Berühmte Tiere - DER SPIEGEL
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Von Frackt- und Pelzträgern Die beliebtesten Zootiere

Wir woll'n euch Grunzen sehen! Schon vor Knut eroberten besonders niedliche, große oder ungewöhnliche Tierparkbewohner die Herzen der Menschen. Und wie beim Berliner Eisbären nahm manche Zookarriere ein tragisches Ende. einestages über weiße Gorillas, kriegsversehrte Löwen - und Pinguine im Ritterstand.
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Floquet de Neu - die Schneeflocke

Wie alles begann: 1966 erblickte der Farmer Benito Mané im Urwald von Spanisch-Guinea einen ungewöhnlichen weißen Junggorilla in einer Gruppe normaler Gorillas. Er tötete alle anderen Affen, um an das Jungtier zu gelangen. Ein Mitarbeiter des Zoos von Barcelona kaufte ihm den weißen Gorilla ab und brachte ihn in den Tierpark der katalonischen Hauptstadt.

Berühmt, weil: Floquet de Neu (katalanisch für Schneeflocke) blieb der bisher einzige weltweit bekannte Albino-Gorilla. Abgesehen von seiner hellen Farbe und einer ausgeprägten Scheu vor Licht unterschied er sich nicht von seinen Artgenossen. Das ungewöhnliche Tier wurde schnell zur international bekannten Attraktion des Zoos - und zu einem inoffiziellen Maskottchen Barcelonas.

Karriereende: Ab 2001 erkrankte er an Hautkrebs, höchstwahrscheinlich in Folge seines Albinismus. Am 24. November 2003 wurde Floquet de Neu mit etwa 39 Jahren eingeschläfert.

Foto: © Reuters Photographer / Reuters/ REUTERS
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Nils Olav - der Ritterliche

Wie alles begann: 1972 beschloss die norwegische Königsgarde, die regelmäßig zu einem militärischen Musikfestival nach Edinburgh reiste und vor allem den dortigen Zoo sehr zu schätzen wusste, einen der Zoobewohner als Ehrenmitglied in ihre Einheit aufzunehmen: Einen Königspinguin, den sie auf den Namen Nils Olav tauften.

Berühmt, weil: Seither ist Nils Olav über die Jahre immer weiter befördert worden - zum Oberstabsgefreiten, zum Feldwebel, zum Oberst. Selbst nach dem Tode des ersten Nils Olav wurde ein Nachfolger aus dem Zoo bestimmt, der auf den Namen Nils Olav II. getauft wurde. Er genoss am 15. August 2008 die höchste Ehrung des norwegischen Königshauses: Im Namen des Königs wurde er zum Ritter geschlagen.

Karriereende: Da sich der Medienrummel um den Pinguin jedoch nur auf die gelegentlichen Besuche der Garde beschränkt, kann Nils Olav in der Zwischenzeit ein weitgehend von Journalisten unbelästigtes Leben im Zoo führen.

Foto: REUTERS
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Knautschke - der Überlebende

Wie alles begann: Im Mai 1943 wurde im Berliner Zoo das Flusspferd Knautschke geboren, das zum größten Publikumsliebling des Zoos avancieren sollte.

Berühmt, weil: Er war eines von nur wenigen Tieren des Zoos, die die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges unversehrt überstanden hatten - lediglich bei einer Sprengung des im Tiergarten angelegten Flakturms wurde er verletzt, erholte sich jedoch wieder. Und auch seine am 3. April 1952 geborene Tochter Bulette (hier links im Bild beim beherzten Biss in das Hinterteil ihres Vaters) wurde zum Publikumsmagneten.

Karriereende: Doch nicht zu jedem seiner Jungtiere pflegte Knautschke ein solch liebevolles Verhältnis: 1988 wurde er bei einem Rivalenkampf mit seinem Sohn Nante so stark verletzt, dass er eingeschläfert werden musste.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Friedrich Seidenstücker
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Koko - die Sprachbegabte

Wie alles begann: Am 4. Juli 1972 wurde das Gorillaweibchen Koko im Zoo von San Francisco geboren. Mit Hilfe der Forscherin Francine Patterson stellte sich bald ihr besonderes Talent heraus: Sie erlernte ab ihrem ersten Lebensjahr in jahrelangem Training über tausend Zeichen der amerikanischen Zeichensprache - und lernte, rund 2000 verschiedene gesprochene englische Worte zu verstehen.

