"Sewol"-Taucher Die Suche nach den Leichen
Sie haben wohl einen der schwersten Jobs, die man sich vorstellen kann: Die Bergungstauer am Wrack der "Sewol".
In eisigem Wasser und bei extrem schlechter Sicht müssen sie die Leichen aus der untergegangenen Fähre bergen.
Dabei entdecken sie grausame Details: Viele der Leichen haben gebrochene Finger. Offenbar weil sie in den letzten Minuten ihres Lebens versuchten, die Wände in Richtung Freiheit herauszuklettern.
"Wir müssen alles mit unseren Händen ertasten", sagt der Bergungstaucher Hwang Dae-sik, der jedoch auch sein Entsetzen zum Ausdruck bringt: "Das ist der zermürbendste und herzzerreißendste Job meiner Karriere."
Mittlerweile weitet sich auch die rechtliche Aufarbeitung des Falles aus: Ermittler tragen Kisten aus dem Haus von Yoo Byung-un, dem Kopf der Familie, der das Unternehmen Chonghaejin Marine gehört. Die Firma hat die versunkenen Fähre "Sewol" betrieben.
Am Mittwoch ist die Fähre "Sewol" vor der Küste Südkoreas gesunken: Noch immer gelten über 150 der ursprünglich 476 Menschen an Bord als vermisst.
Hunderte Taucher und Unterwasserdrohnen sind im Einsatz, um das Innere des Wracks zu durchsuchen. Sie müssen mittlerweile Kabinenwände durchbrechen, um an die Leichen zu kommen.
Abtransport geborgener Leichen im Hafen von Jindo: Feuerwehrleute salutieren am Anleger.
Ein Priester spricht im Hafen von Jindo Gebete für die Vermissten und Opfer der "Sewol", während Polizisten Wache stehen.
Einsatzkräfte am Ort des Untergangs: Bojen markieren die Unglücksstelle; Hoffnung auf Überlebende gibt es kaum noch.
Ein Gebet für die Vermissten: Diese Frau betet auf der Insel Jindo für die Passagiere der "Sewol".
Für Angehörige wurde direkt am Hafen von Jindo ein Notfallzentrum eingerichtet.
Die Unglücksstelle liegt etwa 20 Kilometer vom Hafen entfernt.
Immer wieder machen sich Taucher auf den Weg zu dem gesunkenen Schiff. "Es ist hart, stark zu bleiben, wenn man im Dunklen auf Leichen trifft", sagt einer der Einsatzkräfte.
Bislang ist der Tod von 150 Passagieren bestätigt. Es wird damit gerechnet, dass diese Zahl noch erheblich ansteigt.
Bei einer Gedenkfeier hielten Angehörige und Schulfreunde der Vermissten Kerzen hoch.