Bizarre Begräbnisse und berühmte Leichen - DER SPIEGEL
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Bizarre Begräbnisse Ruhe in Unfrieden

Hunter S. Thompson trat mit einem Kanonenschlag ab. Vor zehn Jahren ließ der Skandalschriftsteller seine Asche per Kanone in die Luft schießen. Exzentrisch - doch bei Weitem noch nicht das absurdeste Schicksal, das einer Berühmtheit nach dem Tod widerfuhr.
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Lautstarker Abgang: Seine letzte Ruhe wollte Journalist und Schriftsteller Hunter S. Thompson möglichst laut antreten. Seit Jahrzehnten hatte er sich mit dem eigenen Tod beschäftigt. Nachdem er sich am 20. Februar 2005 das Leben genommen hatte, sorgte sein Freund Johnny Depp für eine Abschiedsparty nach Thompsons Vorstellungen, und die...

Foto: imago/ ZUMA Globe
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...war ähnlich exzentrisch wie die Texte des Verstorbenen: Zu japanischen Trommelschlägen und dem anschließenden Bob-Dylan-Song "Mr. Tambourine Man" schoss eine Kanone im Inneren der auf dieser noch verhüllten Säule angebrachten "Gonzo-Faust" Thompsons Asche in alle Winde. Auf seinen Wunsch hin erreichte die Faust-Kanone eine Höhe von 47 Metern - und war damit genau einen halben Meter höher als die Freiheitsstatue in New York.

Foto: ED ANDRIESKI/ AP
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Abgehoben: Noch viel höher hinaus als Hunter S. Thompson zog es seinen Zeitgenossen Timothy Leary. Der "Drogenpapst", der seinem Körper unglaubliche Mengen an illegalen Substanzen zugeführt hatte, starb 1996 an Krebs. Zuvor hatte er sich Gedanken gemacht, wo er bestattet werden wollte, nämlich...

Foto: AP
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...im Weltall. Da Leary seine Asche niemandem zumuten wollte, ließ er seine sterblichen Überreste bei der ersten Weltraumbestattung der Geschichte ins All transportieren. Mit sieben Gramm "Leary" an Bord hob ein paar Monate später diese Pegasus-Rakete ab und schickte ihn zu den Sternen. Mit von der Partie war übrigens auch der tote "Star Trek"-Erfinder Gene Roddenberry.

Foto: SYLVINA FRYDLEWSKY/ Associated Press
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Museumsstück: Eigentlich wollte der sowjetische Revolutionsführer Lenin bei seiner Mutter in St. Petersburg bestattet werden - schlicht und unauffällig. Doch als Lenin 1924 starb, hegte der neue starke Mann der Sowjetunion andere Pläne für die Leiche. Vollgepumpt mit Formaldehyd und seiner Organe beraubt, stellt man Lenin bis heute in einem Mausoleum am Roten Platz in Moskau aus. Bis die Wissenschaftler eine wirklich dauerhafte Konservierungsmethode gefunden hatten, war Lenins Körper allerdings bereits stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Bis heute muss der Leichnam in aufwendigen Prozeduren immer wieder vor dem endgültigen Zerfall bewahrt werden.

Foto: SERGEI KARPUKHIN/ AP
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Hirndiebstahl: Selbstbestimmung nach dem Tod war auch Albert Einstein nicht vergönnt. Eigentlich wollte der Nobelpreisträger nach seinem Tod 1955 komplett verbrannt werden. Doch der Pathologe Thomas Harvey entwendete Einsteins Hirn. Zerschnitten und in Formaldehyd konserviert lagerte es jahrzehntelang in einem Einmachglas und Tupperware-Behältern, bis Harvey Teile davon der Forschung zur Verfügung stellte. 1983 erreichten etwa einige Hirnscheiben Einsteins die Universität Berkeley in einem Mayonnaiseglas.

Foto: © Chris Helgren / Reuters/ REUTERS
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Wüstengrab: Country-Rocker Gram Parsons liebte die Wüste, besonders den Joshua Tree National Park nahe Los Angeles. Ebenso hatte er eine Schwäche für Drogen. Im September 1973 starb Parsons an einer Überdosis. Um nicht wie von der Familie gewünscht nach Louisiana überführt zu werden, hatte er einen Pakt mit seinem Freund Phil Kaufman geschlossen. Der stahl den Leichnam, fuhr nach Joshua Tree und verbrannte Parsons' Überreste. Noch heute pilgern Fans an die Stelle, um ihrem Idol zu huldigen.

