Besetzung der Brent Spar - DER SPIEGEL
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Öko-Krieger gegen Weltkonzern Seeschlacht um einen Stahlkoloss

Im Jahr 1995 kaperten Greenpeace-Aktivisten die Ölplattform Brent Spar und lieferten sich mit dem Weltkonzern Shell eine beispiellose Seeschlacht. Die Aktion, die später zum größten Erfolg der Öko-Krieger wurde, war intern zunächst höchst umstritten und begann als Flop - bis Shell den ersten Fehler beging.
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Seeschlacht: Das Boot "Torbas" versucht mit einer riesigen Wasserkanone zu verhindern, dass Greenpeace Aktivisten auf die Plattform Brent Spar absetzt. Der Weltkonzern Shell erntet europaweit Entrüstung für sein ruppiges und gefährliches Vorgehen, denn mit den Wasserkanonen wird auch auf Greenpeace-Männer und den Hubschrauber geschossen.

Foto: AP
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Hoch über der Nordsee: Eine Greenpeace-Aktivistin wird am 4. Mai 1995 per Seilwinde auf die insgesamt 137 Meter große Ölplattform Brent Spar hochgezogen, die allerdings nur knapp 40 Meter aus dem Wasser herausragt.

Foto: Sabine Vielmo/Greenpeace
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"Stop Shell!": Greenpeace-Aktivisten haben im Mai 1995 das Hubschrauberlandedeck der Brent Spar mit Ballons und Bannern geschmückt. Die Bilder vom Kampf gegen den Ölmulti gingen um die Welt.

Foto: AP
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Sturm auf die Brent Spar: Ein Greenpeace-Mitglied klettert an einem Netz auf die Brent Spar. Die Besetzung begann am 30. April 1995. Die ersten Umweltschützer stiegen eine rostige Außenleiter hoch und ließen danach Kletternetze und Seilwinden herunter. Wegen schlechten Wetters konnten einige Aktivisten erst Tage später auf die Plattform gelangen.

Foto: Sabine Vielmo/Greenpeace
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In der Kleidung des Gegners: Ein französischer Koch und Greenpeace-Aktivist, der sich ausgerechnet einen ausgedienten Shell-Overall angezogen hat, bei der Arbeit auf der besetzten Brent Spar. Greenpeace legte Essens- und Trinkvorräte auf der Plattform ein, um notfalls Monate auszuharren.

Foto: Sabine Vielmo/Greenpeace
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Hollywood in der Nordsee: Mit riesigen Wasserkanonen, die pro Minute sechs Tonnen Wasser ausspucken, versucht Shell im Juni 1995 zu verhindern, dass Greenpeace die Brent Spar erneut besetzt. TV-Journalisten berichten live von der spektakulären Auseinadersetzung zwischen der NGO und dem Weltkonzern. Der Kampf um die Ölplattform wird zum Paradebeispiel für eine meisterhaft inszenierte Kampagne.

Foto: REUTERS
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Schlafkojen: Als die ersten Greenpeace-Aktivisten die Brent Spar am 30. April 1995 besetzen, finden sie eine völlig verdreckte Anlage vor. So gehörte es zu den ersten Aufgaben, den Wohn- und Schlafbereich zu säubern. Die Fotografin und Zeitzeugin Sabine Vielmo machte diese Aufnahme von den Schlafkojen der Brent Spar.

Foto: Sabine Vielmo/Greenpeace
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Angriff auf Shell: Shell-Pächter Peter Krautzig begutachtet am 16. Juni 1995 seine ausgebrannte Tankstelle in Hamburg-Volksdorf. Insgesamt wurden in Deutschland mehrere Anschläge auf Shell-Tankstellen verübt und Dutzende Morddrohungen verschickt. Greenpeace war entsetzt und rief zum Gewaltverzicht auf.

Foto: AP
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Müllkippe Meer: Greenpeace-Mitglieder protestieren 1995 in Bremerhaven auf dem Gelände einer Shell-Tankstelle gegen die geplante Versenkung der ausgedienten Ölplattform Brent Spar. Viele Deutsche boykottieren Shell-Tankstellen; bei manchen Pächtern bricht der Umsatz um 50 Prozent ein.

