Berg- und Actionfotos von Röbi Bösch "Für Ueli"
Ueli Steck auf der Aiguille Blanche de Peuterey im Mont-Blanc-Massiv: Der Fotograf Robert Bösch lernte den Profikletterer Steck vor rund 20 Jahren kennen. Sie wurden Freunde und machten viele Bergtouren zusammen.
Vergangenes Jahr verunglückte der Speedkletterer Steck tödlich im Himalaya. Bösch war gerade unterwegs zu ihm, als er von seinem Tod erfuhr. Der Fotograf war tief erschüttert. Auf dem Foto sind Steck (l.) und Bösch (r.) während einer Expedition im Himalaya im Jahr 2007 zu sehen.
Seinen neuen Bildband "Mountains" hat Bösch seinem alten Freund gewidmet. "Für Ueli" steht auf der ersten Seite. Auch auf dem Cover ist Ueli Steck zu sehen: im südlichen Eigerjoch in den Berner Alpen.
Seit gut 30 Jahren fotografiert Bösch Landschaften und Athleten - insbesondere in den Bergen. Auf diesem Foto ist der Bikeprofi Harald Philipp auf einer steilen Passage oberhalb des Grödner Jochs in den Dolomiten zu sehen.
Thomas Rogenmoser auf der Reuss in der Schöllenschlucht in den Urner Alpen. Um solche Foto machen zu können, muss Bösch manchmal von einem Helikopter aus fotografieren oder einen guten Aussichtspunkt in den Bergen erklimmen. Doch niemals würde er für ein Foto bewusst ein unnötiges Risiko eingehen wollen, sagt er.
Auch um Klischees macht der Actionfotograf einen großen Bogen. Auf diesem Foto ist trotzdem eines der bekanntesten Motive der Berner Alpen zu sehen: die Kulisse von Eiger, Mönch und Jungfrau. Der Gleitschirmpilot Chrigel Maurer ritzt mit seinem Schirm die Wasseroberfläche des Sulsseewli.
Früher war Bösch selbst ein leistungsorientierter Bergsteiger und stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Dazu müsse man auch manchmal ein Risiko eingehen, sagt er. Beim Fotografieren sei er jedoch gar nicht risikofreudig.
Manchmal müsse er eher die Athleten bremsen, denn kein Bild sei es wert, einen schweren Unfall zu riskieren. Auf diesem Foto ist der Kamm des 3937 Meter hohen Piz Roseg in Graubünden zu sehen.
Auf allen Kontinenten war Robert Bösch bereits, fotografierte und bestieg viele Gipfel. Von bearbeiteten Fotos hält er nichts. "Mit der Inkonsequenz, dass ich manche Fotos nachträglich schwarz-weiß bearbeite", gibt er zu.
Ein sehr bekanntes Motiv und doch einzigartig: der Mount Everest, mit 8848 Metern der höchste Berg der Erde. Mittig schlängelt sich der Khumbu-Gletscher, dessen Eisbruch eine der riskantesten Passagen bei einer Everest-Besteigung ist.
Wieder ein Foto des Khumbu-Gletschers und diesmal werden die Dimensionen erst deutlich: Die kleinen gelben und orangen Punkte sind Zelte, die zum Basislager auf 5200 Metern gehören.
Der Bildband ist in verschiedene Kategorien aufgeteilt: "Schnee" ist eine oder "Luft", "Wasser" und "Fels" - doch egal, was das Element ist: Es geht immer um Berge.
Der Kletterer Cyrill Bösch klettert die Route "Härzbaragge" am Turm 4 des Salbit-Westgrats in den Urner Alpen. Im Mund hat er einen sogenannten Friend - ein mobiles Sicherungsmittel, mit dem sich Kletterer in nicht gesichertem Gelände absichern.
Man muss schon genauer hinsehen, um in diesem Bild die Menschen zu erkennen: An der Flanke des Genferpfeilers in der Eiger-Nordwand hängen Roger Schäli und sein Sicherungspartner Dani Mader in schwindelerregender Höhe.
Oftmals sind in Böschs Fotos die Menschen ganz klein inmitten von massiven Berggipfeln. Der Größenvergleich gibt einen Eindruck, wie riesig die Bergwelten sind, in denen sich einige Sportler bewegen. Im Foto ist Ueli Steck auf dem Peuterey-Grat im Mont-Blanc-Massiv zu sehen.
Und auch hier wirkt Steck winzig im Vergleich zu der gewaltigen Eiswand, die er empor klettert.
Sein Buch sollte keines über Ueli Steck werden, sagt der Fotograf Bösch. Doch immer und immer wieder taucht der verstorbene Profikletterer in dem Bildband auf. "Wir haben zusammen sehr viel erlebt", sagt Bösch.
Einige seiner Bilder wirken fast wie Gemälde. "Ein Bild entsteht in dem Moment, in dem ich auf den Auslöser drücke", sagt Bösch.
Wer bekommt bei diesem Bild nicht Lust auf den nächsten Skiurlaub? Peter und Ursina Gujan fahren die steile Abfahrt vom Weisshorn in Graubünden in symmetrischen Schlangenlinien ab.
So sieht es aus, wenn man sich nicht zwischen Skifahren und Fliegen entscheiden kann: Ueli Kestenholz mit einem Paraglider über dem Hochfirn an der Jungfrau in den Berner Alpen.
Inzwischen ist Bösch selbst nicht mehr auf ganz so extremen Expeditionen unterwegs. Erst kürzlich hat er zwei künstliche Kniegelenke bekommen - wahrscheinlich eine Belastungsfolge des Bergsteigens. Auf dem Foto ist er in einem Lager auf etwa 6000 Metern am Makalu zu sehen, einem Achttausender im Himalaya. Wie auf so vielen Expeditionen war er mit seinem guten Freund unterwegs, der auch das Foto von ihm machte: Ueli Steck.