Foto: Anonymous / AP
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Tod im Dschungel: In einem anonymen Massengrab verscharrten bolivianische Soldaten mit Che Guevara im Oktober 1967 den berühmtesten Revolutionär des 20. Jahrhunderts. Seine zahlreichen Bewunderer sollten keinen Wallfahrtsort erhalten. Gleichzeitig wollten die Offiziere einen Beweis dafür bewahren, dass der gefürchtete Guerillero tatsächlich tot war: Kurzerhand sägte man Ches beide Hände ab. Ein Minister lagerte sie in einer Kiste unter seinem Bett, bis er sie mithilfe eines Journalisten ins kommunistische Kuba schmuggeln konnte. Guevaras Leichnam wurde dagegen erst Jahrzehnte später geborgen. Ende der Neunzigerjahre bestattete man ihn im kubanischen Santa Clara.

Foto: MARC HUTTEN/ AFP
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Lösegeld für eine Leiche: Rund 600.000 Schweizer Franken forderten Erpresser 1978 für einen Leichnam. Die fraglichen Überreste gehörten Charlie Chaplin, der im Dezember am Genfer See bestattet worden war. Nachts hatten die Diebe das Grab geplündert - allerdings rechneten sie nicht mit Chaplins Witwe. Trotz unzähliger Drohanrufe weigerte sich Oona Chaplin beharrlich, auch nur einen müden Franken zu zahlen. Nach elf Wochen schnappte die Polizei die zwei Leichendiebe an einer Telefonzelle, als sie wieder einmal verzweifelt im Hause Chaplin anriefen. Ein Meter Beton soll seitdem Chaplins Leiche vor Nachahmungstätern schützen.

Foto: Central Press/ Getty Images
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Heimlicher Bewunderer: Die Beisetzung des Schriftstellers Edgar Allen Poe (hier eine Nachbildung im Poe House and Museum, Baltimore) gestaltete sich 1849 mehr als respektlos. Kaum drei Minuten währte die Zeremonie, nur eine Handvoll Leute waren gekommen. Gut 100 Jahre später hatte sich das geändert. Ein heimlicher Bewunderer besuchte Poes Grab seit 1949 stets zum Geburtstag des Autors am frühen Morgen. Mit einem Schal verhüllt trank die sonderbare Figur ein Glas Cognac zum Wohl des Schriftstellers, hinterließ drei rote Rosen und verschwand wieder. Bis die Besuche 2009 endeten, fanden sich immer mehr Menschen auf dem Friedhof ein, um das Schauspiel zu bewundern. Bis heute ist ungeklärt, wer der Besucher war.

Foto: Rob Carr/ AP
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Asche zu Akten: Schriftstellerin und Kritikerin Dorothy Parker war für ihr scharfzüngiges Mundwerk berüchtigt. Viele Freunde hatte sie zeitlebens mit spitzen Bemerkungen vergrätzt. Als Parker 1967 starb, trauerte anscheinend nur ihr Pudel. Für die Bestattung fühlte sich niemand zuständig. 15 Jahre bewahrte ihr Anwalt ihre Asche in seinem Aktenschrank auf. Erst 1988 sollte sie tatsächlich bestattet werden. Eine Bürgerrechtsorganisation sorgte für die Beerdigung. Ihre spöttische Grabsteininschrift: "Bitte entschuldigen Sie meine Asche."

Foto: ASSOCIATED PRESS
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Meeresbewohner: Seine legendäre Gier nach Frauen wurde dem angeblichen russischen Wunderheiler Grigori Rasputin 1916 zum Verhängnis. Der Vertraute der Zarenfamilie soll sich "zu gut" mit der Zarin verstanden haben. Einige Verschwörer brachten ihn um, seine Leiche wurde verbrannt. In den Siebzigerjahren tauchte aber scheinbar wieder ein Teil von Rasputin auf: sein Penis. Angeblich hätten ihn seine Mörder kastriert. Heute "ziert" das immerhin gut 30 Zentimeter lange Objekt den Wartebereich einer russischen Prostataklinik. Von Rasputin kann dieses beste Stück allerdings kaum stammen. Untersuchungen zufolge handelt es sich um eine "modifzierte" Seegurke.

