Bizarrer Fotofund - DER SPIEGEL
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Fotoschießen Die Stars am Drücker

Selbstporträt mit Waffe: Eine spektakuläre Attraktion eroberte nach dem Ersten Weltkrieg die Jahrmärkte. Das sogenannte Fotoschießen war dabei keineswegs nur ein Spaß für Kinder, wie eine Ausstellung jetzt zeigt. Auch berühmte Philosophen, Regisseure und Fotografen legten auf sich selber an.
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Treffer: Das Bild entstand am 25. März 1951 auf einem französischen Jahrmarkt. Frau und Kind schauen gelangweilt, während der Schütze endlich getroffen hat.

Foto: www.photomuseum.de
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François Truffaut: Als Kind galt der spätere Regisseur und Schauspieler als schwer erziehbar. Um 1944, etwa als Zwölfjähriger betätigte sich François Truffaut als Fotoschütze.

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Juliette Gréco: In den vierziger Jahren war sie von Jean-Paul Sartre in dem Pariser Lokal "Tabou" im Künstlerviertel Saint-Germain des Prés entdeckt worden. Chansonsängerin und Schauspielerin Juliette Gréco mit Schauspielkollege Philippe Lemaire, circa 1955 beim Fotoschießen.

Foto: www.photomuseum.de
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Henri Cartier-Bresson: Er wurde zu einem der bekanntesten Fotografen des 20. Jahrhunderts - Henri Cartier-Bresson zusammen mit Éric de Jesse und Christiane d'Hybouville um 1930 an einem Fotoschießstand in Paris.

Foto: www.photomuseum.de
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Schau mal: Die Aufnahme zeigt drei Fotoschützen in Uniform, circa 1940 in Italien. Wer die Personen auf dem Bild sind, ist nicht überliefert.

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Jean Cocteau: Der surrealistische Künstler Jean Cocteau war als Dichter, Maler und Regisseur aktiv. Er starb 1963 in der Nähe von Paris. Das Foto zeigt ihn 1927.

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Paul Éluard: Die Aufnahme des französischen Dichters Paul Éluard entstand 1929 beim Fotoschießen im Pariser Stadtteil Montmartre. Die Dame an seiner Seite: Alice Apfel. Zahlreiche Intellektuelle waren von der Attraktion, bei der der Schütze symbolisch auf sich selbst und zugleich auf den Betrachter anlegte, fasziniert.

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Brassaï: Der Fotograf Brassaï lässt sich um 1935 in Paris beim Fotoschießen ablichten. Anfang der dreißiger Jahre war er mit einem Bildband über die französische Hauptstadt bei Nacht bekannt geworden.

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Freunde beim Schießen: Nusch Éluard, Adrienne Fidelin, Paul Éluard und der Künstler Man Ray, von links, vergnügen sich circa 1937 beim Fotoschießen auf dem Jahrmarkt. Schauspielerin Nusch Éluard galt als Muse der Surrealisten und posierte auch als Modell für Man Ray. Ab 1934 war sie mit dem Dichter Paul Éluard verheiratet. Das Ehepaar war mit Man Ray und seiner Geliebten Adrienne befreundet.

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Federico Fellini: Der spätere Regisseur und Filmemacher Federico Fellini, links, und sein Freund Rinaldo Geleng, 1940 in Rimini. Der 20-jährige Fellini hatte gerade sein Studium in Rom begonnen.

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Gilles Deleuze: Der französische Philosoph Gilles Deleuze mit der Autorin und Künstlerin Jacqueline Duhême 1955 in Paris.

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Man Ray und Lee Miller: Zahlreiche Fotografen und Künstler fühlten sich von der Jahrmarktattraktion angezogen - vielleicht suchten auch die beiden Fotografen Man Ray und Lee Miller 1929 neue Inspiration beim Fotoschießen in Paris.

Foto: www.photomuseum.de
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Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sarte: Er hält beruhigend die Hand auf ihrer Schulter, sie die Augen geschlossen - der Philosoph und die feministische Autorin. Seit Ende der zwanziger Jahre verband Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre eine enge symbiotische Beziehung. Aufgenommen im Juni 1929 auf dem Pariser Jahrmarkt Porte d'Orléans.

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Im Bilde: Suziel Bonnet, Robert Delpire, Künstlerin Mary Frank und ihr Ehemann, der Fotograf Robert Frank beim Fotoschießen um 1958. Im selben Jahr veröffentlichte der Verleger Delpire Robert Franks Bildreportage "Die Amerikaner". Der Fotograf war dafür zwei Jahre durch die USA gereist und hatte 28.000 Motive mitgebracht.

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"Jeder Schütze sein eigener Fotograf": Die nachcolorierte Aufnahme zeigt den Fotoschießstand des Augsburger Familienunternehmens Simbeck in den fünfziger Jahren. Gustav Simbeck hatte es 1950 gegründet. Das Fotoschießen wurde bereits nach dem Ersten Weltkrieg als Attraktion auf Jahrmärkten populär und blieb es bis in die siebziger Jahre.

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Paar am Schießstand: Während er als Schütze sein Glück versucht, scheint sie nicht sonderlich interessiert - Fotoschießen am 7. Oktober 1970 in Frankreich.

Foto: www.photomuseum.de
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?