Berühmte Doppelagenten - DER SPIEGEL
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Diener vieler Herren Berühmte Doppelagenten

Superman oder Lügner? Vor 60 Jahren klaute Doppelspion Horst Hesse für die DDR eine komplette US-Agentendatei. Einen Nato-Schlag vereitelte er mit dem filmreifen Coup nicht - obwohl die Stasi ihn jahrzehntelang in diesem Irrglauben ließ.
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Das "Auge des Tages": Auf der Bühne zog sie sich halbnackt aus - im wahren Leben verhüllte Mata Hari ihre Identität. Die Tochter eines Hutmachers wurde 1876 als Margaretha Gertruida Zelle im niederländischen Leeuwarden geboren. Während des Ersten Weltkrieges wurde die angeblich indische Tänzerin und Edelprostituierte mit dem Künstlernamen "Mata Hari" (javanesisch für: "Auge des Tages") zunächst von einem deutschen Generalkonsul und dann vom französischen Geheimdienst als Agentin angeworben. Doch "Mata Hari" wurde rasch enttarnt: Am 15. Oktober 1917 wurde sie in Vincennes bei Paris wegen Doppelspionage und Hochverrats hingerichtet.

Foto: Keystone-France/ Gamma-Keystone/ Getty Images
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Der "Jahrhundertspion": Er besaß eine Vorliebe für schnelle Pferde, Sexorgien und Champagner - und schaffte es bis zum Vize-Chef des österreichischen Militärgeheimdienstes. Ab 1907 war Nachrichtenoffizier Alfred Redl gleichzeitig als "Agent Nr. 25" und "R" für das zaristische Russland tätig. Zudem belieferte Redl, Jahrgang 1864, auch den italienischen und französischen Geheimdienst. Am 24. Mai 1913 wurde der Mann, der im Vorfeld des Ersten Weltkriegs brisante Informationen für viel Geld verkaufte, enttarnt - und beging eine Nacht später Selbstmord.

Foto: imago
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Der Tunnel-Maulwurf: 1922 als Sohn einer Holländerin und eines Ägypters mit britischem Pass geboren, arbeitete Geheimagent Georg Blake zunächst für den britischen Geheimdienst MI6, der ihn nach Berlin schickte. Dort sollte er gegenüber sowjetischen Offizieren als potenzieller Überläufer auftreten und sie so anwerben. Doch Blake stellte sich tatsächlich in den Dienst des KGB - und plauderte alle Geheimnisse aus, von denen er Kenntnis hatte. Zum Beispiel, dass die CIA gemeinsam mit den Engländern einen mehrere hundert Meter langen Spionagetunnel von West- nach Ostberlin grub. 1959 enttarnt, wurde Blake zu 42 Jahren Haft verurteilt, konnte jedoch aus dem Gefängnis fliehen. Heute lebt er in Moskau.

Foto: Keystone/ Getty Images
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Der Top-Überläufer: Der gebürtige Moskauer, Jahrgang 1938, arbeitete ab 1963 für den KGB - und ab 1974 für den britischen Geheimdienst MI6. Elf Jahre lang versorgte Oleg Antonowitsch Gordijewski den Westen zuverlässig mit Geheimnissen aus der Sowjetunion. Auch über den wahrscheinlichen Aufstieg des KP-Politikers Michail Gorbatschow informierte er früh. Nachdem der höchstrangige öffentlich bekannte KGB-Überläufer 1985 in Moskau verhört wurde und die Gefahr bestand, enttarnt zu werden, floh er nach Großbritannien.

Foto: AP
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Deckname "Stubenmädchen": Die Top-Spionin musste sich zweimal einem Lügendetektor-Test unterziehen - und bestand die Prüfung: 1982 entdeckte das FBI die gebürtige Chinesin Katrina Leung (r.) für sich. Mehr als zwei Jahrzehnte versorgte die erfolgreiche Geschäftsfrau (Deckname "Stubenmädchen") die Amerikaner mit Informationen über ihre chinesischen Handelspartner - und erhielt als Gegenleistung rund 1,7 Millionen Dollar vom FBI. Gleichzeitig jedoch gab Leung vertrauliche US-Informationen an den chinesischen Geheimdienst weiter. Das Geheimmaterial, das sie Peking weitergab, beschaffte sie sich offenbar von ihrem langjährigen Liebhaber, dem FBI-Agentenführer James Smith. 2003 wurde Leung verhaftet.

Foto: Kevork Djansezian / AP
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Deckname "Söhnchen": Der in Indien geborene Cambridge-Absolvent Kim Philby wurde 1949 vom britischen Geheimdienst MI6 nach Washington geschickt, um dort mit der CIA zusammenzuarbeiten - und gab sein gesammeltes Wissen an den sowjetischen Geheimdienst weiter. Nachdem der Doppelagent mit dem Decknamen "Söhnchen" enttarnt worden war, floh Philby nach Moskau - und spionierte ab sofort, diesmal offiziell, für den KGB. 1988 verstarb er in Moskau. Philby, Jahrgang 1912, war das berühmteste Mitglied des später als "Cambridge Five" bekannten Spionagerings: einer Gruppe kommunistisch gesinnter britischer Elite-Überläufer.

Foto: AP
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Der 2,5-Millionen-Dollar-Mann: Er galt der CIA als eines ihrer besten Talente - und arbeitete neun Jahre lang gleichzeitig für die Sowjetunion. Doppelspion Aldrich Hazen Ames, der 20 bis 25 Agenten ans Messer geliefert hatte, wurde 1994 enttarnt und zu einer lebenslänglichen Gefängnisstrafe ohne Begnadigungschance verurteilt. Für seine Spionage-Tätigkeit hatte der Mann mit der Vorliebe für schnelle Autos und teure Uhren angeblich 2,5 Millionen Dollar kassiert. "Ich wollte eine Zukunft", sagte Ames einmal zu seiner Motivation.

Foto: Luke Frazza / AFP
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Der Ur-Bond: Der mythenumwobene Abenteurer diente Autor Ian Fleming als Vorbild für dessen 007-Romane und trug den Spitznamen "Ass der Spione". Sidney Reilly, der stets behauptete, 1874 in Odessa als Sohn irisch-jüdischer Eltern geboren zu sein, belieferte als Doppelagent mindestens vier Staaten mit Informationen - allen voran Briten und Russen. 1918 sollte er im Auftrag der Briten die Bolschewiki stürzen und deren Revolutionsführer ermorden. Dafür wurde er angeblich 1925 in einem Wald bei Moskau erschossen.

Foto: Getty Images
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Der Pipeline-Agent: Beim FBI ausgerechnet für Spionageabwehr zuständig, verriet der US-amerikanische Doppelagent Robert Philip Hanssen, Jahrgang 1944, über 22 Jahre hinweg Informationen an die Sowjetunion und später an Russland. Im Laufe seiner Maulwurfkarriere servierte Hanssen dem Osten mindestens 6000 geheime Dokumente. Er gab die Informationen so zuverlässig "wie eine Pipeline" an Moskau weiter, schrieb die "Washington Post". 2001 wurde der Doppelagent festgenommen und zu lebenslanger Haft verurteilt.

Foto: Getty Images/ FBI
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