Berlinale 2018 Großes Kino in Berlin
Die 68. Internationalen Filmfestspiele in Berlin haben begonnen. Beherrschendes Thema ist die #MeToo-Debatte über Missbrauch in der Filmbranche.
Kino könne Rollen- und Weltbilder ins Wanken bringen, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bei der Gala. "Umso bitterer, dass Frauen im Filmgeschäft vielfach bis heute in Rollen gedrängt werden, die sie nicht spielen wollen." Macht und Angst seien viel zu lange stille Komplizen gewesen, sagte sie.
In Hollywood trugen Frauen bei der Verleihung der Golden Globes zuletzt kollektiv Schwarz als Protestzeichen. Das war in Berlin anders. Das Festival verzichtete auch darauf, den roten Teppich durch einen schwarzen zu ersetzen, wie es eine Online-Petition gefordert hatte.
Zur Eröffnungsfeier kamen zahlreiche Stars wie Bryan Cranston, Bill Murray, Bob Balaban, Jeff Goldblum and Yojiro Noda (v.r.n.l.).
Auch Tilda Swinton (l.) and Mari Natsuki kamen zum Auftakt. Zur Feier am Potsdamer Platz waren mehr als 1600 Gäste eingeladen.
Durch die Show führte Anke Engelke. Festivaldirektor Dieter Kosslick machte sich in seiner Rede für den Journalisten Denis Yücel stark, der seit einem Jahr in der Türkei in Haft sitzt.
Hier ist Kosslick auf dem Roten Teppich mit zwei Drag-Queens zu sehen.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte bei der Gala: "Wir sollten in einer Welt leben, in der die Grenzen des Gegenübers ganz selbstverständlich respektiert werden. Sexismus, Rassismus, Antisemitismus gehen uns alle an."
Viel deutsche Schauspielprominenz war auch zu Gast. Hier die Schauspieler Daniel Brühl (links), Moritz Bleibtreu und Johanna Wokalek.
Natalia Wörner kam mit ihrem Lebensgefährten, Justizminister Heiko Maas (SPD).
Die Berlinale zeigt bis zum 25. Februar 385 Filme aus 78 Ländern. Die elftägige Berlinale gilt mit jährlich mehr als 300.000 verkauften Tickets als weltweit größtes Publikumsfestival. Die begehrten Preise werden am vorletzten Tag verliehen.