Foto: © Alexander Demianchuk / Reuters/ REUTERS
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Zermahlen: Sowjetische Offiziere irrten im Mai 1945 mit einem menschlichen Unterkiefer durch die Ruinen Berlins. Schließlich fanden sie den gesuchten Zahntechniker, der ihre Vermutung bestätigte: Die Zähne gehörten dem toten Adolf Hitler. Der Unterkiefer entstammte einer stark verkohlten Leiche, die im Garten der Reichskanzlei gefunden worden war. Während der sowjetische Diktator Josef Stalin die Welt über Hitlers Tod im Ungewissen ließ, vergruben seine Soldaten die Überreste des "Führers" insgeheim. 1970 buddelte der KGB die Knochen erneut aus. Zermahlen verstreuten die Geheimdienstler die Gebeine in einem Fluss. Ob es sich bei der Leiche tatsächlich um den deutschen Diktator handelte, wird bis heute bezweifelt.

Foto: AP
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Western-Legende: Für einen Revolverhelden starb Jesse James ziemlich bieder. Als er 1882 gerade ein Bild entstaubte, erschoss ihn ein Kumpane hinterrücks. Der Outlaw war sofort tot und wurde zunächst im Garten seiner Mutter bestattet. Aber schnell kamen Zweifel auf, ob tatsächlich Jesse James in dem Grab lag. 1931 erklärte ein Obdachloser, dass er in Wirklichkeit der Verbrecherkönig wäre, und gestand den Behörden seine Verbrechen. Die größte Aufmerksamkeit erhielt allerdings Ende der Vierzigerjahre J. Frank Dalton, der im rüstigen Alter von 103 Jahren verkündete, Jesse James zu sein. Erst 1995 brachte eine Exhumierung die Wahrheit ans Licht: Der echte Gangster starb tatsächlich beim Hausputz.

Foto: Ed Zurga / AP
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Schlechter Scherz: Die Schauspieler Errol Flynn und John Barrymore, der Großvater von Drew Barrymore, teilten ein Interesse - Alkohol. Als Barrymore 1942 starb und Flynn den Verstorbenen mit einem Besäufnis ehrte, erlaubten sich Freunde der beiden einen Scherz: Sie "liehen" sich Barrymores Leiche aus und platzierten sie in Flynns Haus. Als der Leinwandstar nach Hause kam, erlitt er einen mächtigen Schrecken. Diese Geschichte kursiert allerdings in so vielen Variationen, dass ihr Wahrheitsgehalt zweifelhaft ist.

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Der König ist tot: Am 16. August 1977 starb Elvis Presley. Sein Vater Vernon versuchte sogleich, den "King" auf seinem Anwesen "Graceland" beerdigen zu lassen. Doch dem stand das Gesetz entgegen. Vernon Presley argumentierte, dass die Leiche seines Sohnes an seiner derzeitigen Grabstätte nicht sicher sei. Nur knapp hatte die Polizei Diebe daran hindern können, Elvis' Körper zu stehlen. Jahre später sagte einer der verhinderten Leichenräuber aus, Vernon Presley habe sie angestiftet, um die Behörden zu beeinflussen. Ob wahr oder unwahr - wenig später ruhte Elvis auf "Graceland".

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Doppelgänger: Zwei Tage nachdem Lee Harvey Oswald im November 1963 Präsident John F. Kennedy erschossen hatte, wurde er selbst ermordet. Ob es sich bei Oswald allerdings wirklich um Oswald handelte, wurde bald bezweifelt. Eine Verschwörungstheorie lautete, dass der KGB den späteren Attentäter bei seinem Aufenthalt in der Sowjetunion gegen einen Doppelgänger ausgetauscht habe. 1981 störte man deswegen Oswalds ewige Ruhe und grub ihn aus. Das Ergebnis belegte eindeutig, dass es sich um den echten handelte. Die nächste Verschwörungstheorie folgte: Der KGB habe den Kopf des echten Oswald auf den toten Körper seines in den USA beerdigten Doppelgängers gesetzt.

