Berühmte Duelle Hauen und Stechen um Ruhm und Ehre
Bis zum ersten Blut: Mit Degen trugen der Sozialist Gaston Defferre und der gaullistische Abgeordnete René Ribière im April 1967 das letzte offizielle Duell in Frankreich aus. Defferre hatte Ribière während einer Sitzung der französischen Nationalversammlung einen Idioten genannt, der hatte die Wiederherstellung seiner Ehre durch einen Zweikampf gefordert. Dass das in Frankreich illegal war, machte ihm nichts aus: "Die Ehre gilt mir mehr als das Gesetz", posaunte er.
Kleiner Kratzer, große Gefühle: Der unterlegene René Ribière läßt sich nach dem Duell von seiner Verlobten Magdeleine Dars versorgen. Einen Tag später heiraten sie.
Sozialistische Politikerhoffnungen: Francois Mitterrand (2. v. r.), der 1981 zum französischen Präsidenten gewählt wurde, mit seinem späteren Innenminister Gaston Defferre (3. v. l.) bei einem Protestmarsch von Bürgermeistern im Jahr 1970.
"König der Canebière": 33 Jahre, bis zu seinem Tod 1986, war Gaston Defferre Bürgermeister der französischen Hafenmetropole Marseille und ihrer Prachstraße Canebière. Zur blühenden Mafiaszene an der Cote d'Azur, der berüchtigten "French Connection" wurden ihm enge Verbindungen nachgesagt.
Ehre, Mut und Männlichkeit: Seine Hochzeit erlebte das bürgerliche Duell im 18. und 19. Jahrhundert, viele bekannte Persönlichkeiten - ob Dichterfürst Alexander Puschkin oder Arbeiterführer Lassalle - fielen ihm zum Opfer. Zwar war das Duellieren eigentlich seit jeher strafbar, doch die Gesetze wurden sehr lax gehandhabt.
Heinrich Heine: Eigentlich lehnte er Duelle zeitlebens ab, 1841 musste er dennoch in Paris zu einem Pistolenduell antreten. Doch der Schuss seines Kontrahenten Salomon Strauß prallte am gut gefüllten Portemonnaie Heines ab. "Gut angelegtes Geld" - wie der Dichter salopp bemerkte. Voller Verachtung für das Duellwesen feuerte er seinen Schuss ziellos in die Luft.
Tödliches Ende eines Duells: Männer der oberen Schichte konnten sich im 18. und 19. Jahrhundert einem Duell kaum verweigern, zu groß war der gesellschaftliche Druck. Offiziere konnten sogar aus dem Dienst entlassen werden, wenn sie eine Herausforderung ablehnten. Verweigerer galten schlicht als nicht kampf- und kriegsfähig.
Pistolen-Duell: Das Duell gab es über Jahrhunderte in zahllosen Varianten, mit unterschiedlichsten Waffen. Gekämpft wurde "bis zum ersten Blut" oder auf Leben und Tod. Das "amerikanische Duell" war das brutalste: Eine weiße und eine schwarze Kugel entschieden über Leben und Tod. Wer die schwarze zog, musste sich innerhalb von 24 Stunden selbst das Leben nehmen.
Herzensbrecher und Abenteurer: Der berüchtigte Frauenheld Giacomo Girolamo Casanova soll in seinem Leben zahlreiche Duelle ausgefochten haben. Weltbekannt wurde er dennoch erst nach seinem Tod durch seine Memoiren "Geschichte meines Lebens".
Arbeiterführer Lasalle: Er starb nicht für die Revolution, sondern im Duell. 1858 verweigerte sich der Sozialist noch aus politischen Überzeugungen und auf Anraten seiner Freunde Karl Marx und Friedrich Engels einem Duell. Acht Jahre später starb er bei einem Zweikampf - den er selbst angezettelt hatte.
Jean-Marie Le Pen: Der mehrfach vorbestrafte rechtsextreme französische Politiker war einer der Sekundanten beim Duell Defferre-Ribière.
Russicher Dichterfürst: Auch Alexander Puschkin erlag den Folgen eines Duells. Ein Schuss eines französischen Gardeoffiziers traf ihn in den Unterleib. Zankapfel war Puschkins Frau Natalja, angeblich seinerzeit "die schönste Frau Moskaus".