Bildersprache: Gefährliche Tote - DER SPIEGEL
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Bildersprache Gefährliche Tote

Die US-Regierung will Bilder vom getöteten Osama Bin Laden unter Verschluss halten. Präsident Obama fürchtet die Erregung in der islamischen Welt. In der Geschichte war der Umgang mit Bildern von toten Politikergrößen stets heikel und umstritten. Doch am Ende wurden sie fast immer gezeigt.
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Kein Bild des Getöteten - nur ein Schlafraum in seinem Haus: TV-Aufnahme der Bin-Laden-Residenz in Abbottabad

Foto: REUTERS/ ABC News
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Nürnberg, 23. Oktober 1946: Hermann Göring wurde im Nürnberger Kriegsverbrechertribunal zum Tode verurteilt. Der Naziführer brachte sich aber noch vor der geplanten Hinrichtung durch eine Giftkapsel um. Die Alliierten machten Aufnahmen von den Nazigrößen, die am Galgen starben. Görings Leiche wurde ebenfalls auf eine Bahre gelegt. Anschließend wurden sie verbrannt, ihre Asche in einem Fluss verstreut.

Foto: AP
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Mailand, 28. April 1945: Partisanen haben die Körper von Faschistenführer Benito Mussolini, seiner Geliebten Clara Petacci und anderen Führern an einer Tankstelle aufgehängt. Zuvor waren Mussolini und Petacci erschossen worden. Der Leichnam des Diktators war lange verschwunden, heute liegt er in einem Familiengrab in Italien. Es ist eine Pilgerstätte für Rechtsextremisten aus aller Welt.

Foto: Keystone/ Getty Images
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Nahe dem Chong Sangham Pass, 16. April 1998: Der tote Pol Pot liegt in einer Hütte in Kambodscha. Der Führer der Roten Khmer, die zwischen 1975 und 1979 für den Tod von rund zwei Millionen Menschen verantwortlich zeichneten, hatte offenbar Selbstmord verübt. Mit seinem Tod konnte der Friedensprozess in Kambodscha beschleunigt werden. Die Bilder - auch auf Video - wurden weltweit ausgestrahlt.

Foto: AP
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Vallegrande, 10. Oktober 1967: Der zuvor von bolivianischen Truppen und CIA-Agenten gefangengenommene und dann erschossene 39-Jährige Guerillaführer Ernesto Che Guevara wird in einem Haus der Presse gezeigt. Guevaras sterbliche Überreste wurden erst Ende der neunziger Jahre durch den Hinweis eines früheren Soldaten entdeckt und nach Kuba überführt. Dort hatte er 1959 zusammen mit Fidel Castro die Batista-Diktatur gestürzt.

Foto: MARC HUTTEN/ AFP
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Dallas, Texas, 22. November 1963: US-Präsident John F. Kennedy wird bei der Fahrt durch Dallas erschossen. Die Umstände seines Todes sind bis heute Grund für viele Spekulationen. Anteil daran hatte auch die Haltung des Magazins "Life", das den 8-mm-Streifen, den sie vom Amateurfilmer Abraham Zapruder erworben hatte, jahrelang unter Verschluss hielt.

Foto: AP
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Undatiertes Foto, Dezember 1989: Der kommunistische Herrscher Rumäniens Nicolae Ceausescu und dessen Ehefrau wurden nach einem Aufstand von rebellierenden Truppen erschossen. Zuvor war eine Art Gerichtsverfahren erfolgt - das allerdings nicht westlichen Standards genügte. Die Erschießung selbst wurde zwar nicht im Fernsehen gezeigt, allerdings Filmbilder von den beiden Getöteten nach der Hinrichtung.

Foto: Rompres/ dpa
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Bagdad, 30. Dezember 2006: Der frühere irakische Diktator Saddam Hussein wird nach einem mehrmonatigen Strafverfahren, das mit seinem Todesurteil endete, in Bagdad gehenkt. Anschließend werden die Bilder, auch als Video, weltweit verbreitet. Saddam war nach der Invasion einer von den USA geführten Streitmacht gestürzt und später in einem Erdloch aufgespürt worden.

Foto: REUTERS / al-Iraqiya
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