Berühmt, weil: Zum Publikumsliebling wurde der hochbegabte Gorilla allerdings durch seine Tierliebe: Im Sommer 1984 nahm das Weibchen eine junge Manx-Katze in ihre Obhut, der sie selbst den Namen "All Ball" gab. Als die kleine Katze im Dezember des Jahres entwischte und überfahren wurde, soll Koko laut Patterson auf die in Zeichensprache übermittelte Todesnachricht geantwortet haben: "Schlimm, traurig, schlimm".

Karriereende: Nachdem Koko in den siebziger Jahren von den Medien gefeiert wurde - und 1978 ein Dokumentarfilm über sie sogar auf dem Filmfestival von Cannes lief - wurde das Medienecho in den folgenden Jahren immer geringer.

Foto: AP
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Obaysch - Star nach Kindsentführung

Wie alles begann: 1849 fing der ägyptische Vizekönig Abbas I. auf einer Nilexpedition ein junges Flusspferdkalb ein, dessen Mutter einer seiner Jäger erlegt hatte. Er brachte es nach Kairo, von wo es ein Jahr später im Tausch gegen mehrere britische Windhunde nach Großbritannien verschifft wurde.

Berühmt, weil: Schnell wurde Obaysch berühmt, da Flusspferde zu dieser Zeit in europäischen Zoos eine Seltenheit waren. Obaysch wurde zum Publikumsmagneten des Londoner Zoos und zog täglich um die 10.000 Besucher an. Lewis Carroll schrieb ein Gedicht zu Ehren des Tiers - und mit der "Hippopotamus Polka" von Louis St. Mars wurde sogar ein Gassenhauer von dem Flusspferd inspiriert.

Karriereende: Am 11. März 1878 starb Obaysch im Londoner Zoo. Aber noch heute ziert eine Plastik des Tiers die Bibliothek der Zoological Society of London.

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Knut - der Waisenjunge

Wie alles begann: Nach seiner Geburt am 5. Dezember 2006 im Zoologischen Garten Berlin wurde Eisbärjunge Knut von seiner Mutter Tosca verstoßen. Pfleger Thomas Dörflein zog ihn als Findelkind mit der Flasche groß.

Berühmt, weil: Der knuffige kleine Bär und der ihn bemutternde bärtige Tierpfleger erweichten die Herzen der Nation - und schließlich der ganzen Welt. Hunderte Journalisten belagerten den Zoologischen Garten und brachten den jungen Eisbären in praktisch jede Nachrichtensendung der Republik, aber auch in die Schlagzeilen chinesischer, südafrikanischer und indischer Medien. Selbst auf das Titelblatt der internationalen Vanity-Fair-Ausgabe schaffte Knut es im Mai 2007.

Karriereende: Am 19. März 2011 begann Knut sich im Außengehege plötzlich im Kreis zu drehen und fiel dann in das Wasserbecken. Eine Sektion ergab, dass er an einer Gehirnerkrankung gelitten hatte, der er im Alter von nur vier Jahren erlegen war.

Foto: ddp
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Flocke - der Nürnberger Knut

Wie alles begann: Am 11. Dezember 2007 wurde die kleine Eisbärin Flocke im Tiergarten Nürnberg geboren. Als ihr Muttertier Vera jedoch im Januar begann, sich seltsam zu verhalten, wurde ihr Junges zu seiner eigenen Sicherheit von ihr getrennt, von Menschen aufgezogen - und wurde ein Star.

Berühmt, weil: Deutschland war in vollem Knut-Fieber, und war der bereits sooooooo süß gewesen, war Flocke sooooooooooooooooo süß (siehe Foto). Die Zoodirektion machte aus der direkten Konkurrenz zum Berliner Medienstar keinen Hehl und titelte auf einem Werbeplakat mit einem Bild von Flocke: "Knut war gestern".

Karriereende: Wie Knut verwandelte sich der knuffige kleine Pelzball jedoch bald in ein enormes, furchteinflößendes Raubtier. Im April 2010 zog sie schließlich weg aus Nürnberg - in den südfranzösischen Themenpark Marineland.

Foto: dpa
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Crabzilla - Das Monster aus der Tiefe

Wie alles begann: Dieser tierische Star, eine japanische Riesenkrabbe, ging japanischen Fischern 2010 im Pazifik ins Netz - und tourte seither durch Aquarien in Birmingham, im niederländischen Scheveningen und Paris.

