Berlin Die Regierenden Bürgermeister Berlins
Ernst Reuter trug 1950 nach einer Kampfabstimmung gegen den CDU-Kandidaten Walther Schreiber als erster den Titel Regierender Bürgermeister. Er war schon zwei Jahre vorher zum Oberbürgermeister in den Westsektoren gewählt worden. Reuter stand an der Spitze der Allparteienkoalition aus SPD, CDU und FDP.
Nach dem plötzlichen Tod von Ernst Reuter setzte sich der CDU/FDP-Kandidat Walther Schreiber (l.) gegen seinen SPD-Kontrahenten Otto Suhr (r.) durch. Nach einer zweijährigen Amtszeit Schreibers schaffte es Suhr doch noch auf den Posten des Regierenden Bürgermeisters.
Nach dem Leukämie-Tod Suhrs übernahm der spätere Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) 1957 das Amt. Zugleich war er Landesvorsitzender der SPD. 1966 verließ Brandt Berlin, um Vizekanzler und Außenminister der Großen Koalition in Bonn zu werden.
Heinrich Albertz (SPD) folgte Brandt 1966 ebenfalls mit einer SPD-FDP-Koalition in den Senat, blieb aber nur ein Jahr im Amt. 1967 trat er nach der Ermordung des Studenten Benno Ohnesorgs zurück.
1967 wurde der ehemalige Staatsminister im Auswärtigen Amt Klaus Schütz (SPD) zurück nach Berlin gerufen und blieb bis 1977 Regierender Bürgermeister. Anschließend wurde er deutscher Botschafter in Israel.
Schütz' Amtsnachfolger Dietrich Stobbe (SPD) bemühte sich ab 1977, das angeschlagene Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Landesregierung wiederherzustellen. In Folge eines Betrugsverdachts geriet der Senat unter Druck und trat 1981 geschlossen zurück.
Hans-Jochen Vogel (SPD) blieb 1981 nur weniger als fünf Monate im Amt. Nach der Abwahl durch einen CDU-Minderheitssenat übernahm Vogel dann den Fraktionsvorsitz der SPD im Abgeordnetenhaus.
Die CDU verpasste bei den Neuwahlen 1981 zwar knapp die absolute Mehrheit, bildete aber unter Richard von Weizsäcker (CDU) einen Minderheitssenat, der von mehreren FDP-Abgeordneten toleriert wurde. Weizsäcker blieb bis 1984 im Amt und wurde wenig später Bundespräsident.
Eberhard Diepgen wurde gleich zwei Mal Regierender Bürgermeister. Erst stand er von 1984 bis 1989 an der Spitze Westberlins. 1991 wählte ihn das Abgeordnetenhaus dann zum Regierenden Bürgermeister des wiedervereinigten Berlins. Er hatte das Amt bis 2001 inne.
Walter Momper (SPD) kam an der Spitze eines Senats aus SPD und Alternativer Liste (AL) 1989 zum Amt des Regierenden Bürgermeisters. Damit regierte in Berlin erstmals eine rot-grüne Koalition.
Klaus Wowereit (SPD) wurde 2001 an die Sptze Berlins gewählt, nachdem die SPD die Große Koalition in Folge des Skandals um die Bankgesellschaft Berlin aufkündigte. Seine Amtszeit steht seitdem im Zeichen der angespannten Finanzlage Berlins.