Bilderfund - DER SPIEGEL
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Bilderfund Geheimnis des Nazi-Fotoalbums gelüftet

Erfolgreiche Geschichtsdetektive: Am Dienstag veröffentlichten die "New York Times" und einestages außergewöhnliche Bilder von der Ostfront im Zweiten Weltkrieg - und baten die einestages-Leser um Mithilfe bei der Suche nach dem unbekannten Fotografen. Nun ist das Rätsel gelöst.
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Das Rätsel ist gelüftet! Der Mann, der den Großteil der Bilder - auch dieses Selbstporträt - aufgenommen hat, ist der Salzburger Fotograf Franz Krieger. Er war ab Sommer 1941 Kriegsberichterstatter im "Reichsautozug 'Deutschland'", mit dem er bis in das zerstörte Minsk reiste.

Der erste Hinweis auf die Identität Kriegers kam von der einestages-Leserin Harriet Scharnberg, die derzeit an einer Doktorarbeit über Propagandafotografie arbeitet.

Foto: Privatkollektion via "New York Times"
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Einziges Bild der letzten Ruhestätte: Auch mit Hilfe des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge konnten die deutschen Soldaten identifiziert werden, die an dieser Stelle in Minsk beerdigt wurden. Sie sind alle im August 1941 gefallen.

Foto: Privatkollektion via "New York Times"
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Die Unbekannte: Die blonde Frau, die auf mehreren Fotos auftauchte, war Kriegers Ehefrau Frieda. Sie erlitt während des Zweiten Weltkriegs ein tragisches...

Foto: Privatkollektion via "New York Times"
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...Schicksal. Zusammen mit ihrer zweijährigen Tochter Heidrun starb sie am 17. November 1944 bei der Bombardierung Salzburgs.

Der Hinweis zu der Identität von Frieda Krieger kam per Email von Dr. Peter F. Kramml, dem Amtsleiter des Salzburger Stadtarchivs. Dieser Sammlung hinterließ der Fotograf Krieger sein 35.000 Fotos umfassendes Bildarchiv.

Foto: Privatkollektion via "New York Times"
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Selbstprotrait im Lazarett: Ab August 1942 war Krieger für die Wehrmacht als Nachschubfahrer in Polen und Russland unterwegs, wo er allerdings an Gelbsucht erkrankte und nach Deutschland zurückkehrte. So entstand auch diese Aufnahme Kriegers in einem Lazarett. Die Krankheit war sein Glück, denn andernfalls wäre er sicherlich in Stalingrad gefallen.

Auch dieser Hinweis kam von Dr. Peter F. Kramml, dem Leiter des Salzburger Stadtarchivs.

Foto: Privatkollektion via "New York Times"
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Namenlose Soldaten? Als Soldat ausgebildet wurde Franz Krieger in Bregenz, wo Neujahr 1942 auch dieses Foto entstand. Mit großem Eifer machten sich die einestages-Leser daran, ihre Identität zu lüften. Dabei half…

Foto: Privatkollektion via "New York Times"
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…die Rückseite des Fotos, die als einzige im gesamten Album beschriftet ist.

Auch einzelne Personen wurden erkannt. einestages-Leser Kiré LeBoen etwa identifizerte den deutsch-österreichischen Maler Franz Sedlacek, der zwischen den beiden Weltkriegen einer der bedeutendsten Maler Wiens war und seit 1945 vermisst wird.

einestages-Leser Christoph Blase vermutet, dass es sich bei einem der Männer um den Obergefreiten Franz Rizzoli handelt. Dieser wurde zuletzt am 1. Januar 1943 in Stalingrad gesehen und gilt seitdem als verschollen.

Foto: Privatkollektion via "New York Times"
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Der "Führer" vor der Fotografenlinse: Auf dem Rückweg von Minsk nach Berlin dokumentierte Franz Krieger im September 1941 auch das Treffen Hitlers mit Admiral Miklos Horthy, dem Regenten Ungarns, am Bahnhof Marienburg.

Foto: Privatkollektion via "New York Times"
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Hitler am Abteilfenster: Dieser Zug konnte von den einestages-Lesern als Hitlers Salonberatungswagen "Sal Ber 4ü-38a", Bestandteil seines persönlichen Frontzugs, identifiziert werden.

Foto: Privatkollektion via "New York Times"
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Schrift an der Wand: Auch der Spruch an dieser Gasthauswand konnte entziffert werden. Demnach handelt es sich um einen niederländischen Dialekt und der Spruch bedeutet grob übersetzt: "Lieber sturzbetrunken als verdursten."

Foto: Privatkollektion via "New York Times"
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?