Wahl in Italien Die Wut der Berlusconi-Anhänger
Berlusconi bei einer Wahlkampfrede in Turin am Sonntag: Der Ex-Premier ist wieder da, er hat kurz vor der Wahl in den Umfragen aufgeholt. Sein Erfolg alarmiert die Bundesregierung in Berlin.
Zurzeit reist Berlusconi durchs Land für große Wahlkampfreden, wo er gegen Nachfolger Monti, die Linken und die deutsche Politik wettert.
Berlusconi-Anhänger Giovanni Ferrante in Palermo: Ferrante ist arbeitslos und verspricht sich von Berlusconi, dass der neue Jobs schafft. Er sagt: "Nur Silvio kann Italien retten."
Rentner Angelo di Pisa, mit 77 nur ein Jahr älter als Berlusconi, ist sauer über die Politik in Berlin. "Ihr Deutsche behandelt uns doch wie jemanden aus der dritten Liga. Und Silvio ist der Einzige, der sich das nicht gefallen lässt."
Die Verehrung für Berlusconi trägt teils religiöse Züge. Di Pisa sagt: "Damals haben sie Jesus beschimpft und beschmutzt, heute machen sie das mit Silvio."
"Ich stehe an Silvios Seite": Berlusconi-Anhänger am Samstag im Teatro Politeama in Palermo.
Der "Cavaliere" hielt in Palermo eine zweieinhalbstündige Rede vor Tausenden Anhänger. "Sollen wir uns weiter eine Politik von Deutschland diktieren lassen, die Italien ruiniert?" "Noooooo!", brüllen die Anhänger.
"Silvio, Italien glaubt an dich": Unterstützerplakat vor Berlusconis Wohnung im Römer Palazzo Grazioli. Laut Umfragen dürfte ein Viertel der Wähler für Berlusconi stimmen.
Berlusconi (hier im Januar in Rom) hat in den letzten Wochen aufgeholt, doch die Sozialdemokraten liegen immer noch vorne.
Berlusconi-Anhängerinnen (Archivbild vom März 2011): Wer mit den treuen Anhängern redet, taucht ab in eine Parallelwelt, in der kein Platz für Zweifel an Berlusconi ist und in der die Rollen klar verteilt sind - Silvio ist der Gute, die anderen sind die Bösen.