Berlin: Mit der Spraydose gegen Hassbotschaften - DER SPIEGEL
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Paint Back Vom Hakenkreuz zum Zauberwürfel

Berliner Graffitikünstler sagen rassistischen Schmierereien den Kampf an. Das Projekt hat inzwischen in ganz Europa Nachahmer gefunden. Die Sprayer nehmen die Hassbotschaften persönlich.
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Ibo Omari "verschönert" im Mai 2016 ein Hakenkreuz-Graffiti an einer Wand in Berlin.

Foto: Sophia Kembowski/ picture alliance / dpa
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Gemeinsam mit anderen Berliner Graffitikünstlern übermalt Omari Nazi-Symbole. So wird aus einem Hakenkreuz ein großer Hase.

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"Paint Back" - so heißt das Projekt, dass der 37-Jährige ins Leben rief. In dem Projekt werden Workshops für Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren angeboten. Die Kinder entwickeln dann Motive, mit denen sie Hakenkreuze übermalen.

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Die Kinder leisten einen wichtigen kreativen Beitrag: Wenn es darum gehe, Hakenkreuze zu übermalen, seien die erwachsenen Künstler oft zu verkopft, zu verbissen. "Kinder gehen aber ganz unverkrampft und mit Humor an die Sache", sagt Omari. "Aus einem Hakenkreuz wird dann einfach eine Eule."

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Das erste Nazi-Symbol, das verschönert wurde: Aus einem Hakenkreuz wurde vor mehr als zwei Jahren ein Moskito, der vor einem Köcher davonfliegt.

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Inzwischen haben die Sprayer in der ganzen Stadt Hakenkreuze übermalt.

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Etablierte Graffitikünstler arbeiten dabei mit Kindern und Jugendlichen zusammen.

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Mal ist es ein Moskito, mal eine Eule, mal eine Katze: "Wir dachten uns: Wir antworten auf unsere Art", erinnert sich Ibo Omari.

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Graffitikunst richte sich absolut gegen rassistische Botschaften, sagen die Künstler. Daher erscheint es ihnen umso wichtiger, gesprühte Hakenkreuze umzuwandeln.

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So wird ein verfassungsfeindliches Symbol zu einem Zauberwürfel.

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Das Ganze sei eine lokale Aktion gewesen; mit der Aufmerksamkeit, die dieser dann zuteil wurde, habe er nicht gerechnet, sagt Omari.

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Inzwischen hat das Projekt aus Berlin-Schöneberg europaweit Nachahmer gefunden.

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"So etwas war bei uns im Kiez lange nicht vorgekommen." Die Künstler nehmen die Hassbotschaften persönlich.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?