Fotostrecke Schweizer Rebellen
Pomade im Haar, Denim auf der Haut und Elvis am Hals: Ab 1958 porträtierte der Fotograf Karlheinz Weinberger die Halbstarkenszene in Zürich.
Seine meist männlichen Models posierten für Karlheinz Weinberger in einem improvisierten Studio in dessen Wohnung im Zürcher Stadtkreis 4.
Mit seinen Bildern prägte Karlheinz Weinberger das Erscheinungsbild der Schweizer Schwulenzeitschrift "Der Kreis" mit. Bis zu deren Einstellung 1967 veröffentlichte er mehr als 80 Fotos in dem Magazin.
Als einer der ersten Fotografen in der Schweiz erhielt Weinberger Zugang zur Rocker-Szene. Später durfte er sogar den lokalen Ableger der "Hells Angels" ablichten.
Hufeisen vorm Gemächt: Eine Reminiszenz an die regionalen Wurzeln.
Der Fotograf lichtete auch Frauen ab, sein Hauptinteresse galt aber den Männern.
Halbstarker in James-Dean-Pose: Erst mit einer Ausstellung im Zürcher Museum für Gestaltung im Jahr 2000 wurde Weinbergers Arbeit einem breiteren Publikum bekannt.
Weinberger macht es einem nicht schwer, sich in die Protagonisten hineinzuversetzen, die er seit den Fünfzigern über Jahrzehnte porträtiert hat: Jugendliche und junge Erwachsene, die etwas anderes vom Leben erwarten als Berge, Kühe, die Enge des eigenen Kinderzimmers und die ihre eigene Subkultur zum Beispiel aus US-amerikanischem Rock 'n' Roll adaptierten.
Weinberger spürte seine Protagonisten auf Festivals, Volksfesten und Rockertreffen auf. Er fotografierte sie zwischen kindlicher Schüchternheit und erwachendem Stolz auf die eigene Szenezugehörigkeit.
"Born Loser": Die meisten von Weinbergers Modellen waren gesellschaftliche Randfiguren, Menschen, die von vielen als außerhalb der sozialen Norm betrachtet wurden.
Die Anziehungskraft von Weinbergers Bildern, die jetzt mit "Swiss Rebels" als Fotobuch verlegt wurden, ergibt sich nicht allein aus dem Kontrast von Rockern und Aussteigern auf saftigen Wiesen. Vielmehr gelingt es dem Amateurfotografen aus seiner eigenen Faszination fürs Sujet eine universelle zu machen.