Berliner Mauer - DER SPIEGEL
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Berliner Mauer Die zwei Tode der Marienetta Jirkowsky

Sie war 18, als sie 1980 im Kugelhagel der Grenzer starb. Ein Kreuz am Reichstag erinnert an Marienetta Jirkowsky, nun soll auch ein Platz nach ihr benannt werden - doch ihre Familie will das mit allen Mitteln verhindern. Dürfen Angehörige das Gedenken an ein SED-Opfer bestimmen? Und was treibt sie? Von Stefan Appelius
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Maueropfer Marienetta Jirkowsky: Dieses Passfoto von Marienetta Jirkowsky entging der Beschlagnahme und Vernichtung durch die DDR-Staatssicherheit. Es wurde in den Westen geschmuggelt und gelangte in das Berliner Museum Checkpoint Charlie.

Foto: Stefan Appelius
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Tatort Mauer: Von einem Mauergrundstück in einer Gartensiedlung aus überwanden Marienetta Jirkowsky und ihre beiden Begleiter mit Hilfe von drei Leitern zwei Mauerhindernisse und einen elektrischen Alarmzaun, bevor sie entdeckt und beschossen wurden. Dieses Foto machte die Staatssicherheit vom Ort des Geschehens in Frohnau.

Foto: BStU
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An Marienettas Grab: Falko Vogt, der die Flucht überlebte, 2009 am Grab von Marienetta Jirkowsky, die hier 1980 nach ihrem Tod an der Mauer unter großen Sicherheitsvorkehrungen der Stasi beigesetzt wurde. Hier sind auch ihre inzwischen verstorbenen Eltern beerdigt.

Foto: Stefan Appelius
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Mauerflüchtling Vogt: Mit Marienetta Jirkowsky und ihrem Freund floh auch Falko Vogt in der Nacht zum 22. November 1980 bei Hohen Neuendorf durch den Todesstreifen nach West-Berlin. Die beiden Männer gelangten unverletzt über die Mauer, das Mädchen wurde von Kugeln der DDR-Grenzer getroffen und starb. Hier zeigt Vogt das Haus in Spreenhagen bei Berlin, in dem Marienetta zuletzt mit ihren Eltern wohnte.

Foto: Stefan Appelius
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Spurensucher Vibing: Der Däne Ivan Vibing lernte Marienetta Jirkowsky Anfang 1980 zufällig auf dem Bahnhof von Fürstenwalde kennen. Genau ein Jahr später erfuhr er von ihrem tragischen Tod an der Berliner Mauer. Nach dem Mauerfall machte er sich auf die Suche nach Spuren von Marienetta.

Foto: Stefan Appelius
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Observiert: Falko Vogt (links) im Frühjahr 1981 in Begleitung eines BBC-Journalisten am erneuerten Gedenkkreuz für Marienetta Jirkowsky in der Invalidensiedlung in Frohnau. Die Aufnahme wurde von der Stasi gemacht. Das erste Kreuz hatte ein Stasi-IM kurz zuvor entwendet und nach Ost-Berlin geschafft.

Foto: BStU
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Falko Vogt: Als Falko Vogt im Frühjahr 1981 an die Fluchtstelle nach Frohnau in unmittelbarer Nähe der Mauer zurückkehrte, wurde er von Soldaten der französischen Besatzungsmacht beschützt. Nicht ohne Grund, wie dieses MfS-Observationsfoto belegt.

Foto: BStU
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Hauptstraße in Spreenhagen: In dem Örtchen Spreenhagen im Südosten Berlins wuchs Marienetta Jirkowsky auf. Bis heute glauben dort viele, dass die junge Frau an ihrem tragischen Schicksal selbst schuld war.

Foto: Stefan Appelius
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Klassenfoto: Marienetta (vordere Reihe, 4.v.l.) als Sechstklässlerin mit ihren Schulkameraden auf einem Klassenfoto.

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Schulausflug: Nicht alle Bilder von Marienetta fielen dem MfS in die Hände. Diese Aufnahme zeigt sie bei einer Kahnpartie mit ihrer Schulklasse im Spreewald. Marienetta sitzt in der vorletzten Reihe in der Mitte. Das Foto muss Anfang der siebziger Jahre entstanden sein.

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Maueropfer-Gedenken: Sechs weiße Kreuze erinnern heute am Spreeufer in unmittelbarer Nähe des Reichstages an das Schicksal von DDR-Bürgern, die zwischen 1961 und 1989 bei der Flucht über die Mauer getötet wurden. Eines trägt den Namen von Marienetta Jirkowsky.

Foto: Stefan Appelius
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"Marinettas" Gedenkkreuz: Marienetta Jirkowsky starb im Novenber 1980 als 18-Jährige bei dem Versuch, die Mauer bei Hohen Neuendorf zu überwinden, an Schüssen in den Unterbauch. Leider hat sich auf dem Gedenkkreuz beim Reichstag ein Schreibfehler in ihren Vornamen eingeschlichen.

Foto: Stefan Appelius
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?