Maler Willi Sitte Der Staat und der Künstler
Willi Sitte: Am Samstagmorgen verstarb der Maler im Alter von 92 Jahren in seiner Wahlheimat Halle.
Sitte wurde 1921 in Kratzau in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren und studierte bis 1941 Malerei, bevor er zum Wehrdienst eingezogen wurde.
Nach dem Krieg - und einem kurzen Aufenthalt in Italien, wo er als Partisan kämpfte - ging Sitte in die DDR und stieg dort schnell zu einem der wichtigsten Maler des jungen Staates auf.
Wie kaum ein Zweiter prägte er den sogenannten Sozialistischen Realismus, den er als "Ausdruck einer Haltung zur Wirklichkeit" verstanden wissen wollte.
Nach der Wende wurde die Kritik an Sitte und seinen Verbindungen zum DDR-Staatsapparat lauter, gleichwohl wurde auch sein künstlerisches Schaffen anerkannt. So erhielt er 2008 den "Halleschen Kunstpreis".
Seit 2006 werden in der Galerie "WSitte" in Merseburg umfangreiche Arbeiten aus dem Privatbesitz des Malers gezeigt.