Attacke auf Weihnachtsmarkt "Ein schlimmer Abend für Berlin"
Aufnahme des Ortes der Attacke: Nahe der Gedächtniskirche in Berlin sind am Montagabend mindestens zwölf Menschen getötet worden. Ein Lastwagen war dort in einen Weihnachtsmarkt gefahren. Noch laufen die Spurensicherungen.
Weg des Tiefladers: Der polnische Lkw tötete zwölf Menschen, es gab Dutzende Verletzte.
Blick auf den Weihnachtsmarkt nach dem Unglück: Der mutmaßliche Fahrer des Lkw wurde noch in der Nacht an der Siegessäule festgenommen.
Umgestürzter Christbaum auf dem Weihnachtsmarkt. "Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt", sagte Bundespräsident Joachim Gauck.
Einsatzkräfte vor der Gedächtniskirche in Berlin: Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. "Ich möchte jetzt noch nicht das Wort Anschlag in den Mund nehmen, obwohl viel dafür spricht", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière in der Nacht zu Dienstag in einem ARD-Interview. Am Dienstagmorgen erklärte die Polizei, sie gehe von einer vorsätzlichen Tat aus.
Gegen 20 Uhr fuhr laut Polizei ein dunkler Lastwagen mit polnischem Kennzeichen auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern mit hoher Geschwindigkeit über den Markt und zerstörte dabei mehrere Buden.
Der Lastwagen der Marke Scania gehört einer polnischen Spedition und hatte Stahlkonstruktionen geladen. Laut Polizei wurde ein Verdächtiger festgenommen. Es spreche viel dafür, "dass er der Fahrer ist", sagte de Maizière. Ein weiterer Mann, der auf dem Beifahrersitz saß, ist Polizeiangaben zufolge tot. Er soll polnischer Staatsbürger sein.
Das Gelände rund um den Weihnachtsmarkt an der berühmten Gedächtniskirche wurde abgesperrt. Der Lkw war laut Polizei von der Seite Kantstraße/Budapester Straße in der Nähe des Bahnhofs Zoo kommend bis zu 80 Meter weit über den Markt gerast. Danach sei er zurück auf die Budapester Straße gefahren und dort zum Stehen gekommen.
Die Innenminister von Bund und Ländern wollen am Dienstag über die Sicherheitslage beraten. "Wir haben uns für morgen Vormittag verabredet", sagte de Maizière am Montagabend. Es gehe darum, "am Telefon in einer Schaltkonferenz zu beraten, wie die Lage ist".
"Halten Sie bitte die Rettungswege für die Einsatzkräfte frei. Bitte helfen Sie der Polizei. Bleiben Sie zu Hause und verbreiten Sie keine Gerüchte" steht an dieser Anzeigetafel in Berlin.
Nach Worten von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (M.) war die Situation am Montagabend unter Kontrolle. "Was wir hier sehen, ist dramatisch", sagte Müller auf dem Breitscheidplatz. Seine Gedanken seien bei den Familien, die Tote oder Verletzte zu beklagen hätten.