Berühmt, weil: Berühmt wurde Crabzilla, weil er selbst für die Verhältnisse der immerhin als größte Krebsart der Welt bekannten japanischen Riesenkrabben auf großem Fuß lebt: Vier Meter misst die Spannweite seiner Beine, und er wächst immer noch.

Karriereende: Da japanische Riesenkrabben für den Laien sehr ähnlich aussehen, wurde die Karriere des krabbelnden Stars bald von billigen Imitatoren unterwandert: So wirbt etwa inzwischen auch das Sea Life Aquarium im kalifornischen Carlsbad mit einem "Crabzilla" - auch wenn der deutlich kleiner ist als sein Vorbild.

Foto: AFP
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Sandy - die Neuverliebte

Wie alles begann: Nachdem Brillenpinguinweibchen Sandy 1996 im Tiergarten Münster geboren wurde, bemerkte man zunächst nichts Auffälliges an ihr. Doch schon im Alter von zwei Jahren deutete sich ein besonderes Interesse an Menschen an.

Berühmt, weil: Durch ihren Pfleger Peter Vollbracht wurde Sandy auf Menschen geprägt - und wählte schließlich, nachdem sie von ihrem Pinguin-Männchen verlassen wurde, auch Vollbracht als Partner. Der Zoo setzte den in einen Menschen verliebten Pinguin offensiv in der Öffentlichkeitsarbeit ein. Sandy war zu Gast bei Harald Schmidt, Johannes B. Kerner und Jürgen Fliege.

Karriereende: Nachdem Sandy 2004 zum beliebtesten Tier des Zoos gewählt wurde, wurde es inzwischen wieder etwas ruhiger um den Vogel. Doch nach wie vor ist Sandy ein Liebling des Publikums - da sie keinerlei Scheu vor Menschen zeigt.

Foto: dpa
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Zarafa - die Modeschöpferin

Wie alles begann: Die Giraffenkuh Zarafa war 1827 nach der sogenannten Medici-Giraffe, 1486 nach Europa gebracht worden war, das erste Exemplar seiner Art in Europa. Zarafa war ein Geschenk des Vizekönigs von Ägypten, Muhammad Ali Pascha, an Karl X., den König von Frankreich.

Berühmt, weil: Massen von Zoobesuchern strömten in den Pariser Jardin des Plantes, um das ungewöhnliche Tier zu bestaunen. Schnell rief Zarafa in Frankreich eine ganze Modewelle hervor: Unter Männern wurden gefleckte Westen und hohe Hüte, "girafiques" genannt, beliebt. Frauen trugen ihr Haar zu einem Knoten hochgesteckt "à la girafe".

Karriereende: Wenig später sandte Muhammad Ali Pascha auch an andere Zoos in Europa Giraffen - und Zarafa verlor ihre Einzigartigkeit. Sie starb am 12. Januar 1845, ausgestopft und steht bis heute im Musée d'Histoire im westfranzösischen La Rochelle.

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Jumbo - der Riese

Wie alles begann: 1861 gelangte der junge Elefantenbulle Jumbo von Abessinien nach Paris, von wo er wenig später nach London weiterverschifft wurde. Ab 1865 war er eine der Hauptattraktionen des Londoner Zoos.

Berühmt, weil: Afrikanische Elefanten waren zu dieser Zeit extrem selten in europäischen Zoos, und insbesondere die Möglichkeit, auf dem im Londoner Zoo auf dem großen Tier zu reiten, begeisterte die Menschen. Als der Tierpark seinen Star 1882 an den Schausteller P. T. Barnum verkaufte, gingen Wellen der Entrüstung durch die Bevölkerung.

Karriereende: 1885 wurde Jumbo auf einer seiner Tourneen in Kanada auf einem Bahnhof von einem Zug erfasst und getötet.

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Adwaita - der Uralte

Wie alles begann: Bereits um 1750 wurde das Aldabra-Riesenschildkröten-Männchen Adwaita geboren. Britische Seeleute fingen ihn auf den Seychellen ein, von wo ihn seine Reise über Paris bis nach England führte.

Berühmt, weil: Seit dem Jahr 1875 lebte die Schildkröte im Zoo von Kalkutta, und wurde über die Jahre vor allem durch ihr enormes Alter weltberühmt. Mit höchstwahrscheinlich 256 Jahren gilt sie als das älteste Tier, das je in Gefangenschaft gelebt hat.

Karriereende: Ende 2005 bekam ihr Panzer einen Riss, was eine folgenschwere Infektion nach sich zog. Adwaite starb am 22. März 2006.

