Bermuda-Dreieck - DER SPIEGEL
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Bermuda-Dreieck Versunken und erlogen

Fünf Flugzeuge verschwinden, was bleibt, ist eine Legend. 1945 startet eine Staffel amerikanischer Torpedobomber und kehrt nie zurück. Es ist die Geburtsstunde des Bermuda-Mythos. Seitdem kursieren die wildesten Schauermärchen über das Gebiet im Atlantik - und eine einfache Erklärung.
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Der Beginn einer Legende: Am 5. Dezember 1945 verschwanden mit Flug 19 fünf Torpedo-Bomber mitsamt 14 Mann Besatzung, bevor sie zu ihrem Stützpunkt Fort Lauderdale in Florida zurückkehren konnten. Eine großangelegte Suchaktion konnte weder Wrackteile noch Ölflecke finden. Anders als die Legende es besagt, war die Wetterlage zum Zeitpunkt des Verschwindens ungünstig, es wurden Stürme und hoher Seegang vermeldet. Der Flugführer hatte die Position offenbar falsch eingeschätzt und flog mit seiner Mannschaft aufs offene Meer hinaus.

Foto: National Archives
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Auf der Suche verschollen: Der Verlust der Suchmaschine vom Typ Martin Mariner am 5. Dezember 1945 fügt dem Fall von Flug 19 weiteres Schauerpotential hinzu. Entgegen der Legende startete die Maschine jedoch nicht unmittelbar nach dem letzten Funkspruch von Flug 19 um 16.25 Uhr, sondern erst gegen 19.30 Uhr. Daher darf eine Explosion, die um 19.50 Uhr in der Gegend beobachtet wurde, durchaus als Ursache für ihr Verschwinden angesehen werden.

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Der Tod, der hat drei Ecken: Das etwa 600.000 Quadratkilometer große Seegebiet zwischen Miami, Bermuda und Puerto Rico hat unter dem Namen "Bermuda-Dreieck" oder auch "Teufels-Dreieck" schaurige Berühmtheit erlangt. Es lässt die Vorstellungskraft von Verschwörungstheoretikern seit Jahrzehnten im, äh, Dreieck springen. So wurden die Unglücksfälle in der Region unter anderem auf Wurmlöcher, auf Raum-Zeit-Verschiebungen und auf Entführungen durch Außerirdische, die im All einen Weltraumzoo eröffnen wollen, zurückgeführt.

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Unter See: Das Atom-U-Boot "Scorpion" verschwand im Mai 1968 mit 99 Mann Besatzung im Bermuda-Dreieck. Einige Monate später wurde ihr Wrack in drei Kilometern Tiefe geortet, konnte aber nicht geborgen werden.

Foto: AP
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Unglück oder Zauberei: Auf ihrem 7,60 Meter langen Kabinenkreuzer mit dem Namen "Witchcraft" brachen zwei Männer am Abend des 22. Dezember 1967 auf, um sich etwa eine Meile vor der Küste von Miami die Weihnachtsbeleuchtung der Stadt anzusehen. Wenig später meldeten sie der Küstenwache per Funkspruch, die Schiffsschraube sei beschädigt worden. Ein Rettungstrupp machte sich auf den Weg. Die Legende besagt, dass sie trotz präziser Positionsangaben nicht gefunden wurden. Tatsächlich war nicht klar, wo genau die Männer trieben. Trauriger Fakt: Beide blieben mitsamt ihrem Boot verschwunden.

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Fliegender Güterwagen: Am 5. Juni 1965 war ein Flugzeug der US-Luftwaffe vom Typ "C-119 Flying Boxcar" im Bermuda-Dreieck verloren gegangen. Die Maschine war mit zehn Personen an Bord von Milwaukee auf dem Weg zur Insel Grand Turk. Mehrere Tage dauerte die Suche an, verlief allerdings ergebnislos. Allerdings gaben die beiden amerikanischen Astronauten James McDivitt und Ed White, damals mit der "Gemini 4"-Mission im All unterwegs, an, zur Zeit des Unglücks über dem Absturzgebiet ein Ufo gesehen zu haben.

