Shaft, Coffy und Blacula Die schwarzen Leinwandhelden der Siebziger
Starke Frau: Pam Grier als Foxy Brown in dem gleichnamigen Film von 1974 gilt vielen Filmhistorikern als der Archetyp der starken, unabhängigen Frau im Blaxploitation-Genre. Vorher waren die Frauen in diesen Filmen meist nur die charakterlosen Girls an der Seite der Helden.
"Shaft's his name. Shaft's his game.": "Shaft" (1971) ist der Film, der dem Genre zum Durchbruch verhalf. Isaac Hayes machte den Soundtrack, Richard Roundtree spielte den Cop John Shaft, der ohne Kompromisse gegen die Mafia vorgeht. Der Film spielte das Zehnfache seiner Produktionskosten ein und zog zwei Fortsetzungen und eine TV-Serie nach sich.
"Black Frankenstein" von 1973 beginnt wie ein sozialkritisches Drama: Der junge Schwarze Eddie verliert im Vietnamkrieg beide Arme und Beine. Doch schnell entwickelt sich der Film zu einem trashige Horror-B-Movie. Denn ein Wissenschaftler gelobt ihm neu Gliedmaßen anzunähen. Aber als ein Assistent eine Spritze vertauscht, verwandelt Eddie sich in eine unkontrollierbare Killermaschine - Blackenstein.
"Wham! Bam! Here comes Pam!": Nachdem Pam Grier mit ihrer Hauptrolle in "Foxy Brown" endgültig zur Blaxploitation-Ikone advanciert war, überstrahlte sie sogar die Figuren, die sie spielte. Mit "Jackie Brown" schrieb ihr Quentin Tarantino in den Neunzigern ein Drehbuch auf den Leib.
Familienunternehmen: Auch der Sohn von Gordon Parks, dem Regisseur von "Shaft", drehte einen unbestrittenen Genre-Klassiker. Mit dem Dealer-Drama "Super Fly" lieferte Gordon Parks Jr. einen beißenden Abgesang auf den weißen, amerikanischen Traum ab.
Der wahre Vorreiter des Genres: In der Satire "Watermelon Man" (1970) vom Regisseur Melvin van Peebles wacht ein mit Vorurteilen beladener, weißer Spießer plötzlich als Schwarzer auf.
"The Black Gestapo": Erst wollen sie nur ihre Mitbürger vor der Mafia schützen. Doch dann findet die Bürgerwehr in einem heruntergekommenen Stadtteil von Los Angeles gefallen an ihrer Macht. Sie beginnen mit brutalsten Methoden gegen jeden vorzugehen, der sich ihnen in den Weg stellt. Lee Frost, der Regisseur von "Black Gestapo" (1975), ist einer der Meister des Exploitation-Genres. Mit Filmen wie "The Thing With The Two Heads", "Policewomen" oder "Ilsa: She-Wolf Of The SS" schuf er Klassiker des Genres.
Schwer bewaffnet: "Coffy" (1973) mit Pam Grier ist einer der unbestrittenen Klassiker des Genres. Kein Wunder. Schließlich ist sie "the Godmother of them all".
Allein gegen die Mafia: Fred Williamson nahm es als Detective Frank Hooks in "The Big Score" von 1983 nicht nur mit der Mafia, sondern auch noch mit der gesamten Polizei von Chicago auf.
"The fear of the year is here!": In den siebziger Jahren wurden gern Filmklassiker zu Blaxploitation-Werken verwurstet. Hier "Dr. Black und Mr. Hyde" von 1976 - "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" auf afroamerikanisch.
Spätzünder: Bereits Ende der siebziger Jahre war Blaxploitation in den Kinos schon wieder Vergangenheit. Trotzdem wurde bis heute immer wieder versucht, das Genre wiederzubeleben. So auch 2009 mit dem schwarzen Action-Helden "Black Dynamite".
Der schwarze Pate: Nach dem großen Erfolg von Francis Ford Coppolas "Der Pate" von 1972 folgte die Blaxploitation-Variante nur zwei Jahre später. In "The Black Godfather" streitet sich ein schwarzer Mafia-Pate mit einer rivalisierenden weißen Gang um ein lukratives Viertel.
