Bilanzbetrug Der Fall Satyam
Satyam-Gründer Raju: Sieben Jahre lang fälschte er nach eigenen Angaben die Bilanzen seines IT-Konzerns. "Es war wie der Ritt auf einem Tiger. Man weiß nicht, wie man absteigen soll, ohne dabei gefressen zu werden", schrieb er an seinen Verwaltungsrat.
Satyam-Zentrale in Hyderabad: Die 1987 gegründete Firma machte die südindische Stadt zu einer IT-Metropole. "Cyberabad" wird sie daher auch genannt.
Satyam-Mitarbeiter auf dem Weg zur Arbeit: Der Alltag in dem Unternehmen geht weiter, doch rund 53.000 Angestellte des Konzerns bangen um ihre Zukunft.
Übergangsvorstand: Hochrangige Manager lenken die Satyam-Geschäfte, seitdem Raju sowie weitere Manager wegen der Vorwürfe der Bilanzfälschung im Gefängnis sind.
Interimsvorstandschef Ram Mynampati verspricht, die Geschäfte würden weitergehen. Der Skandal trifft das Unternehmen jedoch zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, da das indische Wirtschaftswachstum sich angesichts der weltweiten Konjunkturkrise abschwächt. Gerade die IT-Industrie, die etwa sechs Prozent des indischen Bruttoinlandprodukts ausmacht, ist von Exporten abhängig und daher von der Krise besonders betroffen.
Rummel vor PricewaterhouseCoopers in Hyderabad: Die Prüfer des Unternehmens wollen die Mängel in den Satyam-Bilanzen nicht gesehen haben. Seit Mitte Januar kommt es vor dem Gebäude nun zu Protesten, zuletzt demonstrierte hier die Kommunistische Partei. Auch das Interesse der Journalisten ist groß: Wie kann es angehen, dass Fehler in dieser Größenordnung übersehen wurden?
Gefängnis in Hyderabad: Polizisten bewachen den Eingang der Haftanstalt, in der Raju derzeit in Untersuchungshaft sitzt.
Unterstützer von Raju haben Blumen und Statements auf Plakaten vor dem Eingang des Gefängnisses niedergelegt. "Wir glauben an dich", heißt es da ...
... und: "Halte durch!" In der indischen Bevölkerung wird derweil immer häufiger diskutiert, ob Bilanzfälschungen nicht ein allgemeines Problem von familiengeführten Industriekonzernen ist.
Solidaritätskundgebung: Satyam-Mitarbeiter zeigen mit Handabdrücken und Unterschriften, dass sie weiterhin hinter der alten Konzernführung unter Raju stehen. Für viele ist der Firmengründer so etwas wie ein Familienvater und eine Heldenfigur.
Hilfe von den Göttern: Satyam-Mitarbeiter beten in einem Tempel in Hyderabad für den verhafteten Raju.