Bildfälschung: Das Banner des Sieges - DER SPIEGEL
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Bildfälschung Das Banner des Sieges

Chaldejs Aufnahme der roten Fahne, die am 2. Mai 1945 auf dem Berliner Reichstagsgebäude gehisst wurde, gehört seit einem halben Jahrhundert zu den Ikonen der Zeitgeschichte. Doch wie Ernst Volland nun in einem Buch nachweist: Auch dieses Foto ist verfälscht.
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Bildmanipulation: Fotograf Jewgeni Chaldej hat die zwei großen Rauchwolken aus einer anderen seiner Aufnahmen in einer Negativ-Montage hinzugemogelt. Dass Ausschnitt und Hintergrund zwischen den beiden Fotos oben geringfügig abweichen, hat dagegen nichts zu sagen - Chaldej verwendete einen kompletten Film für diese Motivserie.

Foto: Sammlung Ernst Volland / Heinz Krimmer
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Retusche: Auf diesem Bild derselben Situation ist zu sehen, dass der zweite Soldat, der seinen auf dem steinernen Ornament balancierenden Kameraden vorsorglich festhält, an jedem Handgelenk eine Armbanduhr trägt. Dass die kurz nach dem Einmarsch in die Hauptstadt Beutegut waren, war zwar offensichtlich, sollte aber nicht gerade der Weltöffentlichkeit präsentiert werden. Also retuschierte Chaldej auch dieses Elemente aus dem Foto.

Foto: Sammlung Ernst Volland / Heinz Krimmer
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Rauchwolke: Aus dieser Aufnahme hat Jewgeni Chaldej die Rauchwolken für seine Negativ-Montage genommen.

Foto: Sammlung Ernst Volland / Heinz Krimmer
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Die auf etlichen Titelbildern verbreitete Farbvariante hat es als Originalfoto übrigens auch nie gegeben; dabei handelt es sich um eine manuelle Kolorierung durch den Fotografen. Die Abweichungen von der erwarteten dokumentarischen Authentizität sind also erheblich. Die zentrale Szene hat es so zwar gegeben, zusätzliche Dramatisierung durch Montage wurde aber offenbar schon damals geschätzt. Die komplette Geschichte dieses Bildes und viele weitere Informationen über den Fotografen Jewgeni Chaldej sowie den Soldaten, der damals die Flagge hisste, finden Sie in Ernst Vollands ausgiebig bebilderten Buch "Das Banner des Sieges", das 2009 im Berlin Story Verlag erschienen ist. Es hat 80 Seiten, ist mehrsprachig (Deutsch, Englisch, Italienisch und Spanisch) und kostet 9,80 Euro.

Foto: Sammlung Ernst Volland / Heinz Krimmer
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