Beruf Schäfer Die Letzten ihrer Art
Die angehende Schäferin Verena Jahnke, 20, kämpft sich durch 160 trächtige Schafe und sucht neue Lämmer. Eigentlich stehen ihre Schafe auch im Winter draußen, nur die werdenden Mütter genießen besonderen Komfort. mehr...
Dieses Lamm gehört eigentlich zu einem anderen Schaf, doch das hatte nicht genug Milch. Deswegen zogen Verena Jahnke und ihr Vater einem toten Lamm das Fell ab, und...
...wenn dessen Mutter an dem Fell ihres toten Kindes riecht, nimmt sie das Lamm als ihr eigenes an. Nach drei, vier Tagen zieht Verena Jahnke den Fellpulli wieder aus.
"Ziege steh!", sagt Verena Jahnke zur Amme, wenn sie ihr ein neues Halbwaisen-Lamm vorbeibringt. Meist klappt das problemlos, trotzdem kontrolliert sie regelmäßig, ob das Lamm auch trinkt.
Verena Jahnke hat lange überlegt: Will ich wirklich Schäferin werden? Jeden Tag früh raus, spät ins Bett, kaum Urlaub und wenig Geld? Nachdem sie aber in der elften Klasse bei einem Anwalt hospitierte, wusste sie: nie wieder Büro!
Verena Jahnke und ihre Kollegen in der Glockenbergsschäferei in Eimke, Niedersachsen, wachen über rund 2000 Schafe und Lämmer.
Verena Jahnke mit Schäferhemd, Schäferstock und Anja. Insgesamt hat sie fünf Schäferhunde, die sie abwechselnd mit zu den Tieren nimmt.
Die Herde bleibt nur wenige Tage auf einer Weide, dann treibt Verena Jahnke sie zur nächsten.
Diese beiden Lämmer, erst einen Tag alt, brachte Verena Jahnke im Bulli über die Straße. Danach finden sie ihre Mutter nicht mehr und die junge Schäferin hilft suchen. "Da muss ich dir deine Lämmer erst unter die Nase reiben", sagt sie.
Die Schafe wandern das ganze Jahr über von Weide zu Weide - auch im Schnee. Nur im vergangenen Winter bauten Verena Jahnke und ihr Vater erstmals provisorische Ställe, weil Schnee und Eis alles Grün bedeckten und fütterten dort die Schafe.
Vor etwa 15 Jahren zog Verena Jahnke mit ihren Eltern auf diesen Hof in Eimke. Seitdem geht sie mit ihrem Vater Schafe hüten. Ihr Bruder hat sich gegen die Tiere entschieden und wurde Elektriker.