Blick zurück auf 68 - DER SPIEGEL
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Blick zurück auf 68 "Provokation, das war das Geile"

Was hatte Pop-Musik mit der Politisierung zu tun? Wie war das mit den Nazi-Vätern? Trieb Moral oder Egoismus die "68er" an? Ein Wochenende lang stritten 16 Rebellen von damals darüber und warum die Gesellschaft sich so ganz anders entwickelt hat, als sie sich das vorgestellt haben - lesen Sie heute Teil 2.
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Trautes Zwiegespräch: Der Dialog zwischen Alt und Jung wurde in den Sechzigern zunehmend schwierig - angesichts des Kasernentons vieler Altvorderen rüstete die Jugend auch schon mal kommunikativ auf - wie hier bei einer Besetzung des Lehrerzimmers des Alten Gymnasiums in Bremen 1968.

Foto: Jochen Mönch
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"My Generation": Der Song der "Who", von Frontmann Roger Daltry mehr gestotterten als gesungen, mit seiner der klassischen Zeile "Hope I die before I get old" war so etwas wie der Titelsong des Soundtracks zu 68.

Foto: Jochen Mönch
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Schulstreik in Bremen: Weil Bremen noch keine Universität hatte, übernahmen Schüler - sprich:Gymnasisaten - in der Hansestadt die Rolle der revolutionären Avantgarde.

Foto: Jochen Mönch
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Eichmann in Uniform: Der Vater, der vor 1945 SS-Offizier, Wehrmachtssoldat oder NSDAP-Mitglied gewesen war, und jetzt darüber schweigen wollte, wurde für viele Jugendliche der 68er Generation zur Reizfigur schlechthin - eine ganze Generation lechtzte geradezu nach einem symbolischen Vatermord.

Foto: DPA
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In der ersten Reihe: Die spätere Grünen-Politikerin Krista Sager trägt bei einer Demonstration ein Transparent gegen das KPD-Verbot. "Es gab so viele Ungeheuerlichkeiten, mit denen man konfrontiert wurde.", sagt sie heute.

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Demonstration 1968: Um die Haupt- von den Nebenwidersprüchen zu trennen, bedurfte es für Junglinke 1968 erheblicher dialektischer Fähigkeiten - waren nun die USA in Vietnam imperialistische Agressoren oder die Sowjets, deren Panzer den Prager Frühling niederwalzten?

Foto: Jochen Mönch
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Junge Revolutionärin: Die Aktivistin des "Sozialistischen Schülerbundes" (SBB) und spätere Journalistin Irmela Hannover auf dem "Festival der Jugend" in Dortmund. "Rotfuchs, mit Gottes Hilfe und Mahlmanns Beistand wirst du das schaffen", trieb sie damals ihr Mathe-Lehrer an. "Ich bin gestorben vor Angst", erinnert sie sich.

Foto: Hans Michael Kloth
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Geblümter Beat-Look: Die spätere Journalistin Tissy Bruns als Jugendliche im Beat-Look. "Wir lebten doch alle in Familien, auf denen noch die Schatten lagen", sagt sie rückblickend.

Foto: Hans Michael Kloth
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Lifestyle à la '68: Proletariermütze, Fusselbart und selbstgedrehte Halfzware-Zippen - das Lebensgefühl der '68er war frei von Fitneskult noch Markenwahn.

Foto: Jochen Mönch
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Die Pfarrerstochter und der Macho: Die heute kaum noch nachzuvollziehende Politisierung der 68er-Jugend führte manche in die Politik und ins Parlament, andere in den Untergrund und in den Terror. Andreas Baader und Gudrun Ensslin auf der Anklagebank vor der Urteilsverkündung im sogenannten Brandstifter-Prozess in Frankfurt am 31. Oktober 1968.

Foto: AP
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Das Private ist politisch: Eine Aktivistin des SDS wird im Dezember 1968 aus einem Hamburger Gerichtssaal abgführt, wo sie sich mit anderen Studentinnen der "Feministischen Gruppe" aus Protest ihrer Oberbekleidung entledigt hatten.

Foto: (c) Kai Greiser
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The Beatles in Essen: Die Beatles beim Auftritt in der Essener Grugahalle im Juni 1966. Jugendliche ertrgen auch schon einmal die endlosen Schlager in der Radiosendung "Wunschkonzert" in der Hoffnung auf zweieinhalb Minuten Kontrastprogramm. "Und dann war da auf einmal zwischendurch ein Lied von den Beatles", erinnert sich Christoph Köhler, heue Hochschullehrer. "Mein Freund Malte und ich haben zwei Stunden die Scheiße gehört, bis dieses eine Lied kam: 'Love Me Do'."

Foto: dpa
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Zappa ganz entspannt: Die wirklich subversive Kraft von Achtunsechzig ging von der Musik aus - und nichts und niemand war als Musiker subversiver als Frank Zappa.

Foto: Jochen Mönch
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Stones forever: "(I Can't get no) Satisfaction", "Brown Sugar", "Street Fighting Man" - damals noch keine leicht angestaubten Gassenhauer, sondern für viele Jugendliche eine musikalische Offenbarung und der Soundtrack des gesellschaftlichen Aufbruchs des Aufbruchs.

Foto: Jochen Mönch
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Hendrix on Stage: Wie aus einem anderen Universum, eine bewußtseinserweiternde Droge empfanden Zeitgenossen die Musik von Jimi Hendrix. Eric Clapton, der andere Gitarrenheld der Ära, ließ sich eine Dauerwelle legen, weil er hoffte, mit gekräuselten Haaren genauso Gitarre spielen zu können wie Hendrix.

Foto: Jochen Mönch
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Skeptischer Blick nach vorn: Die spätere Anwältin Ingeborg Lösekann als Schülerin in den 60er Jahren.

Foto: Hans Michael Kloth
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?