Foto: REUTERS
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Rieke - die Kriegsheimkehrerin

Wie alles begann: Die Uganda-Giraffe Rieke wurde im Oktober 1938 im Zoo von Berlin in bewegte Zeiten hineingeboren: Während eines Luftangriffs der Alliierten im November 1943 kamen beide Elterntiere von Rieke um, sie selbst wurde verletzt. Sie wurde nach Wien verfrachtet, wodurch sie den Kämpfen um Berlin im Mai 1945 entging.

Berühmt, weil: Berühmt wurde Rieke, als sie am 19. August 1953 - als einziges der im Krieg evakuierten Tiere - nach Berlin heimkehrte. Hunderte Besucher warteten bereits vor ihrem Gehege. Für die Zoobesucher wurde sie zu einem Symbol der Hoffnung.

Karriereende: Nach einer schweren Tuberkulose-Erkrankung im Jahr 1954 erholte sich die Giraffe nie wieder vollständig. Sie starb im Alter von 18 Jahren am 25. Februar 1957.

Foto: Scherf, Archiv Tierpark
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Paul - das Okrakel

Wie alles begann: Im Alter von wenigen Monaten kam der Krake Paul 2008 aus dem britischen Weymouth in das Sea Life Centre von Oberhausen. Zunächst wurde dem Seetier keine besondere Beachtung in den Medien geschenkt.

Berühmt, weil: Das änderte sich jedoch, als der Zoo Paul während der Fußball-Europameisterschaft 2008 als Orakel einsetzte: Indem er sich für einen von zwei mit Länderflaggen versehenen Futterbehälter entschied, sollte Paul das Ergebnis von Spielpartien vorhersagen - und tat das mit erstaunlicher Genauigkeit. Vier seiner sechs Vorhersagen entpuppten sich als korrekt. Noch besser lag seine Trefferquote allerdings zwei Jahre später während der Fußball-WM: Hier sagte er achtmal nacheinander die richtigen Spielergebnisse der deutschen Mannschaft voraus - auch die Niederlage gegen Spanien.

Karriereende: Nach Ende der WM - und der enttäuschenden Niederlage der schon siegesgewissen deutschen Fußballmannschaft - geriet Paul in Vergessenheit. Wissenschaftler vermuteten eine Manipulation hinter den Vorhersagen des Kraken. Und so starb er am 26. Oktober 2010 abseits des Rampenlichts in seinem Aquarium. Im Januar 2011 errichtete das Sea Life Aquarium Oberhausen ihm zu Ehren ein Denkmal.

Foto: dapd
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Punxsutawney Phil - ein Murmeltier als Wetterfrosch

Wie alles begann: Eigentlich beträgt die normale Lebenserwartung eines Murmeltiers nur etwa zehn Jahre. Umso erstaunlicher, dass das Murmeltier Phil angeblich schon seit 1887 bei den Festlichkeiten zum "Groundhog Day" am 2. Februar in Punxsutawney, Pennsylvania, auftritt.

Berühmt, weil: Sieht Phil dabei seinen Schatten und klettert in seinen Bau zurück, so gilt dies als Voraussage, dass der Winter noch sechs weitere Wochen andauern wird. Sieht er seinen Schatten hingegen nicht, so ist ein früher Frühling zu erwarten und Phil wird in sein Gehege im Tiergarten von Punxsutawney zurückgebracht. Der Brauch geht auf ein altes schottisches Lied zurück.

Karriereende: Vor allem die Kinokomödie "Und täglich grüßt das Murmeltier" machte den regionalen Brauch im Jahr 1993 weltbekannt. Nach dem Abklingen des Filmerfolgs ließ auch der plötzlich einsetzende Medienrummel um das wetterfühlige Murmeltier wieder nach.

Foto: AP
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Marjan - der tragische Held

Wie alles begann: 1976 wurde der Löwe Marjan im Kölner Zoo geboren - und bald als Geschenk an den Zoo von Kabul übergeben. Dort erwartete ihn eine lange Leidensgeschichte.

Berühmt, weil: Bei einer Mutprobe sprang 1995 ein junger Soldat in das Gehege und wurde von dem Löwen getötet. Ein Angehöriger rächte sich am nächsten Tag mit einem Anschlag, bei dem der Löwe schwer verletzt wurde.