Foto: AP
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Fliegende Tankstellen: Zwei Tankflugzeuge vom Typ KC-135 starteten am 28. August 1963 von Florida zu einer Mission über dem Atlantik. Sie verschwanden vom Radar, ohne eine einzige Notfallmeldung gefunkt zu haben. Suchtrupps fanden später Wrackteile einer KC-135, das Militär vermutete einen Zusammenstoß beider Maschinen in der Luft - bis weitere Wrackteile gesichtet wurden, gute 300 Kilometer entfernt. Entgegen der Legende ist die US-Luftwaffe dennoch bis heute überzeugt davon, dass die KC-135er in der Luft kollidiert sind. Die Sichtung der Wrackteile an anderer Stelle wird mit einem Irrtum erklärt.

Foto: AP
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Schwefelkönigin: Im Februar 1963 brach der Kontakt zur "Marine Sulphur Queen" ab, die sich mit einer Ladung flüssigen Schwefels auf dem Weg nach Norfolk, Virginia, befand. Einige Tage später wurde sie vermisst gemeldet, die Suchmannschaften bargen einige Wrackteile. 1972 wurde ein Gerichtsspruch bestätigt, der besagte, die "Marine Sulphur Queen" sei seeuntüchtig gewesen.

Foto: National Archives
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Spielball der See: Der bekannte Yachtsegler Harvey Conover und sein Boot "Revonoc" (Conover rückwärts gelesen) verschwanden mitsamt vier weiteren Männern an Bord im Januar 1958 im Bermuda-Dreieck. Der Grund war ziemlich irdisch: Zwar galt Conover als überaus fähiger Segler und sein Boot als besonders sicher. Doch zum Zeitpunkt des Verschwindens fegten Stürme über die Region, die laut einem Bericht in der "New York Times" "beinahe Hurrikanstärke aus der schlimmsten Mittwintersturmlage in der Geschichte von Südflorida" erreichten.

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Im Licht Miamis gesehen: Der Fall einer verschwundenen DC-3-Passagiermaschine mit 27 Menschen an Bord gilt unter Bermuda-Theoretikern als besonders tragisch. Der Legende nach soll sich die Maschine am 28. Dezember 1948 bereits im Anflug auf Miami befunden haben, als sie spurlos verschwand. Tatsächlich stützt sich diese Annahme allein auf den Funkspruch des Piloten, der meldete, dass bereits die Lichter von Miami zu sehen seien und die Maschine nur noch 80 Kilometer vom Landeort entfernt sei. Vermutlich war das eine Fehleinschätzung - und damit auch die Erklärung für das Verschwinden.

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Denkbare Außeneinwirkung: Die Linienmaschine "Star Tiger", eine Tudor 4 der British South American Airways, verschwand am 30. Januar 1948, kurz nachdem sie in ihrem letzten Funkspruch abgesetzt hatte. Alles sei in Ordnung, die Ankunft sei abzusehen, sendete der Pilot - dann verschwand die Maschine, ohne dass die genaueren Umstände später geklärt werden konnten. Weil aber im Untersuchungsbericht erwähnt wurde, dass der Verlust des Flugzeugs möglicherweise auf "äußere Ursachen" zurückzuführen sei, traten umgehend Ufo-Theoretiker auf den Plan. Tatsächlich bezeichnet der Ausdruck "äußere Ursache" jedoch alle anderen Einflüsse außer menschlicher und technischer Einwirkung - zum Beispiel das Wetter.

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Release of the Kraken: Die USS "Cyclops" verschwand im März 1918 auf dem Weg von Barbados nach Norfolk vor der Küste Virginias. Erst zwei Monate später gab man die Suche nach dem 180 Meter langen Kohlenschiff auf. Eine Zeitschrift äußerte die Vermutung, ein riesiger Krake hätte die "Cyclops" umarmt und mit sich in die Tiefe gezogen. Wahrscheinlicher jedoch ist, dass sie Opfer eines heftigen Sturms wurde, der Anfang März in Norfolk tobte.

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Sie ist eine der Berühmtesten unter den Bermuda-Legenden - die "Mary Celeste". Am 4. Dezember 1872 wurde sie von der "Dei Gratia" herrenlos treibend auf dem Atlantik gefunden. Verschwiegen wird dabei meist der genaue Fundort - die "Mary Celeste" wurde zwischen Portugal und den Azoreninseln, Hunderte Kilomenter vom Bermuda-Dreieck entfernt, aufgefunden.

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