Foto: Bob Jackson / AP
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Sport-As: Jim Thorpe gewann 1912 bei den Olympischen Spielen Gold im Fünf- und Zehnkampf, zudem spielte er als Profi sowohl erfolgreich Base- als auch Football. Als der legendäre Thorpe 1953 starb, war er allerdings völlig verarmt. Seine Witwe Patricia suchte nach einem Ort, der bereit war, das Andenken an ihren Mann zu würdigen. Die verarmten Städtchen Maunch Chunk und East Maunch Chunk in Pennsylvania sollten schließlich das Rennen machen, indem sie auf Patricias Forderungen eingingen. Die Gemeinden fusionierten und nannten sich fortan "Jim Thorpe". Der ersehnte Geldregen als Pilgerstätte für Thorpe-Bewunderer ging allerdings nicht auf den Ort nieder. Immerhin fand der Sportler elf Monate nach seinem Tod endlich Ruhe.

Foto: © Reuters Staff / Reuters
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Schädel, Schädel, Schädel: Die einflussreiche Studentenverbindung Skull & Bones an der Universität Yale pflegt ihren geheimnisumwitterten Ruf. In ihrem festungsartigen Hauptquartier soll es angeblich von den Schädeln zahlreicher Berühmtheiten nur so wimmeln. Das Haupt des früheren US-Präsidenten Martin van Buren sollen die Mitglieder ebenso gestohlen haben wie das des mexikanischen Revolutionärs Pancho Villa. Der berühmteste Schädel von Skull & Bones soll allerdings dem Apachen-Häuptling Geronimo (Foto) gehört haben. 1918 hat ihn der Legende nach der Großvater des späteren Präsidenten George W. Bush aus seinem Grab gestohlen. Allerdings scheint sich der Vorfahr vertan zu haben. Sie stahlen wohl den falschen Schädel.

Foto: AP
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Königin der Herzen: Eva Perón, genannt Evita, war in Argentinien weit beliebter als ihr Mann, Präsident Juan Perón. Als seine Frau 1952 mit nur 33 Jahren starb, ließ ihr Ehemann sie einbalsamieren, um sie auszustellen und weiter von ihrer Popularität zu profitieren. Anscheinend erfolglos - wenig später stürzte ihn ein Militärputsch. Perón ging ins Exil, die Leiche seiner Frau verblieb im Land. Die neuen Machthaber exportierten die sterblichen Überreste Evitas nach Italien, wo sie sie unter falschem Namen bestatten ließen. Erst 1971 spürte man die Leiche auf, ein Jahr später kehrte sie in ihre Heimat zurück. Dort liegt sie noch immer begraben, vor Grabräubern mit einer massiven Stahlplatte geschützt.

Foto: AP
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Schwergewicht: James Kinelay, genannt "Big Jim", hatte einen Plan - um einen Kumpanen aus der Haft freizupressen, wollte er den Leichnam Abraham Lincolns (Foto) entführen. Gesagt, getan. Als die in Lincolns Gruft eingedrungenen Diebe 1876 allerdings die Leiche mitnehmen wollten, stellten sie fest, dass der Sarg gut 250 Kilogramm wog. Kurzerhand schickte "Big Jim" einen Kumpanen los, um Verstärkung zu holen. Das tat der aber nicht, stattdessen holte er Agenten des Secret Service herbei. Der Mann war ein Informant. Doch beim Anschleichen löste sich ein Schuss, die Diebe flüchteten, und zu allem Überfluss lieferten sich die Gesetzeshüter noch einen Schusswechsel untereinander.

Foto: AP/ New York Public Library
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Kleiner Kaiser: Der ehemalige Kaiser der Franzosen hauchte sein Leben auf der abgelegenen Atlantik-Insel St. Helena aus. Als Napoleon Bonaparte im Jahr 1821 starb, rächte sich der Legende nach sein Arzt, den der Ex-Herrscher oft ausgiebig beschimpft hatte: Kurzerhand schnitt er ihm seine Männlichkeit ab. Später nahm Napoleons Priester das abgetrennte Körperteil angeblich nebst persönlichen Besitztümern des Korsen mit nach Europa. Nach dessen Tod wanderte das gute Stück durch verschiedene Hände, wurde 1927 in einer Ausstellung in New York gezeigt und befindet sich heute im Besitz eines amerikanischen Urologen. Ein Test bewies: Es ist tatsächlich ein Penis. Ob er Bonaparte gehörte, ist allerdings weiterhin unklar.

