrennen nach Teterow geht.
Unterwegs: Die Regionalbahnen waren proppenvoll, die Reisenden hatten Rucksäcke und Luftmatratzen bei sich und die Stimmung wurde ausgelassener, je näher der Zielort kam, schließlich benötigte die Bahn für etwa 80 Kilometer Strecke eineinhalb Stunden.
Ankunft: Der alte Bahnhof in Teterow wurde am Freitagabend vor Pfingsten von Jugendlichen auf ihrem Weg zum örtlichen Bergringrennen bevölkert. Dort wurden allerdings auch Ausweiskontrollen durchgeführt, um staatliche Präsenz zu zeigen. Die Bereitschaftspolizei schickte allezu wild aussehende Leute postwendend wieder gen Heimat oder nahm sie in Gewahrsam. Für den Fotografen posierten die jungen Leute aber sehr gern.
Kurierdienst: Wer jemanden kannte, der ein Motorrad besaß, brauchte das Gepäck nicht die fünf Kilometer vom Bahnhof bis zu der Rennstrecke in den Heidbergen zu tragen.
Polizeikontrolle: Auf dem Weg zum Bergringrennen 1983 werden diese Jugendlichen von der Polizei angehalten und kontrolliert. Ob Verkehrswidrigkeit oder Schikane - die Polizei der DDR demonstrierte, wer die Macht besaß.
Motorradfeld: Zahlreiche Besucher des Bergringrennens haben ihre Motorräder auf einer Lichtung im Wald der Heidberge in Reih und Glied abgestellt.
Parkplatz: Ein Meer von Autos parkt auf dem Gelände neben der Rennstrecke, darunter die Modelle Trabant, Wartburg, Skoda, Moskvich. Viel mehr Auswahl gab es damals in der DDR auch nicht.
Motorsportfreunde: Diese Fans des Teterower Bergringrennens, aufgenommen im Jahr 1982, haben sich ihre Kleidung selbst angefertigt.
Gesellige Runde: Jugendliche haben ihr Camp errichtet und Proviant und Getränke ausgepackt.
Zuschauerränge: Die Zuschauer verteilten sich auf die Wiesen um die Rennstrecke. Die Informationen über das Renngeschehen erfolgten über Lautsprecher.
Rennstrecke: Das Rennen auf der Grasbahn hat begonnen. Beim Bergringrennen wurden Maschinen bis 250 Kubikzentimeter gefahren. Die größte Natur-Grasbahn für den Motorsport, wurde bereits in den zwanziger Jahren in den Heidbergen angelegt.
Besucher beim Bergringrennen: Eine Gruppe Jugendlicher genießt die Atmosphäre beim Teterower Bergringrennen im Jahr 1982.
Nordkurve: Die Nordkurve gilt als gefährlich, hier musste mit Stürzen gerechnet werden.
Westklamotte: Der Fotograf Siegfried Wittenburg hat die beiden lässig gekleideten Jungs 1982 beim Teterower Bergringrennen aufgenommen. "Bei der Veröffentlichung dieses Fotos gab es Ärger. 'Das ist nicht unsere Jugend', erklärte mir die DDR-Führung", erinnert er sich. Die Fleischerhemden der zwei waren groß in Mode. Es gab sie nur nicht in den staatlichen Centrum-Warenhäusern zu kaufen.
Glück gehabt: Dieser Fahrer überstand einen Sturz unversehrt. Der Schreck ist ihm noch anzusehen.
Wurstbude: Vor dem Versorgungszelt für Gebratenes warteten die Besucher auf ihre Verpflegung. Schlange stehen waren sie gewohnt.
Erfrischung: Für Verkaterte oder Überhitzte stand ein Brunnen zur Verfügung. Ein Besucher nutzt die Gelegenheit, sich zu erfrischen.
Mit Flasche in Pose: Auf dem Bergring interessierten sich nicht alle der meist jugendlichen Besucher für die Rennergebnisse. Belustigt und glücklich posieren diese zwei an der Rennstrecke.