Unglückliche Verkettung: Pam Grier ist die Ikone des Blaxploitation-Films. 1973 spielte sie in "Black Mama, White Mama" die Freundin eines Drogendealers. Im Gefängnis wird sie an die Anführerin einer Anarchistengruppe gekettet. Die beiden können zwar fliehen - nicht aber ihre Handschellen öffnen.
Leben mit Löwen: Ein eigener Nachtclub, ein Löwe als Haustier und jede Menge Frauen - in "Black Samson" von 1974 werden einmal mehr alle Vorurteile gegen Afroamerikaner bestätigt. Irgendwann wurde das den schwarzen Bürgerrechtlern zuviel. Sie verdammten das Blaxploitation-Genre und sorgten dafür, dass nach 1976 kaum noch neue Filme dieser Gattung entstanden.
"Filmed in complete secrecy in the Deep South!": "The Black Klansman" von 1966 ist ein Vorreiter des Blaxploitation-Genres. Nachdem seine Tochter von Männern des Ku Klux Klan ermordet wurde, schwört ihr Vater Rache. Er gibt sich als Weißer aus und schleicht sich beim Klan ein.
Faustrecht: Ein schwarzer Straßenkämpfer geht in "Black Fist" (1975) nach Los Angeles. Um Geld zu verdienen arbeitet er für eine weiße Gang und einen korrupten Polizisten.
Von der "Lovin' Machine" zur "Killing Machine": Richard ist ein fantastischer Frisör - und der größte Liebhaber im Viertel. Doch als er eine seiner Angestellten vor ihrem früheren Boss beschützt, bekommt er Ärger mit der Mafia - und nimmt den Kampf gegen die Gangster auf. "Black Shampoo" von 1976 ist einer der letzten Ausläufer der großen Blaxploitation-Welle der Siebziger.
Tödlicher als Dracula!: In "Blacula" (1972), einer aufgemöbelten Version der klassischen Dracula-Geschichte, kaufen zwei Innenarchitekten den Sarg eines afrikanischen Prinzen, der Jahrhunderte zuvor von Dracula gebissen wurde. In Los Angeles angekommen erwacht Blacula zum Leben und macht Jagd auf junge Frauen.
1,88 Meter groß und komplett aus Dynamit: Mit "Cleopatra Jones" (1973) wurde das Model Tamara Dobson, neben Pam Grier, zu einer der Blaxploitation-Göttinnen.
Totengräber und Sarg: In "Cotton Comes To Harlem" (1970) machen sich die beiden knallharten Cops Coffin Ed und Gravedigger auf die Suche nach Geld, das armen, schwarzen Familien durch einen Schwindel abgejagd wurde.
"Disco 9000": Fass Black gehört nicht nur der coolste Club, sondern auch das heißeste Plattenlabel Hollywoods. Doch "Disco 9000" (1976) wäre kein richtiger Blaxploitation-Film, wenn nicht ein paar Gangster versuchen würden, den Disco-King zu ruinieren.
Schwarze Engel: "Ebony, Ivory & Jade", eine TV-Produktion von 1979, ist die afroamerikanische Variante von "Drei Engel für Charlie".
Noch einen Schlag zugelegt: In "Hot Potatoe" von 1976 flirtet das Martial-Arts-Genre mit dem Blaxploitation-Hype der Siebziger.
Jenseits von Afrika: Zwei Jahre nach dem Überraschungserfolg von "Shaft" (1971) ging der knallharte Cop nach Afrika. Doch der Film floppte und MGM verkaufte die Rechte an dem Helden ans Fernsehen. Die drehten eine TV-Serie. Nach nur sieben Folgen wurde diese wieder abgesetzt.
"Hotter'n 'Coffy', Meaner'n 'Foxy Brown'": Blaxploitation-Ikone Pam Grier in "Sheba Baby" (1975)
Anti-Helden-Epos: "Sweet Sweetback's Baadasssss Song" (1971) von Regisseur Melvin van Peebles ist eine gewaltreiche, hoch unterhaltsame Widerstands-Hymne.
Auf die Knochen: Auch Jeannie Bell gehörte zu den Superheldinnen des Genres. In "TNT Jackson" spielt sie eine Karate-Queen, die in Hong Kong den Killer ihres Bruders jagt.