Foto: picture-alliance / dpa
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Kopflos: Ganz Australien rätselt bis heute, wo der Kopf des Volkshelden Ned Kelly verblieben ist. 1929 plünderten Bauarbeiter den Friedhof des Gefängnisses, auf dem der 1880 gehängte Outlaw bestattet wurde. Den zurückgegebenen Schädel nutzten die Beamten zunächst als Briefbeschwerer, dann landete er in einem Museum. 1978 stahl ein findiger Dieb das Haupt des Räubers, das schließlich 20 Jahre später bei einem Farmer auftauchte, der ihn erst rausrückte, als die Behörden ein christliches Begräbnis versprachen. Doch wie Untersuchungen ergaben, war es gar nicht Kellys Kopf. Stattdessen gehörte der Schädel Australiens erstem Serienmörder. Kellys Schädel bleibt verschollen.

Foto: REUTERS/Victorian Forensic Medicine
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Handlos: 1952 trugen die Franzosen Louis Braille zu Grabe. Zum zweiten Mal. 1852 hatte man den jung verstorbenen Erfinder der Blindenschrift in seinem Geburtsort Coupvray bestattet, 100 Jahre später bettete man ihn feierlich in das Pariser Panthéon um, wo die französischen Nationalhelden zur Ruhe gebettet sind. Jedenfalls teilweise. Seine Hände, die ihm nach seiner Erblindung das Augenlicht ersetzten, blieben in Coupvray beerdigt.

Foto: Röhnert/ picture-alliance / dpa
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Knochenraub: In einem Kaffeebecher wurde 2004 die Asche der US-Radiomoderatorenlegende Alistair Cooke in den New Yorker Central Park geschmuggelt. Cooke wollte hier bestattet werden, obwohl es illegal war. Über ein Jahr später erhielt seine Tochter allerdings eine verstörende Nachricht. Vor seiner Einäscherung hatten Organdiebe den Leichnam ihres Vaters geplündert und Teile zu Transplantationszwecken verkauft. Dabei ware Cookes Körper von Krebszellen durchwuchert gewesen, die den Moderator auch das Leben gekostet hatten. Das Bild zeigt ein Beweisstück aus dem anschließenden Gerichtsprozess.

Foto: Louis Lanzano / AP
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Eilzustellung: Die amerikanische Baseball-Legende Ted Williams hegte für seine Bestattung einen simplen Wunsch. Er wollte verbrannt und seine Asche sollte im Meer verstreut werden. Sein Sohn hingegen hatte andere Pläne. Die Leiche seines Vaters war 2002 nicht einmal kalt geworden, da befand sie sich bereits auf dem Weg nach Arizona zur "Alcor Foundation". Dort wurde Ted Williams' Körper konserviert - mittels flüssigem Stickstoff auf minus 200 Grad Celsius heruntergekühlt.

Foto: imago/ UPI Photo
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Schockgefrostet: Das Unternehmen Alcor "lagert" Leichen in der Hoffnung, dass die Krankheiten, die zum Tode geführt hatten, irgendwann heilbar sein werden. 2003 schockte das Magazin "Sports Illustrated" schließlich die Öffentlichkeit mit einem Bericht, wie "Alcor" mit Williams' Leichnam umgegangen sein soll. Spottend und fotografierend hätten Mitarbeiter der Abtrennung des Kopfes vom Torso beigewohnt, bei der der Schädel zudem beschädigt worden wäre. Später setzte der betreffende Informant noch eins drauf. Williams' Kopf sollte auf einer Thunfischdose ruhen. Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe.

Foto: Jeff Topping / Getty Images
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Wallfahrtsort: Am Morgen des 29. April 1945 hatten Partisanen den Leichnam des italienischen Diktators Benito Mussolini auf einem Mailänder Platz abgeladen. Nun ließen die Menschen ihren Hass an seiner Leiche aus. Wenig später bestattete man Mussolini anonym, aber weil die Grabstätte allgemein bekannt wurde, feierten Antifaschisten Mussolinis Tod ausgiebig auf seinem Grab. Empört entführte ein Anhänger des "Duce" die Leiche und versteckte sie in einem Kloster. Die Idee fanden auch die Behörden anscheinend so gut, dass sie nach der Entdeckung Mussolini gleich elf weitere Jahre in einem anderen Kloster "lagerten" - in einem Schrank. Erst 1957 wurde der Diktator in seinem Heimatort beigesetzt.

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