Karriereende: Jahrelang wurde der Löwe zu einem Symbol der afghanischen Hoffnung auf Frieden und überlebte die Kriegsjahre Afghanistans. Trotz internationaler tiermedizinischer Hilfe verstarb er jedoch 2002 an den Folgen seiner Verletzungen und Entbehrungen.

Foto: AP
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Petermann - der Vermenschlichte

Wie alles begann: 1947 kam der Schimpansenjunge als Waisenkind in den Zoo von Köln, weil sein Muttertier bei einem Transport gestorben war. Die Stieftochter des Zoodirektors zog ihn ohne Kontakt zu anderen Schimpansen groß.

Berühmt, weil: Von klein auf wurde das niedliche Tier zum Liebling der Massen - und gnadenlos vermenschlicht: Man zog ihm Kleidungsstücke an, brachte ihm bei, mit Besteck von einem Teller zu essen und ließ ihn auf Sitzungen der Kölner Karnevalsgesellschaften auftreten. Erst, als er im Alter von zehn Jahren geschlechtsreif und damit aggressiver gegenüber seiner Umwelt wurde, endete der Verniedlichungszirkus um den Primaten.

Karriereende: Doch die fehlgeleitete Erziehung zeigte ihre Wirkung - Petermann konnte nicht mehr mit Artgenossen zusammenleben, litt an schweren Verhaltensstörungen. Als am 10. Oktober 1985 seine Käfigtür nicht verschlossen war, floh er gemeinsam mit der Schimpansin Susi. Auf seinem Weg in die Freiheit traf er auf Zoodirektor Gunther Nogge, den er anfiel und lebensgefährlich verletzte. Wenig später wurden die beiden Schimpansen auf ihrer Flucht von Polizisten erschossen.

Foto: dpa
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Heidi - Superstar mit Silberblick

Wie alles begann: Das 2008 in North Carolina geborene Virginia-Opossum Heidi wurde als Jungtier mutterlos aufgefunden und von Wildpflegern großgezogen. Über eine Zwischenstation im dänischen Odense gelangte sie 2010 nach Deutschland in den Zoo von Leipzig.

Berühmt, weil: Durch ihr starkes Schielen wurde das ulkige Opossum schnell zum Star des Tierparks, das weit über die deutschen Grenzen hinaus Medieninteresse weckte: Heidi trat in der Jimmy-Kimmel-Late-Night-Show auf - und wurde selbst im Time Magazine mit einem Artikel bedacht.

Karriereende: Am 28. September 2011 musste Heidi im Zoo wegen Altersschwäche eingeschläfert werden.

Foto: AFP
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Antje - die Telegene

Wie alles begann: Bereits kurz nach ihrer Geburt am 25. Mai 1976 im Hamburger Tierpark Hagenbeck trat das pazifische Walrossweibchen Antje ins Rampenlicht: Sie wurde zum Maskottchen des Norddeutschen Rundfunks ernannt.

Berühmt, weil: Bekannt wurde sie nicht nur, nachdem ihr Antlitz in das Logo des Senders übernommen wurde, sondern vor allem durch Kurzfilme von ihr. Da der NDR werbefrei war, mussten Sendepausen durch Einspielungen überbrückt werden - und in diesen Pausen sah man Antje, die beruhigend mit ihrer Schnauze Wasser über den Beckenrand blies.

Karriereende: Mitte Juli 2003 hörte Antje auf zu fressen und schaffte es nicht mehr, aus dem Becken herauszukommen. In der Nacht zum 17. Juli 2003 starb sie im Alter von 27 Jahren.

Foto: dpa
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Hua Mei - der Pornobär

Wie alles begann: Durch künstliche Befruchtung kam das Pandabärenweibchen im August 1999 im Zoo von San Diego zur Welt. Sie sollte der erste Bär ihrer Art werden, der in den USA das Erwachsenenalter erreicht.

Berühmt, weil: Von Kindesbeinen an genoss sie großes Medieninteresse: Über eine Webcam konnten Zuschauer bereits ihre ersten Lebensmonate stets live mitverfolgen. Für weitere Schlagzeilen sorgte sie, als sie nach ihrer Rückkehr 2004 nach China zum ersten im Zoo geborenen Pandabärenweibchen wurde, das mit Hilfe von Videos von Panda-Paarungen selbst zur Paarung bewogen werden konnte.

Karriereende: Hua Mei lebt heute in dem Wolong-Naturreservat in der Provinz Sichuan, wo sie bereits mehrfache Mutter wurde.

Foto: REUTERS
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