Bildung - DER SPIEGEL
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Mathematik-Reform Kampf der Mengen

Professoren brüllten, Mathelehrer begingen Selbstmord: Anfang der Siebziger tobte in den Klassenzimmern der Mathe-Krieg um die Mengenlehre. Ralf Bülow blickt zurück auf ein pädagogisches Großexperiment, das im Verdacht stand, Schüler krank zu machen.
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Logische Blöcke: Zu den wenigen Lehrmitteln aus der Blütezeit der Mengenlehre, die noch heute erhältlich sind, zählen die logischen Blöcke nach Zoltan P. Dienes.

Foto: Ralf Bülow/DUSYMA Kindergartenbedarf GmbH
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Der junge Georg Cantor: Der Sproß einer dänisch-österreichischen Familie wurde 1845 in St. Petersburg geboren und zog 1856 ins Deutsche Reich um. Von 1869 bis zu seinem Tode lebte der Mathematiker in Halle, wo er auch die Mengenlehre entwickelte.

Foto: Ralf Bülow/Universität Hamburg - Department Mathematik
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Zahl im Kreis: Die Kreiszahl Pi an der Wand des Mathematikums in Giessen. So manchem dreht sich schon beim Gedanken an Mathematik alles.

Foto: AP
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Math Wars: Schüler einer Grundschulklasse experimentiern mit ihren Logischen Blöcken - einem wichtigen Element der Mengenlehre. Die Aufnahme dieser Methode in deutsche Grundschul-Lehrpläne war sehr umstritten und wurde nach kurzer Zeit bereits wieder rückgängig gemacht.

Foto: Kai Greiser
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Hinter Gittern: So fühlt sich so mancher Schüler vor einem Matheproblem. 2008 - das Jahr der Mathematik soll das Image des bei so vielen Schülern unbeliebten Fachs verbessern. In den Siebzigern hatte es schon einmal einen großen Streit gegeben, als an Grundschulen kurzzeitig die Mengenlehre eingeführt wurde. Dazu soll es nicht noch einmal kommen.

Foto: dpa
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Zoltan P. Dienes erklärt seine logischen Blöcke: Der 1916 geborene ungarische Mathematik-Pädagoge Zoltan P. Dienes war ein Missionar der Neuen Mathematik und der Grundschul-Mengenlehre. Er ist der Erfinder der logischen Blöcke.

Foto: Ralf Bülow/Herder Verlag
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Hausaufgaben: Eine Grundschulschülerin sitzt an ihren Mathematikaufgaben. Das von vielen ungeliebte Fach Mathe erlebte in den Siebzigern einen Skandal, als an Grundschulen die umstrittene Mengenlehre eingeführt wurde.

Foto: ddp
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Der Muff der Talare: In der Oper "Cantor - Die Vermessung des Unendlichen" des Österreichers Ingomar Grünauer singen am Openhaus in Halle/Saale während der Generalprobe Kammersänger Axel Köhler den Cantor (2.v.l.) und Björn Christian Kuhn, Olaf Schröder und Ki-Hyun Park (v.l.n.r.) die drei Mathematiker. Die Oper, die am 10. November 2006 ihre Uraufführung erlebt, zeigt den Mathematiker Georg Cantor, den Erfinder der Mengenlehre. Es geht um die Tragödie von Cantor, der geistig Außerordentliches leistete aber in seiner Zeit missverstanden wurde.

Foto: dpa
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Grübelnde Schüler: Mathematik ist ein Schulfach, das viele Schüler langweilig finden. Was sie nicht wissen, auch Mathematiker können über Inhalte derart in Rage geraten, dass sie sich gegenseitig anschreien. So geschehen auf einem Kongress in den Siebzigern, bei dem es um die Mengenlehre in Grundschul-Lehrplänen ging.

Foto: ddp
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Bildungsblase: Eine Besucherin zieht im Mathematikum in Giessen eine Seifenblasenhaut um sich hoch. Mathe kann eben auch spannend sein - insbesondere 2008 im Jahr der Mathematik soll das bewiesen werden.

Foto: AP
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A Beautiful Mind: In Georg Cantors Wirkunsstätte Halle kam 2006 die Oper "Cantor - Die Vermessung des Unendlichen", Text und Musik Ingomar Grünauer, zur Aufführung. Den Part des Mathematikers sang Axel Köhler.

Foto: Ralf Bülow/Gert Kiermeyer
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Mathematik-Hulk: Kammersänger Axel Köhler als Mathematiker Georg Cantor (1845 - 1918) in der Oper "Cantor - Die Vermessung des Unendlichen". Der Mathematiker hatte die Mengenlehre erfunden und war dafür immert wieder kritisiert worden.

Foto: dpa
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Unendliche Zahl: Eine Frau erklärt im Mathematikum in Giessen die Zahl Pi, die an der Wand als Spirale dargestellt ist. Ob der Gausssche Algorithmus, der Satz des Pythagoras oder die Binomischen Formeln - mathematische Sätze und Regeln können Schüler das Fürchten lehren. Das soll sich in diesem Jahr gründlich ändern. Das Bundesbildungsministerium hat 2008 zum Jahr der Mathematik erklärt. Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV) als zentraler Initiator erhofft sich für das "faszinierende und vielfältige" Fach neue Sympathiepunkte - nicht nur an den Schulen. Ein Bündel an Veranstaltungen, Wettbewerben und Ausstellungen soll das "eindimensionale Bild von der Mathematik in der Öffentlichkeit" um neue Sphären erweitern, sagt DMV-Präsident Günter M. Ziegler.

Foto: ddp
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?