Foto: dpa
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Shell-Misere: "Hier herrscht tote Hose", sagt Tankwart Wolfgang Schwarz (Foto von 1995) von der Shell-Tankstelle am Hamburger Dammtor. Sogar FDP-Generalsekretär Guido Westerwelle und Vertreter der Kirchen hatten zum Boykott von Produkten des Mineralölkonzerns aufgerufen.

Foto: dpa
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Gijs Thieme: Der Holländer war 1995 der Ideengeber für die Besetzung der Brent Spar und musste monatelang in den verschiedenen Greenpeace-Länderbüros Überzeugungsarbeit leisten. Die später erfolgreichste Kampagne in der Geschichte von Greenpeace stieß zunächst intern auf wenig Begeisterung. Thieme, der bis 1994 bei Greenpeace fest angestellt und danach beratend tätig war, lebt heute in Hamburg.

Foto: Gijs Thieme
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Protest-Plattform: Die Grundidee der Greenpeace-Kampagne war, die Brent Spar im wahrsten Wortsinne als Plattform zu benutzen, um allgemein gegen die Nordsee-Verschmutzung zu protestieren. Es ging um ein Symbol und ums Prinzip, denn die Versenkung der Plattform mit etwa 130 Tonnen Ölschlamm hätte keine ökologische Katastrophe ausgelöst.

Das Foto zeigt zwei Aktivisten (in roten Jacken), die am 16. Juni 1995 per Hubschrauber auf der Brent Spar abgesetzt worden waren.

Foto: AP
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Greenpeace macht's vor: Ein Aktivist zerlegt am in Hamburg symbolisch ein rund fünf Meter hohes Modell der Ölplattform Brent Spar. Greenpeace forderte die Entsorgung der umstrittenen Plattform an Land, die Shell 1995 nach einem monatelangen Streit mit Greenpeace zugesagt hatte.

Foto: dpa
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Unerwarteter Sieg: Mit Champagner begießen Greenpeace-Mitglieder am 20. Juni 1995 in London ihren Erfolg - Shell war eingeknickt und hatte an diesem Tag zugesagt, die Ölplattform Brent Spar an Land zu entsorgen. Es war der größte Erfolg in der Geschichte der Organisation.

Foto: dpa
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Später Erfolg: Die Greenpeace-Aktivisten Chris Sterk (links) und Michael O'Cadhla, die Brent Spar besetzt hatten, stehen am 26. Juni 1995 in Brüssel vor einem Modell der Plattform. Drei Jahre später beschlossen dort die 15 Teilnehmerstaaten der Ospar-Konferenz, die über den Schutz der Meeresumwelt im Nordost-Atlantik beriet, ein generelles Versenkungsverbot für Ölplattformen.

Foto: AP
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Demontage: Von der "Thialf", dem größten Schwimmkran der Welt, wurde im November 1999 in einem norwegischen Fjord in der Nähe der Stadt Stavanger die Demontage des oberen Teils der Ölplattform Brent Spar vorbereitet. Vier Jahre zuvor hatte Shell nach massiven Protesten die geplante Versenkung der Ölplattform im Atlantik gestoppt.

Foto: dpa
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Protest: Greenpeace-Aktivisten verbarrikadieren mit Giftfässern das Gebäude in Hamburg, in dem im Mai 1995 eine Umweltkonferenz tagte. Die damalige Umweltministerin Angela Merkel hatte sich gegen eine Versenkung der Brent Spar im Nordatlantik ausgesprochen.

Foto: dpa
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Letzte Ruhestätte: Teile der Brent Spar sind 1999 dann doch noch versenkt worden. Zersägte Metallringe bilden heute das Fundament eines Hafenbeckens in der Nähe der norwegischen Stadt Stavanger. Shell hatte 1995 für die Versenkung im Nordatlantik Kosten von 11,8 Millionen Pfund prognostiziert. Die Entsorgung am Land kostete Shell mehr als 100 Millionen Pfund - hinzu kam der große Imageschaden.

Foto: dpa
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